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Kirchenmobil ausgezeichnet

Das Feuer des Glaubens neu entfachen

OBERNKIRCHEN. Zum achten Mal hat die Bergmoser + Höller Stiftung ihren sogenannten Verkündigungspreis vergeben, dritter Preisträger war in diesem Jahr das Kirchenmobil St. Mary’s.

veröffentlicht am 25.04.2019 um 00:00 Uhr

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Autor

Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
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„Ich bin dann mal weg!“ – Seit Hape Kerkelings Buch sei das Pilgern wieder in, doch auch Kirche müsse das Pilgern lernen, führte Laudator Matthias Brodowy, Kabarettist mit katholisch-theologischem Hintergrund, die Verleihung des dritten Preises an das Kirchenmobil ein.

Und genau das mache das Team: Sich aus den dicken Mauern der großen Sandsteinkirche herauszuwagen zu den Menschen, um dann „einfach mal da zu sein“ und zuzuhören, mit Gottvertrauen und Haferkeksen – und nicht den obligatorischen „Kirchenkeksen“. Ein leuchtend blauer Bauwagen, vier schmale Fenster, drinnen einladende gelbe Sofas, an der Rückwand eine Kommode mit Kreuz und Kerzenleuchtern – das ist das Kirchenmobil „St. Marys“, ein Projekt der Evangelischen Jugend, betrieben von Ehrenamtlichen der Kirchengemeinde. Überall da, wo Kirche präsent sein sollte, taucht es seit drei Jahren auf: bei Stadtfesten und Jugendfestivals oder Antinazidemos. Julia Schönbeck, Theologiestudentin und Projektleiterin nahm stellvertretend für die vielen Ehrenamtlichen, die hinter den Kulissen stehen, Urkunde und Scheck über 2000 Euro als dritten Preis an und freute sich, „dass man heute mit einem Konzept des Zuhörens einen Verkündigungspreis gewinnen kann“.

Erster und mit 5000 Euro dotierter Preisträger ist das Projekt „Gebet.Zeit“. 2017 entstand dieses Format in der Tradition des ewigen Gebets. 72 Stunden können Besucherinnen und Besucher Tag und Nacht in einer noch erhaltenen ehemaligen Krankenkapelle eines Klosters an 20 Stationen beten, umrahmt von Veranstaltungen und Ausstellungen, eingetaucht in eine besondere Lichtatmosphäre. Die Resonanz ist groß und positiv, bei Kirchenfernen und Gottsuchern wie bei kirchlich sozialisierten Menschen,

Der zweite Preis, dotiert mit 3000 Euro, geht an den Verein Lebenswasser Sonneberg des evangelischen Gemeindezentrums Wolkenrasen, der einen Ort geschaffen hat, an dem sich Kinder in einer Atmosphäre der Wertschätzung und Verlässlichkeit bei Basteln, Musizieren und Toben entfalten können und zugleich offene Ohren für ihre Alltagssorgen finden.

In seiner Ansprache stellte der Kuratoriumsvorsitzende Karl Höller das Glaubenszeugnis verfolgter und geflohener syrischer Christen dem Stiftungsziel, kleinste Zeichen eines gläubigen Aufbruchs im Alltag aufzuspüren und auch noch zu prämieren, gegenüber. Es sei der drastische Vertrauensverlust und Mitgliederschwund der christlichen Kirchen, der diese Aufgabe der Stiftung ebenso überlebensnotwendig mache für den christlichen Glauben, wie es auch die Arbeit aller drei Preisträger in ihren Projekten sei. Das Feuer des Glaubens neu zu entfachen, dazu stehe auch er, bekannte Laudator Matthias Brodowy, „nicht nur im Alltag, sondern auch auf der Bühne“.




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