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E-Center-Künneke: „Ladendiebstahl ist ein echtes Problem“

Von fünf bis 1500 Euro – die Bandbreite bei Ladendiebstählen im E-Center Künnecke sei enorm, berichtet Inhaberin Daniela Künnecke. Nicht nur für sie als Unternehmerin sei das ein „echtes wirtschaftliches Problem“. Denn für Ladendiebstahl gibt es keine Versicherung. „Wenn einer für 200 Euro klaut, dann könnte er mir das Geld auch aus der Tasche ziehen“, so Künnecke. Auch für die Kunden könne das durchaus Grund für Preiserhöhungen sein, „denn die Verluste müssen wir irgendwie ausgleichen“.

veröffentlicht am 16.01.2019 um 18:29 Uhr

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Autor

Jakob Gokl Stv. Chefredakteur zur Autorenseite

Daher habe sie ein Sicherheitsunternehmen beauftragt, ein Auge auf mögliche Langfinger zu haben. „Und eigentlich wird auch jedes Mal zumindest einer erwischt“, berichtet Künnecke. Die Bandbreite reiche von den Teenagern, die Energydrinks mitgehen lassen, bis zu professionellen Diebesbanden aus dem Ostblock.

Einmal seien etwa Zigaretten im Wert von etwa 1500 Euro entwendet worden. „Diebstahl ist eines der Dinge, die dem Handel am meisten wehtun“, so Künnecke. Waren im Wert von rund 3,5 Milliarden Euro wurden im Jahr 2017 nach Angaben von Branchenvertretern in Deutschland entwendet, zwei Drittel davon durch Kunden.

Die fleißigsten Langfinger seien nicht Jugendliche bei Mutproben – „die stellen sich oft blöd an“, berichtet Künnecke –, sondern Menschen in mittlerem Alter. Dabei handele es sowohl um Deutsche als auch um Ausländer. Aber auch Senioren würden immer wieder beim Ladendiebstahl ertappt. „Das sind oft traurige Geschichten“, so Künnecke.

Ein Fall ist ihr besonders in Erinnerung geblieben. Ein Rentner versuchte erfolglos, ein kleines Test-Fläschchen Parfüm zu stehlen. „Seine Frau hatte Geburtstag, und er hatte kein Geld für ein Geschenk“, erzählt Künnecke. „Das hat mir wirklich das Herz gebrochen. Wir haben keine Anzeige erstattet, wir haben ihm stattdessen das Parfüm geschenkt.“jak




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