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Gruppe „Atelier Vielfalt“ orientiert sich an Sichtweise des Malers Mark Rothko

Echtes Kunststück: Neue Ausstellung in der Infogalerie

OBERNKIRCHEN. Mit ihrer Ausstellung in der Infogalerie, die am Sonntag eröffnet wurde, ist den Mitgliedern der Gruppe „Atelier Vielfalt“, ein echtes Kunststück gelungen. Obwohl die einzelnen Werke von zehn Menschen ganz individuell gestaltet wurden, ergeben sie im Zusammenhang doch ein stimmiges Ganzes.

veröffentlicht am 23.07.2018 um 17:38 Uhr
aktualisiert am 23.07.2018 um 22:40 Uhr

Die Hobby-Künstlerinnen vom „Atelier Vielfalt“ bei der Vernissage zu ihrer aktuellen Ausstellung in der Info-Galerie Obernkirchen. Foto: cm
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Claudia Masthoff Reporterin
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„Wir haben uns thematisch an der Sichtweise des Malers Mark Rothko orientiert“, erläuterte Liselotte Dehler-Schmahl anlässlich der Vernissage den Gedanken hinter der aktuellen Ausstellung. „Typisch für diesen ist die Farbflächenmalerei. Rothko hat seine Bilder damals in erster Linie als dekorative Elemente angesehen, die einem Raum eine bestimmte Atmosphäre verleihen konnten“, fährt die Sprecherin der Kreativen vom Atelier Vielfalt fort. „Der 1970 verstorbene Künstler wäre sicher sehr erstaunt, wenn er erfahren würde, dass seine ‚Dekoration‘ heute für Millionenbeträge auf Auktionen versteigert wird.“

Auch einen weiteren wichtigen Grundsatz Rothkos haben die Hobby-Künstlerinnen aufgegriffen. „Rothko hat für seine Bilder nur natürliche Farben, wie man sie aus Mineralien und Steinen gewinnen kann, benutzt. Für den aus Russland stammenden Maler war das ein Zeichen seiner Erdverbundenheit.“

Um auch diesem Aspekt in ihrer Ausstellung Ausdruck zu verleihen, haben die Obernkirchnerinnen einen ganz eigenen Weg gefunden: Zwar sind ihre Bilder durchaus mithilfe moderner synthetischer Farben entstanden, doch für deren farbliche Gestaltung haben die größten Schätze der Erde, nämlich Edelsteine, Pate gestanden. Und die wiederum, das ist wirklich etwas Besonderes, tragen auch selbst ihren Teil zur Gesamtwirkung bei. Sie sind in Form wunderschöner Ketten den einzelnen Bildern zugeordnet. Ergänzt wird das Ganze durch eine Reihe von Specksteinskulpturen, die zum Staunen und Anfassen einladen.

Es lohnt sich also, der Info-Galerie in der Friedrich-Ebert-Straße mal wieder einen Besuch abzustatten. Und man sollte ruhig etwas Zeit mitbringen, denn beim genaueren Betrachten der erst so homogen wirkenden Ausstellung, lässt sich feststellen, dass jede Künstlerin doch ihren ganz eigenen Ausdruck und ihre eigene Interpretation für das gemeinsame Thema gefunden hat. Eine kleine Geschichte am Rande: Bei der Vorstellung der einzelnen Bilder gab es einen Moment, in dem das Publikum kurzfristig den Atem anhielt. „Genau diese Farben, die Abstufungen von Grau bis Schwarz, findet man in Rothkos letztem Bild – vor seinem Selbstmord“, so Dehler-Schmahls trockener Kommentar zum Werk von Dörte Worm-Kressin. Zur Erleichterung der Zuhörerschaft konnte die Künstlerin jedoch umgehend versichern, dass sie, anders als der große Maler damals, durchaus noch jede Menge Freude am Leben hat.

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