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Schäden an L 442 geben Experten Rätsel auf

Blasen, Löcher, Risse

OBERNKIRCHEN. Die erst im November vergangenen Jahres für 100 000 Euro frisch asphaltierte Landesstraße 442 zwischen Obernkirchen und Buchholz löst sich auf. Die Schäden an der Fahrbahndecke sind massiv – sie geben Straßenbau-Experten Rätsel auf. „Wir können uns das nicht erklären“, sagt Markus Brockmann, Leiter der zuständigen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln, auf Anfrage.

veröffentlicht am 23.01.2019 um 16:13 Uhr
aktualisiert am 23.01.2019 um 17:40 Uhr

Straßenwärter Christian Scharnhorst inspiziert die Schäden an der Landesstraße 442. An einigen Stellen ziehen sich lange Risse durch den Asphalt, bilden sich neue Löcher. Straßenwärter flicken die Löcher mit Kaltasphalt notdürftig. Foto: leo
Leonhard Behmann

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OBERNKIRCHEN. Die erst im November vergangenen Jahres für 100 000 Euro frisch asphaltierte Landesstraße 442 zwischen Obernkirchen und Buchholz löst sich auf. Die Schäden an der Fahrbahndecke sind massiv – und sie geben Straßenbau-Experten Rätsel auf. „Wir können uns das nicht erklären“, sagt Markus Brockmann, Leiter der zuständigen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln, auf Anfrage.

Die Spezialisten sind vor allem deswegen erstaunt, weil sich die Löcher und Risse in der Mitte der Fahrbahn befinden. „Am Rand wären die Schäden ja noch zu erklären gewesen“, sagt Brockmann. Der Asphalt wird über Förderschnecken nach rechts und links verteilt. „Dann kann es schon mal passieren, dass am Fahrbahnrand zu wenig Asphaltmasse hinkommt. Aber in der Mitte kommt am meisten von der klebrigen Masse hin“, weiß Brockmann. Zudem sei gleichmäßig gewalzt worden. An der betreffenden Stelle gebe es auch keine Mittelnaht.

Fest steht: Auf einer Länge von fast einem Kilometer ist die Fahrbahn kaputt. Blasen, Löcher und Risse haben sich gebildet. Der Asphalt ist an diesen Stellen zu offenporig. „Auf einem 600 Meter langen Abschnitt tritt aus dem Fahrbahnbelag zudem Wasser aus“, sagt Brockmann. Regenwasser ist durch kleine Öffnungen in der Fahrbahndecke eingetreten und zwischen Deckschicht und die darunterliegende Tragschicht geflossen. „An einigen Stellen läuft das Wasser jetzt wieder raus“, sagt Brockmann. Möglich sei, dass dies auch die Ursache für die Löcher ist.

Drei Tage vor dem Weihnachtsfest war der Schaden entdeckt worden. Polizisten sicherten den Bereich ab und informierten die Straßenmeisterei Rinteln. Seitdem dürfen Autofahrer auf dem schadhaften Abschnitt statt der bisher erlaubten 70 Stundenkilometer nur noch Tempo 30 fahren. Straßenwärter haben einen sogenannten Geschwindigkeitstrichter aufgebaut. Warnschilder weisen zudem auf die Straßenschäden hin. Die Löcher wurden zunächst notdürftig mit Kaltasphalt verschlossen.

Bei den derzeit frostigen Temperaturen besteht die Gefahr, dass sich gefährliche Eisflächen bilden. „Wir werden den Bereich immer wieder abfahren und verstärkt kontrollieren“, sagt Karl-Heinz Klages, Leiter der Straßenmeisterei in Rinteln, auf Anfrage. Das Wasser, das aus der Fahrbahndecke austritt, kann gefrieren. „Aus diesem Grund fahren wir verstärkt Winterdienst an dieser Stelle“, sagt Klages. „Wir streuen hier im Moment lieber mehr als zu wenig“, sagt Brockmann.

Der Frost helfe aber auch, meint der Behördenleiter. „Durch die Kälte sehen wir, wo überall Schäden sind, die wir noch nicht entdeckt haben. Der Belag platzt durch den Frost ab und macht die Schäden sichtbar“, sagt Brockmann. Wenn neue Schäden entstehen, sollen diese zunächst von Straßenwärtern geflickt werden. „Die Straße muss befahrbar bleiben – sie ist eine wichtige Verbindung. Sperrungen sind keine Option“, sagt Brockmann.

Da der Schaden ein Baumangel ist, wird die Baufirma die Sanierung unter Gewährleistung erledigen, heißt es. Die Landesstraße muss in dem Bereich, wo die Schäden aufgetreten sind, abgefräst und neu asphaltiert werden. „Die Baufirma wird aber nicht die gesamte Straße asphaltieren. Es besteht nur der Anspruch, dass die Schäden beseitigt werden“, stellt Brockmann klar.




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