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Mal sanft, mal kräftig

Diakoniestiftung: Konzert der Kontraste

OBERNKIRCHEN. Das Benefizkonzert der Diakoniestiftung des Kirchenkreises Grafschaft Schaumburg erwies sich als musikalisches Angebot der Kontraste: Mal sanft, mal kräftig, mal laut, mal leise. Zu hören waren die Kirchenband „joy4you“ und Regina Ackmann an der Kirchenorgel

veröffentlicht am 30.04.2019 um 00:00 Uhr

Die Kirchenband „joy4you“ .
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Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
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OBERNKIRCHEN. Als Gary Brooker vor einem halben Jahrhundert die Musik zu seinem Song „Ein hellerer Blasston“ komponierte, bediente er sich bei Johann Sebastian Bachs Air aus der Suite Nr. 3 D-Dur. Eine gute Wahl, denn „A Whiter Shade of Pale“ verkaufte sich über sechs Millionen Mal und wurde sofort zu einem modernen Klassiker. Beim Benefizkonzert der Diakoniestiftung des Kirchenkreises Grafschaft Schaumburg wurde der Hit von der Kirchenband joy4you angestimmt und passte bestens, sowohl zum Repertoire als auch zum Ort, der Stiftskirche: Bach ist hier immer stimmig.

Es war ein heiteres Konzert, in dem sich die Kirchenband und Regina Ackmann an der Orgel abwechselten, die schon früh die gewöhnliche herrschende Erhabenheit eines Kirchenkonzertes in ein heiteres Grinsen überführte: mit „My Beethoven“ von Andreas Willscher. Denn präsentiert in bester Ragtime-Manier fanden hier berühmte Themen und Motive aus dem Schaffen von Ludwig van Beethoven nahtlos Eingang in den Ablauf des Stückes, das von einer großen Portion musikalischen Humors und Spielwitz gekennzeichnet ist. Es erklangen unter anderem „Für Elise“, der langsame Satz der Klaviersonate „Pathétique“, der Beginn der 5. Symphonie und das berühmte Motiv aus der 9. Symphonie „Freude schöner Götterfunken“. Wirklich witzig.

Man habe sich lange auf die Kombination gefreut, erklärte Wilhelm Meinberg von der Kirchenband: hier ein bisschen Rock, dort Ackmann an der Orgel, ein Konzert, mit leisen und lauten Tönen, mal sanft, mal kräftig, ein Konzert der Kontraste. Ackmann spielte vorwiegend Kompositionen von Michael Schütz, der traditionelle Musikstile mit Popularmusik verbindet; joy4you hatte weitere wertige Hit-Variationen im Repertoire: „Tears in Heaven“ von Eric Clapton, „Shallow“ von Lady Gaga und „Fragile“ von Sting, doch den stärksten Eindruck hinterließ „Unser Gott ist heilig“ von Albert Frey: mächtig vorantreibend, mit Soul und Funk. Dazwischen, sehr erhaben und gleichzeitig nordisch kühl: „Die Morgenstimmung“ von Edvard Grieg, die Ackmann anstimmte.

Regina Ackmann kann auch Ragtime im Beethoven-Stil. Fotos: rnk

Ernstere Töne schlugen zwischendurch die Redner an. Angelika Held, stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende in Kathrinhagen-Rolfshagen, zitierte aus dem „Matthäus-Evangelium“ jene Passage, in der es um die Armen, Obdachlosen, Kranken, ja, um Verbrecher im Gefängnis geht. Die Botschaft: Wir dienen Jesus gerade dann, wenn es nicht er ist, dem wir dienen, sondern einfach nur diejenigen, die unsere Hilfe und Nähe brauchen.

Martin Barwich führte als Geschäftsführer des Diakonischen Werkes beispielhaft für die Arbeit der Diakonie drei Projekte auf, die sie laufend unterstütze: „Augen auf“, eine Initiative der Kirchengemeiden Hessisch Oldendorf, in der Jugendliche Projekte gegen Kinderarmnut initiieren und durchführen; „Das Gartenprojekt“, bei dem Menschen mit keinem oder geringem Einkommen Obst und Gemüse anbauen können, und die „Hol(l)ydays“, ein Bildungs- und Freizeitangebot der Kirchengemeiden Kathrinhagen-Rolfshagen für Kinder in den Sommerferien.

„Diese Gemeinschaft in unsren Gemeinden zu leben, sich gegenseitig zu unterstützen und mit denen zu teilen, die gerade bedürftig sind, das ist eine Aufgabe unserer Diakoniestiftung“, erklärte Geschäftsführer Barwich.




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