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„Der Bedarf ist da“

Awo stockt Beratungsteam um eine Stelle auf

OBERNKIRCHEN. Die Arbeiterwohlfahrt zieht um und verstärkt gleichzeitig ihr Personal: Seit dem 1. April arbeitet die Awo in einem Nebengebäude des Stifts auf einer Etage mit dem Obernkirchen-Projekt Strull & Schluke, Pädagogin Jana Bajorat ergänzt nun das bisherige Team um Anika Stahlhut und Heidi Klaus.

veröffentlicht am 08.05.2019 um 00:00 Uhr

Sie sind dienstbereit: Anika Stahlhut (rechts) und Neumitarbeiterin Jana Bajorat. Foto: rnk
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Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
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Bislang hatte die Awo ihr Büro in der obersten Etage der Sparkasse, jetzt wurden die beiden voneinander getrennten Büros bezogen.

Die Arbeit, so erklärt Heidemarie Hanauske als Awo-Geschäftsführerin, habe sich geändert: Während bis Ende 2018 eher der sogenannte aufsuchende Charakter im Vordergrund gestanden habe, seien es jetzt die Komm-Strukturen.

Soll heißen: Bislang hätten die Mitarbeiter die Flüchtlingen in ihren Wohnungen aufgesucht, um sie zu coachen und ihnen beispielsweise zu erklären, wie ein Bad geheizt oder eine Heizung abgedreht werde, so kämen nun die neuen Mitbürger zu ihnen: um Anträge auszufüllen, Fragen zur Schule, zur Gesundheitsfürsorge oder den Sprachkursen zu stellen. Die Beratung finde dazu in den Büros statt.

236 Flüchtlinge würden heute in der Bergstadt leben, erklärt Heidemarie Hanauske, das sei eine Quote von ein bis zwei Prozent, deutlich weniger als in der Kreisstadt, „Stadthagen platzt aus allen Nähten“, sagt sie, „das sind auch eine Menge Wohnungen“.

Anika Stahlhut hat vor drei Jahren ehrenamtlich mit der Arbeit für die Awo begonnen, „ich bin durch den Landkreis gereist“, erzählt die Sozialbetreuerin lachend, jetzt ist sie fest angestellt.

„Der Bedarf ist da“, sagt Hanauske mit Blick auf die beiden vollen Stellen von Stahlhut und Bajorat sowie die halbe Stelle von Heidi Klaus.

Die Zahlen für das zurückliegende Jahr schwanken ein bisschen, sie reichen von 2069 Beratungen im August bis hin zu 433 im Februar, unter dem berühmten Strich waren es 3515 Beratungen, bei denen meistens Fragen zum Aufenthaltsrecht oder zum Sozialrecht oder die sozialpädagogische und psychosoziale Beratung im Vordergrund stand.

In den ersten drei Monaten des Jahres 2019 gab es 850 Beratungen.

Hilfe zur Selbsthilfe, erklärt Hanauske, sei heute der Schlüssel in der Flüchtlingsarbeit, schließlich hätten die Flüchtlinge in ihrem Land ein eigenes Leben geführt, ehe sie hier neue Strukturen kennengelernt hätten. „Sie können ja eigenständig denken“, sagt die Geschäftsführerin, daher müsse man ihnen die neuen Strukturen nur erklären. Sei diese Erstorientierung erfolgreich verlaufen, ergänzt Anika Stahlhut, käme von den Flüchtlingen oftmals ein ganz klares Zeichen: „Wir können jetzt.“




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