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Vortragsreihe „Treff im Stift“

Alles rund ums Lebensthema Wasser

OBERNKIRCHEN. Die Vortragsreihe „Treff im Stift“ beschäftigt sich in den nächsten Monaten mit einem Thema, das aktueller nicht sein könnte: Wasser. Bei den zehn Vorträgen geht es insbesondere um die Wassersicherheit. Die Vorträge sollen „die Zuhörer aufrütteln und für die Sache sensibilisieren“.

veröffentlicht am 14.09.2018 um 12:41 Uhr
aktualisiert am 14.09.2018 um 13:20 Uhr

Wasser „sollte uns auch vor der Haustür beschäftigen“, sagt Susanne Wöbbeking über das aktuelle Thema von „Treff im Stift“. Foto: leo
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Autor

Leonhard Behmann Volontär zur Autorenseite

OBERNKIRCHEN. Die traditionsreiche Vortragsreihe „Treff im Stift“ beschäftigt sich in den nächsten Monaten mit einem Thema, das aktueller nicht sein könnte. „Es geht um Wasser“, erklärt Vorstandsmitglied Susanne Wöbbeking. Gerade im Hinblick auf den heißen Sommer mit der anhaltenden extremen Dürre würde es sich um ein brisantes Thema handeln.

Bei den zehn Vorträgen geht es insbesondere um die Wassersicherheit. Vielen Menschen sei nicht bewusst, welch wertvolles Gut Wasser ist. „Mit den Vorträgen wollen wir die Zuhörer aufrütteln und für die Sache sensibilisieren“, sagt Wöbbeking. Schließlich sei die Frage nach der Wassersicherheit eben nicht nur in der Ferne ein Problem. „Es sollte uns auch hier vor der Haustür beschäftigen“, so Wöbbeking.

Die Idee zu dem Thema entstand aus dem Interesse des Vorstandes. „Wasser sollte ein Gut der Allgemeinheit sein. Durch die fortschreitende Privatisierung einzelner Konzerne liegt dieses wichtige Gut jedoch allerdings in den Händen weniger“, sagt Wöbbeking. Die Tatsache, dass mit diesem kostbaren Gut nicht immer fair umgegangen wird in der Welt, habe sie auf das Thema gebracht. Aber auch die Trinkwasserprobleme, die Dürrekatastrophen hervorrufen, würden sie speziell interessieren, erzählt Wöbbeking.

Alexander Otte. Foto: leo
  • Alexander Otte. Foto: leo

Die Vortragsreihe startete am Mittwochabend mit dem Referenten Alexander Otte (siehe Kasten). Der Sachverständige für das hydrologische Programm bei der Unesco in Paris referierte über die in seinen Augen „große Herausforderung der weltweiten Wassersicherheit“. Neun weitere Vorträge werden bis Mai 2019 folgen. „Dabei geht es um die gesamte Bandbreite von Wasser“, erzählt Wöbbeking.

So wird ein Theologe über die religiöse Bedeutung des Wassers referieren. Wissenschaftler werden unter anderem über die Themen Abwasserbeseitigung, den Ozean im Klimasystem, Wasser in der Literatur, Dürre und Wasserkrisen sowie über das Thema Wasser und Bergbau sprechen. „Die Vorträge beleuchten das jeweilige Wasser-Thema im Detail. In einem Vortrag wird es insbesondere um Obernkirchen gehen“, verrät Wöbbeking. In dem Vortrag des freien Journalisten Arne Boecker steht die Aue im Mittelpunkt. Der 39 Kilometer lange Bach habe über Jahrhunderte das Wirtschaftsleben in der Region deutlich geprägt. Wöbbeking nennt in diesem Zusammenhang die vielen Mühlen entlang der Aue. Eine davon steht in Vehlen. „Der Redner will mithilfe alter Unterlagen, wie Zeitzeugen-Berichten, die Rolle, die die Aue im Leben der Menschen gespielt hat, aufzeigen.“ Außer den Redebeiträgen wird es auch einen musikalischen Vortrag geben. Die Kirchenmusikerin Regina Ackmann wird auf der Orgel Musikstücke spielen, in denen es um das Thema Wasser geht. Dabei wird sie Kompositionen von Johann Sebastian Bach bis Claude Debussy erklingen lassen.

