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Auch in Obernkirchen ist der frische Wind für die Rassegeflügelvereine zu spüren / Vogelgrippe wirkt sich positiv aus

Auftrieb für die Züchter

OBERNKIRCHEN. Wurde Wilhelm Struckmann früher nicht müde, bei der Eröffnung der Schaumburger Rassegeflügelschau in der Obernkirchener Liethhalle auf die massiven Nachwuchssorgen der Geflügelzuchtvereine (GZV) hinzuweisen und dabei äußerst pessimistische Töne anzuschlagen, so erlebten die Besucher in diesem Jahr einen ungewöhnlich aufgeräumten Vereinschef und Kreisvorsitzenden. Denn die Rassegeflügelzucht in Deutschland verspürt seit zwei Jahren wieder einen deutlichen Aufwind.

veröffentlicht am 14.10.2018 um 18:53 Uhr

40 Schautiere mehr als im Vorjahr gibt es bei der Schaumburger Rassegeflügelschau zu bewundern. Foto: jp
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Johannes Pietsch Reporter zur Autorenseite
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OBERNKIRCHEN. Die meisten Ortsvereine haben steigende Mitgliederzahlen zu verbuchen, und auch das Vereinsleben kommt vielerorts wieder in Schwung. In Schaumburg ist dieser Trend ebenfalls zu spüren, wie die Tierzahlen bei der diesjährigen Schaumburger Rassegeflügelschau zeigten.

40 Schautiere mehr als im Vorjahr – das Erntedankfest der Rassegeflügelzüchter in der Obernkirchener Liethhalle kann damit ein sattes Plus verzeichnen. Besonders erfreulich: Der Vereinsnachwuchs legte mit insgesamt 82 ausgestellten Tieren ebenfalls zu. Die 33. Schaumburger Rassegeflügelschau liegt damit im Trend, wie Peter Jahn, Mitglied im Vorstand des Landesverbands Hannover, deutlich machte.

Auch viele überregionale Großschauen verzeichneten gute und sehr gute Meldeergebnisse. Einzige Ausnahme bildeten dabei die Taubenzüchter, doch sie seien immer schon eine Sondersparte mit eigenen Gesetzmäßigkeiten gewesen.

eter Jahn, Mitglied im Vorstand des Landesverbands Hannover, freut sich über den guten Zuspruch. Foto: jp
  • eter Jahn, Mitglied im Vorstand des Landesverbands Hannover, freut sich über den guten Zuspruch. Foto: jp
Wilhelm Struckmann (links) und Oliver Schäfer eröffnen die 33. Schaumburger Rassegeflügelschau in der Liethhalle. Foto: jp
  • Wilhelm Struckmann (links) und Oliver Schäfer eröffnen die 33. Schaumburger Rassegeflügelschau in der Liethhalle. Foto: jp

Einer der Gründe für die unerwartet deutliche Renaissance der Rassegeflügelzucht ist ausgerechnet die Vogelgrippe: Sie führte dazu, dass eine große Zahl privater Hühnerhalter in die Vereine eintrat, um hier das Know-how zum richtigen Umgang mit der Infektion zu finden und ihre Tiere im Verein impfen lassen zu können.

Peter Jahn: „Der Trend geht immer mehr zum eigenen Huhn, und davon profitieren unsere Vereine mittlerweile sehr.“ Zwar seien viele der neu eingetretenen Mitglieder bislang „nur“ Halter von Geflügel und keine regulären Züchter, die mit ihren Tieren auch auf Ausstellungen fahren, so GZV-Vereinsvize Marco Struckmann. Doch beteiligten sie sich erfreulich stark am Vereinsleben.

„Und wir hoffen natürlich sehr, dass viele davon sich irgendwann auch einen Hahn zulegen und in die Zucht einsteigen.“ Dem stehen jedoch nach wie vor zahlreiche Hürden im Wege, nicht nur der Platzbedarf, den eine richtige Zuchtanlage für Rassegeflügelzucht mit sich bringt, sondern auch und vor allem die Beschwerde- und Klagewut von Nachbarn, die bereits beim ersten Hahnenschrei Anwälte und Gerichte gegen den gefiederten Ruhestörer in Marsch setzen. Marco Struckmann dazu: „Dieses Problem hat die Rassegeflügelzucht wirklich überall, und eine Lösung ist nicht in Sicht.“

Daneben ächzen die Rassegeflügelzuchtvereine mittlerweile – wie praktisch alle anderen Vereine auch – unter den Folgen der Datenschutzgrundverordnung. „Ich hoffe sehr, dass Sie mit dieser neuen Geißel der Menschheit klarkommen“, merkte Bürgermeister und Schirmherr Oliver Schäfer an, als er gemeinsam mit Wilhelm Struckmann die Schau eröffnete.

Die neuen Kreismeister lauten: Andreas Seifert (Wassergeflügel), Karl-Heinz Seelking (Hühner), Willi Rösener (Zwerge), Walter Schmidt (Tauben) und Hannes Block (Kreismeister Jugend Zwerge).




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