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Nach Ölbekämpfungseinsatz – Bürgermeister sucht Zeugen / Polizei leitet Verfahren ein

Eine teure Angelegenheit

OBERNKIRCHEN. Auch am Tag zwei nach dem großen Ölbekämpfungseinsatz in Krainhagen (wir berichteten) ist der Verursacher immer noch unbekannt. Bürgermeister Oliver Schäfer hat über soziale Netzwerke an die Bevölkerung appelliert, mitzuhelfen, den Verursacher zu finden. Viel Hoffnung hat er nicht: „Wir werden wohl auf den Kosten sitzen bleiben“ – und die Bekämpfung von Ölspuren ist keine billige Angelegenheit.

veröffentlicht am 19.12.2018 um 17:15 Uhr
aktualisiert am 19.12.2018 um 19:30 Uhr

Mit einer Spezialmaschine wird Wasser mit einem Druck von 200 bar auf die glitschige Fahrbahn gesprüht. Wird der Verursacher der Ölspur nicht gefunden, bleibt die Stadt auf den Kosten sitzen. Foto: leo
Leonhard Behmann

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OBERNKIRCHEN. Auch am Tag drei nach dem großen Ölbekämpfungseinsatz in Krainhagen (wir berichteten) ist der Verursacher immer noch unbekannt. Für die Polizei ist der Fall dennoch nicht erledigt. Sie ermittelt wegen Umweltverschmutzung gegen unbekannt – das ist eine Straftat. Die Beamten haben das gesuchte Fahrzeug bisher nicht ausfindig machen können. „Wir sind jetzt auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen“, sagt Hauptkommissar Axel Bergmann.

Obernkirchens Bürgermeister Oliver Schäfer hat über soziale Netzwerke an die Bevölkerung appelliert, dabei mitzuhelfen, den Verursacher zu finden. „Wer verdächtige Beobachtungen gemacht hat, kann sich im Rathaus melden“, schreibt er auf Facebook. Viel Hoffnung hat er nicht: „Wir werden wohl auf den Kosten sitzen bleiben“, sagt Bürgermeister Schäfer.

Die Bekämpfung von Ölspuren ist keine billige Angelegenheit. Am Montagnachmittag waren außer Polizei und Feuerwehr auch der Bauhof und ein privates Unternehmen im Einsatz. Mit einer Spezialmaschine reinigte eine Firma die Asphaltdecke porentief. Das Fahrzeug sprühte Wasser mit einem Druck von 200 bar auf die verschmutzte Fahrbahn. Dadurch wurden die Betriebsstoffe vom Belag entfernt. Anschließend wurde das Wasser-Öl-Gemisch in einen Tank gesaugt. Die Kosten für die Beseitigung von Öl hängen von der Menge des zu entsorgenden Wasser-Öl-Gemisches, der Länge der Ölspur und der Einsatzdauer ab.

Bei der letzten Ölspur in Krainhagen musste auch die Feuerwehr ausrücken. Foto: leo

„Bei einem ähnlichen Fall, der sich vor ein paar Jahren ereignet hatte, fielen Kosten in Höhe von 5500 Euro an“, erzählt Schäfer. Damals zog sich eine 1,2 Kilometer lange Ölspur quer durch das Obernkirchener Stadtgebiet. Zahlreiche Straßen mussten mit der Spezialkehrmaschine gereinigt werden. Am Montag verlief die Dieselspur vom Ahornweg in Krainhagen über Ahnsen und Bergdorf bis zur Ahnser Straße in Bückeburg Die Spur war rund fünf Kilometer lang – ein großer Teil verlief durch die Stadt Obernkirchen. „Wir rechnen mit hohen Kosten im vierstelligen Bereich“, sagt Schäfer auf Nachfrage. Die Ölbekämpfungsmaschine musste die Straßen teilweise mehrere Male abfahren, um sie vollständig reinigen zu können. „Das erhöht die Kosten zusätzlich“, erklärt der Bürgermeister. Eine Rechnung für den Einsatz am Montag liegt dem Rathaus noch nicht vor.

Da die Feuerwehr Krainhagen im Einsatz war, um den Verkehr abzusichern und Autofahrer mit Blaulicht zu warnen, fallen auch hier Kosten an. „Die Fahrzeuge, die im Einsatz waren, kosten auch Geld“, sagt Schäfer. Möglich sei zudem, dass Arbeitgeber den Verdienstausfall für ihre Mitarbeiter, die im Feuerwehreinsatz waren, bei der Stadt geltend machen. „In der Regel bekommen die Mitarbeiter ihren Lohn weitergezahlt, und der Arbeitgeber will sich das Geld dann von uns wieder holen“, sagt Schäfer.

Auch Selbstständige können sich den Verdienstausfall erstatten lassen. Was die Stadt zahle, würde sich nach dem jeweiligen Lohn des Mitarbeiters bemessen, erklärt Schäfer. Bisher habe sich noch kein Arbeitgeber gemeldet. „Endgültig steht aber auch erst am Ende des Monats fest, was der Einsatz gekostet hat“, sagt Schäfer.

Auch der Noteinsatz der Bauhofmitarbeiter schlägt zu Buche. Die genaue Höhe der Kosten können auch hier nicht beziffert werden. „Da der Einsatz außerhalb der Arbeitszeiten des Bauhofes stattfand, werden den eingesetzten Arbeitern die Überstunden bezahlt“, sagt Schäfer.

Der Bürgermeister hofft, dass sich der Verursacher doch noch bei der Stadt meldet. „Dann würde dessen Haftpflichtversicherung die Kosten übernehmen, und die Stadt bliebe nicht auf den Kosten sitzen“, sagt Schäfer.

Wer etwas Verdächtiges beobachtet hat oder Hinweise auf den Verursacher geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizei, Telefon (0 57 22) 9 59 30, zu melden.




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