Alle Vorträge finden im Festsaal des Stiftes statt. Der Eintritt kostet sieben Euro pro Person. Schüler, Studenten und Auszubildende zahlen drei Euro.

Die Vorträge im Einzelnen:

Mittwoch, 17. Oktober (19.30 Uhr): Theologe Dr. Peter Neumann referiert zu dem Tehma „Quelle des Lebens – zur religiösen Bedeutung des Wassers“.

Sonntag, 11. November (18 Uhr): Kirchenmusikerin Regina Ackmann spielt auf der Orgel unter dem Motto „Orgelkonzert zum Thema Wasser“.

Mittwoch, 14. November (19.30 Uhr): Ozeanograph Dr. Johann Jungclaus wird über das Thema „Der Ozean im Klimasystem“ einen Vortrag halten.

Mittwcoh, 9.Januar (19.30 Uhr): Stadtökologe Patrik Konopatzki referiert zu dem Thema „Einmal spülen und vergessen? – Geschichte, Herausforderungen und Potentiale der Abwasserbeseitigung.

Mittwoch, 13. Februar (19.30 Uhr): Wasserwissenschaftler Dr. Helge Bergmann trägt zu dem Thema „Wasser zwischen Wissenschaft und Esoterik“ vor.

Mittwoch, 13. März (19.30 Uhr): Der ehemalige Lehrer Gerhard Radtke hält einen Vortrag über „Wasserwelten: Eine literarische Expedition zur Quelle des Lebens“.

Mittwoch, 3. April (19.30 Uhr): Der frei Journalist Arne Boeker beschäftigt sich in seinem Vortrag mit dem Thema „Die Aue – Biografie eines Bachs“.

Mittwoch, 24. April (19.30 Uhr): Uwe Becker von der Landeskirche Hannover trägt zu dem Thema „Wasser für alle: Von Durst und Dürre“ vor.

Mittwoch, 8. Mai (19.30 Uhr): Professor Dr. Karl-Heinz Schneider von der Leibnitz-Universität Hannover referiert über das Thema „Wasser und Bergbau – eine faszinierende Geschichte“.

Information

Schätzungsweise 5300 Liter Wasser verbraucht jeder Deutsche pro Tag. „Diese unglaubliche Zahl kommt dadurch zustande, weil wir Menschen auch in Lebensmitteln oder in Industriegütern enthaltenes Wasser täglich verbrauchen“, sagt Alexander Otte. Der Sachverständige für das hydrologische Programm der Unesco in Paris nennt es das „virtuelle Wasser“. Es sei den Menschen oftmals gar nicht klar, dass sie Verantwortung für den Wasserverbrauch und damit auch für die damit verbundenen Probleme in anderen Ländern tragen, erklärt Otte dem Publikum im gut gefüllten Festsaal.

Der Zugang zu sauberem Trinkwasser sei für viele Menschen auf der Welt nicht möglich. Es fehle vor allem an Infrastruktur. Trink- und Abwasserleitungen existieren nicht. „Ein derartig komplexes System wie in Deutschland ist in Entwicklungsländern schwierig. Es fehlt das Geld, um die Leitungen ständig zu pflegen“, sagt Otte. Grund dafür sei aber nicht nur das finanzielle Problem. „Es fehlt vor allem an Klempnern“, sagt Otte.

Gerade Naturkatastrophen würden die Wassersysteme immer wieder schädigen. „Eigentlich ist kein Land wassersicher“, sagt Otte. Gerade gegen Dürrekatastrophen sei der Mensch machtlos. Wassermangel habe große Auswirkungen auf andere gesellschaftliche Probleme, meint Otte. Deshalb müssten sich alle Staaten gegenseitig helfen. Die Unesco würde durch Forschung, die Bewirtschaftung von Wasserressourcen sowie die Aus- und Weiterbildung von Menschen in Entwicklungsländern helfen, genau diese Probleme zu beheben, erklärte Otte. leo




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