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Lokaler Markt gesättigt

Alle Apotheken wechseln den Besitzer, eine schließt

OBERNKIRCHEN. Alle drei Apotheken wechseln zum Jahresende ihren Besitzer. Hendrik Müller und Regina Hanke übernehmen die Berg-, Stifts- und Rosen-Apotheke. Die Rosen-Apotheke selbst wird zum 21. Dezember geschlossen.

veröffentlicht am 11.12.2018 um 15:27 Uhr
aktualisiert am 11.12.2018 um 17:30 Uhr

Die Berg-Apotheke wechselt den Besitzer, bleibt aber geöffnet.
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Autor

Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
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OBERNKIRCHEN. Alle drei Apotheken wechseln zum Jahresende ihren Besitzer. Hendrik Müller und Regina Hanke übernehmen die Berg-, Stifts- und Rosen-Apotheke. Das Ehepaar Müller/Hanke hat seit April 2012 die Adler-Apotheke in Hessisch Oldendorf gepachtet. Sie wird von Regina Hanke als Filialleiterin weitergeführt, die nach ihrem Studium der Lebensmittelchemie zehn Jahre in der Industrie gearbeitet hat und anschließend ein Zweitstudium der Pharmazie startete. Dieses Studium, erklärt Hendrik Müller, sei mittlerweile erfolgreich beendet, „daher konnten wir dieses Projekt realisieren“.

Vorgesehen ist, dass Müller selbst die Stifts-Apotheke leiten wird, die Berg-Apotheke wird von Nils Winkhoff geführt. Die Rosen-Apotheke selbst wird zum 21. Dezember geschlossen. Die Adler-Apotheke in Oldendorf wird künftig von Regina Hanke geführt.

Es sei, so Müller, eine Gesamtsituation, die nur Gewinner kenne: Das Ehepaar selbst übernimmt zwei Apotheken an guten Standorten, die Besitzer der Berg- und Stifts-Apotheke gehen in den Vorruhestand und Apothekerin Andrea Burkhardt hat als Besitzerin der Rosen-Apotheke künftig das, was sie sich wünscht: mehr Zeit.

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Die Rosen-Apotheke schließt, Inhaberin Andrea Burkhardt hat verkauft. Fotos: rnk

Nähe zur Innenstadt –

die aber zu unbelebt ist

Andrea Burkhardt sieht es so: „Drei Apotheken sind genau eine zu viel für die Bergstadt.“ Die Rosen-Apotheke liegt ungünstig. Zwar in der Nähe der Innenstadt, aber diese ist zu wenig belebt. Daher gibt es auch wenig Kunden, die zu Fuß kommen, und wer mit dem Auto den Weg findet, hat Schwierigkeiten, einen der wenigen Parkplätze vor der vor der Apotheke zu ergattern.

Es sei ein 40-Stunden-Job, abends sei sie um 19 Uhr zu Hause, erklärt Andrea Burkhardt. Aber seit einiger Zeit arbeite sie nicht mehr kostendeckend oder für ein Taschengeld, wie es ihr Steuerberater formuliert habe. Sie selbst sieht ihre Arbeit als Hobby, weil sie ja Spaß mache: „Es ist ein Super-Job.“ Sie habe eine zehnjährige Tochter und künftig viel mehr Zeit für sie, sie habe endlich wieder Zeit für den Sport und auch für Fortbildungen, die meistens in Hannover stattfinden würden. Dafür benötige man auch einen Tag Zeit. Daher sei der Verkauf „für mich persönlich hilfreich“.

Übrigens: Wer ein Ladenlokal in Obernkirchen sucht oder eine Apotheken-Einrichtung benötigt, kann sich bei ihr melden.

Sybille Schlusche und Maria von der Assen-Kenkel, Inhaberinnen der Berg- und der Stifts-Apotheke, die als Filiale der Berg-Apotheke geführt wird, gehen beide in den Ruhestand, sie haben ihr Berufsleben gemeinsam 1986 begonnen und als OHG geführt. Man sei froh, mit dem Ehepaar jemanden gefunden zu haben, der das bewährte inhabergeführte Apotheken-Modell in der Bergstadt weiterführen werde.

Der Wettbewerb

wird immer stärker

Dass der Markt mit zwei Apotheken gesättigt ist, das sehen auch Hendrik Müller und Regina Hanke so, mehr gebe eine Stadt in dieser Größenordnung nicht her, sagen sie. Dass sich Berg- und Stifts-Apotheke in einem immer stärker werdenden Wettbewerb befinden, wissen Müller und Hanke, allein das Internet ist ein starker Konkurrent. Sie wollen den Wettbewerb daher vor allem über attraktive Preise führen, sagen beide. So würden etwa Zuzahlungen bei Hilfsmitteln in ihren Apotheken „komplett wegfallen“.

Müller und Hanke sehen es so: Sie wollen sich mit den beiden Apotheken zukunftsfähig ausrichten „und dabei für die Bevölkerung attraktiv sein“. Zum Konzept gehöre es auch, einen Botendienst anzubieten. „Wenn es sein muss, liefern wir die fehlenden Medikamente bis in den Abend desselben Tages hinein aus“, sagt Müller, der von einer „freundschaftlichen Übergabe“ in allen drei Fällen spricht und das Fazit nach allen Verhandlungen kurz ausfallen lässt: „Wir sind uns immer noch grün.“

Wie Müller und Hanke erklären, werden die Teams der beiden Apotheken in vollem Umfang weiterbeschäftigt sein und Fahrer sowie die pharmazeutisch-technische Assistentin aus der Rosen-Apotheke bei ihnen tätig werden.




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