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Bürgermeister-Wahl: Stellen CDU und Grüne Kandidaten auf?

OBERNKIRCHEN. Verwaltungschef Oliver Schäfer (SPD) kündigte im Interview mit unserer Zeitung an, bei der nächsten Bürgermeisterwahl erneut zu kandieren. Wie sehen die anderen Fraktionsvorsitzenden diese Ankündigung? Machen sie sich Gedanken über eigene Kandidaten? Und wie bewerten sie die Bilanz von Schäfer bisher?

veröffentlicht am 01.02.2019 um 15:31 Uhr

Wer gewinnt die nächste Wahl um den Chefsessel im Rathaus?
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Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
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Die Frage, ob er eine erneute Kandidatur von Schäfer gutheißt, kann Horst Sassenberg durchaus bejahen: „Schäfer versucht, möglichst alle mitzunehmen, und das dies nun nicht immer gelingt, das ist auch klar.“ Bei der letzten Bürgermeister-Wahl habe die CDU ja nicht ohne Grund auf einen eigenen Kandidaten verzichtet. Soll heißen: Das macht eine Fraktion nicht, wenn sie mit dem Bürgermeister und seiner Amts- und Verwaltungsführung gänzlich unzufrieden ist.

Generell, so sieht es Sassenberg, komme die Frage, wie man sich in 2021 positionieren wolle, „viel zu früh“, das sei ja „noch lange hin.“ Gewählt werde erst in zwei Jahren, und man müsse erst einmal schauen, ob in der CDU-Fraktion nicht bis dahin ein, zwei jüngere Kandidaten „heranreifen“ würden, die die Frage auf des Verzichtes eines CDU-Kandidaten nicht ganz anders beantworten würden: „Das muss man sehen.“

Für die Fraktionen der Grünen hält sich Thomas Stübke etwas bedeckt: Man habe über die Frage eines möglichen Kandidaten noch nicht nachgedacht und schon gar nicht innerhalb der Fraktion gesprochen und beraten ,„aber natürlich werden wir grundsätzlich versuchen, einen eigenen Kandidaten aufzubauen.“ Stübke sieht es so: „Wir wollen Schäfer nicht einfach allein das Feld überlassen.“ Dass die Fraktion der Grünen mit der Politik von Schäfer keineswegs in allen Punkten übereinstimme, ließ Stübke durchblicken, ein konkretes Beispiel mochte er aber nicht nennen. Der frühere Fraktionsvorsitzende der Grünen hatte 2006 selbst für das Amt des Bürgermeisters kandidiert, es aber nicht in die Stichwahl geschafft.

Jung, aber politisch erfahren, weiblich und dazu ein Bundestrend, der der Bundespartei seit vielen langen Monaten Auftrieb verleiht: Da würde sich bei der Fraktion der Grünen eine Bürgermeister-Kandidatur der jetzigen Fraktionsvorsitzenden geradezu anbieten, oder? Doch Christina Luise Steinmann winkt sofort ab: „Nein, ich werde nicht kandidieren, ganz sicher nicht.“ Das Bürgermeister-Amt sei der klassisches Verwaltungsjob, sagt sie, „ das wäre nichts für mich“. Als Bürgermeisterin wäre sie immer finanziell an die Politik gebunden, „das würde mich einschränken“.

Doch generell sei es wünschenswert, wenn die Bergstadt-Grünen mit einem eigenen Kandidaten gegen Schäfer antreten würden, was Steinmann allerdings nicht in erster Linie als Votum g e g e n den jetzigen Amtsinhaber verstanden wissen will, sondern als Entscheidung f ü r etwas: für eine Auswahl bei den Kandidaten, „für mehr Belebung.“

Gesucht werde aber in den nächsten Monaten ein möglicher Kandidat, sagt Steinmann, der Lust auf das Amt hat und sich natürlich den grünen Grundgedanken verpflichtet fühlt. Schön wäre es auch, sagt sie noch, wenn dieser Kandidat das Schaumburger Land schätzen oder gar lieben würde, aber wichtiger sei dies: „Er oder sie muss eine Leidenschaft für Obernkirchen mitbringen.“




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