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Die große Frage: „Will man den Teich erhalten?“

GELLDORF. Was wird aus dem am historischen Backhaus gelegenen Dorfteich? Ausbaggern oder zukippen? Mit dieser Frage hat sich der Ortsrat in seiner jüngsten Sitzung befasst. Hintergrund ist, dass das 1988 durch eine künstliche Erweiterung des Liethbachs angelegte, von dem Bach gespeiste Gewässer allmählich verlandet.

veröffentlicht am 27.05.2019 um 12:07 Uhr
aktualisiert am 27.05.2019 um 23:10 Uhr

Nach Aussage von Ortsbürgermeister Andreas Hofmann möchte die Gelldorfer Bevölkerung, dass der Dorfteich erhalten bleibt. Foto: wk
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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GELLDORF. Was wird aus dem Dorfteich am historischen Backhaus? Ausbaggern oder zukippen? Mit dieser Frage hat sich der Ortsrat Gelldorf in seiner jüngsten Sitzung befasst. Hintergrund ist, dass das 1988 durch eine künstliche Erweiterung des Liethbachs angelegte, von dem Bach gespeiste Gewässer allmählich verlandet.

Hierzu erklärte Matthias Dornbusch, Leiter des Amtes für Kreisstraßen, Wasser- und Abfallwirtschaft des Landkreises Schaumburg, dass es sich bei diesem Problem um ein natürliches Phänomen handelt.

Demnach werden durch den Bach im Wasser mitgeführte Sedimente in den Teich geschwemmt, die sich dort absetzen. Die dadurch bedingte Verlandung macht es dann irgendwann erforderlich, den Teich auszuräumen, um den früheren Zustand wiederherzustellen.

In diesem Kontext merkte der Experte an, dass der ausgebaggerte Teichschlamm durchaus mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet sein könnte. Sollte dies der Fall sein, würde dies die Entsorgung des Aushubes recht aufwendig und teuer machen.

Im Übrigen ist es nach Auskunft von Dornbusch möglich, dass so ein Teich in einem heißen, trockenen Sommer infolge einer starken Erwärmung des Wassers bei gleichzeitig hohem Nährstoffeintrag aufgrund der einsetzenden Sauerstoffzehrung „umkippt“.

„Man muss mit der Sedimentation leben“, betonte der Amtsleiter. Die politische Frage, die sich stellt, ist ihm zufolge vielmehr: „Will man den Teich erhalten?“

Soll der Dorfteich bleiben, wäre es nach Darstellung von Dornbusch beispielsweise möglich, den Teich nur noch von der rückwärtigen Seite her durch den Bachlauf zu speisen, um so einen Sediment-Eintrag durch den Bachlauf zu verhindern. Alternativ könnte man den Teich auch gänzlich vom Fließgewässer abkoppeln, sodass dieser stattdessen nur noch mit Grundwasser gespeist werden würde.

Ferner war von Dornbusch zu erfahren, dass eine Räumung des Teiches wasserrechtlich nicht, naturschutzrechtlich jedoch sehr wohl genehmigungspflichtig ist. Daher empfahl er, solch ein Vorhaben im Vorfeld mit der Naturschutzbehörde des Landkreises Schaumburg abzustimmen, was allerdings nicht einfach sei. Aber: Man muss den Dorfteich nicht erhalten, sondern kann ihn durchaus auch verlanden lassen, so der Fachmann.

Die Bevölkerung wolle den Teich gerne erhalten, sagte Andreas Hofmann, der Ortsbürgermeister des Dorfes. Jedoch habe die Ortschaft Gelldorf nicht die finanziellen Mittel für eine Umgestaltung des Teiches. Daher habe er bei der Stadt Obernkirchen angeregt zu prüfen, ob dafür etwaige Fördergelder in Anspruch genommen werden können. Aber selbst dann müsste Hofmann zufolge die Stadt die verbleibenden Kosten tragen, da Gelldorf das nicht leisten könne.

Die im Ortsrat diskutierte Idee, die Qualität des Teichwassers im Rahmen eines Unterrichtsprojektes kostenlos von Schülern der Bückeburger Blindow Schulen untersuchen zu lassen, um dadurch der Ursache für die zunehmende Verlandung herauszufinden, kommentierte Dornbusch so: Dies könne man sich sparen, da solch eine Wasseranalyse das Problem (Sedimentation) nicht löse.

Gegen eine Wasseruntersuchung sprach sich auch das Ratsmitglied Achim Pohl aus: „Vielleicht finden wir da ja tolle Dinge“, gab er zu bedenken.

Am Ende dieses Tagesordnungspunktes fasste der Ortsrat sinngemäß den Beschluss, einen Planungsauftrag zu formulieren mit dem Ziel, den Dorfteich in eine „andere Form“ zu bringen, wobei der Teich nach einer möglichen Umgestaltung nicht weniger attraktiv sein sollte.




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