weather-image
13°
Beim Ortstermin kochen Wut und Ärger hoch / Anwohner: Wir werden immer wieder vertröstet

Am Heckenweg „brennt der Baum“

KRAINHAGEN. Sie wohnen seit 13 Jahren an einer Schotterpiste. Sie leben mit Staub und Dreck. Jetzt entlädt sich der Ärger der Anwohner. „Wir werden von einem Jahr aufs Nächste vertröstet und hingehalten. Wir haben die Schnauze voll“, sagt ein Anwohner, der namentlich nicht genannt werden will.

veröffentlicht am 14.09.2018 um 15:07 Uhr
aktualisiert am 14.09.2018 um 15:50 Uhr

270_0900_108203_o_begehung1_1509.jpg
DSC_4666

Autor

Leonhard Behmann Volontär zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Bei einem Ortstermin am Heckenweg im Krainhagen, an dem Kommunalpolitiker und Mitglieder der Stadtverwaltung teilnahmen, kochten Ärger und Wut hoch. Ortsbürgermeister Hermann Albers zeigte sich erstaunt: „Dass der Heckenweg ein heißes Thema ist, war bekannt, aber das hier dermaßen der Baum brennt, ist mir neu.“

Obernkirchens Bürgermeister Oliver Schäfer erklärte, dass frühestens 2020, spätestens 2022 gebaut wird. Dann soll der Heckenweg auch erweitert werden. Der Weg würde dadurch zu einer Durchgangsstraße und die Gebrüderstraße mit der Straße Am Brennigen verbinden. „Dort, wo jetzt noch Feld und Flur ist, wird zunächst eine Baustraße aus Mineralgemisch erstellt. Die sieht dann genau so aus wie der bestehende Teil des Heckenwegs“, sagt Schäfer. Erst in einem zweiten Schritt wird die Straße durchgehend gepflastert und endgültig fertiggestellt. Diese Zweiteilung der Baumaßnahme sei nötig, weil noch Wohnhäuser entlang des Heckenweges gebaut werden sollen. „Wenn wir die Straße sofort pflastern und schwere Lastwagen zu den Baustellen über die neue Straße rollen würden, würde sie vermutlich kaputt gehen – deswegen sollen die Lastwagen während der Bauzeit über die provisorische Straße rollen“, sagt Schäfer. Den Anwohnern am Heckenweg geht das nicht schnell genug. Sie wollen endlich eine feste Zusage, wann die Straße fertig ist und fordern, dass die Straße sofort gepflastert wird. „Wer weiß, wie lange es nach dem Baubeginn dann wieder dauert“, sagt ein aufgebrachter Anwohner.

Bei dem Ortstermin sorgte außerdem eine weitere Sache für Unmut. Die Anwohner wollen es nicht hinnehmen, dass während des Baus der Wohnhäuser schwere Lastwagen von der Gebrüderstraße kommend an ihren Häusern vorbeifahren. Die Lkw würden viel Staub aufwirbeln und Schlaglöcher in die Schotterpiste fahren, befürchten viele Anwohner des Heckenweges. Stattdessen sollten die Lastzüge über die Straße Am Brennningen in die dann neu gefertigte Baustraße einfahren. Das wiederum stößt bei Menschen, die dort wohnen, sauer auf. Ob die letztere Variante möglich ist, will Schäfer prüfen lassen. Zudem wollen die Anwohner, die entlang des geplanten Teils des Heckenweges wohnen, keine Fortführung des Heckenweges. Sie plädieren vielmehr für einen Wendehammer. Vermutlich ist das Motiv nicht uneigennützig, weil ein Wendehammer günstiger sein könnte, als den Heckenweg zu einer Durchgangsstraße zu machen. Schließlich würden die Anwohner bei der Ersterschließung zur Kasse gebeten werden. „Der Wendehammer könnte eventuell an einer etwas breiteren Stelle gebaut werden“, erklärt Tim Littmann. Der Ingenieur des Planungsbüros Kirchner ist mit der Planung des Bauvorhabens beauftragt. „Bisher war ein Wendehammer nie ein Thema. Wir müssen das jetzt prüfen lassen“, sagt Bürgermeister Schäfer. Ingenieur Littmann will am Computer errechnen, ob der Platz ausreicht, dass auch große Müllwagen durch den Wendehammer fahren können. „Das wird eine enge Kiste“, sagt Littmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Klar ist auch nicht, ob der derzeitige Bebauungsplan einen Wendehammer zulässt, wie Schäfer erklärt. „Außerdem müsste dann dort, wo nicht gebaut wird, der Bebauungsplan aufgehoben werden. Der Baustart könnte sich dann geringfügig nach hinten verschieben.“ Falls der Platz für einen Wendehammer nicht ausreicht, müsste man schauen, ob Grundstücksbesitzer an dieser Stelle Teile ihrer Grundstücke verkaufen, sagt Schäfer.

270_0900_108204_o_begehung2_1509.jpg



Mehr Artikel zum Thema
Kommentare