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Durchwachsenes Fazit

Förderverein Eisenbahn: „Sind keinen Schritt weiter“

OBERNKIRCHEN. Es ist ein durchwachsenes Fazit, das der Vorsitzende des Fördervereins Eisenbahn Rinteln-Stadthagen zum Saisonende zieht: Regelfahrten waren eher mäßig besucht, dafür gibt es keine Klagen über den Fahrzeug-Zustand. Die Reaktivierung der Strecke für den Personennahverkehr ist allerdings nicht in Sicht.

veröffentlicht am 14.11.2018 um 15:47 Uhr
aktualisiert am 14.11.2018 um 19:30 Uhr

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Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
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Das ehrenamtliche Personal sei gut ausgelastet, auch wenn man nur wenig Personal habe, „aber das ist okay so, da das Team stimmt“, sagt Thomas Stübke. Und die Zusammenarbeit mit der Dampfeisenbahn Weserbergland und den Eisenbahn-Freunden Lippe und Minden sei wirklich gut, als Indiz dürfe man den ersten gemeinsamen Kalender für 2019 werten.

Als Konsequenz werde man mit Blick auf die Resonanz im nächsten Jahr die späten Fahrten, also ab 16.50 Uhr, nicht mehr anbieten, es bleibe aber bei insgesamt vier Fahrten von April bis Oktober, jeweils am dritten Sonntag.

Ob der Verein allerdings 2019 die Sonderfahrt Industriekultur von Rinteln nach Stadthagen anbieten werde, sei noch nicht abschließend geklärt, meinte Stübke, möglicherweise reiche auch die Fahrt von Stadthagen nach Obernkirchen,“ es gibt genug, was wir dabei zeigen und erklären können“, da könne man vielleicht die Schwerpunkte „auf ein paar Besonderheiten setzen“. Zudem wird sie wohl 2019 über „Schaumburger Land Tourismus“ organisiert werden.

Auch die Zahl der Sonderfahrten sei 2018 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen, aber bei der Ursachenforschung muss Stübke passen: „Das wissen wir nicht, aber wir spekulieren auch nicht über die Gründe. Das ist einfach so.“ Man könne die Nichtbuchenden ja nicht befragen.

Der Schienenbus befinde sich in einem guten Zustand, weil sich das Team um Ulrich van de Weyer in Rinteln stark um das Fahrzeug kümmern würde, „sie stecken viel Zeit rein“, erklärt Stübke, der Streckenzustand sei zudem „zufriedenstellend“. Beim eigentlichen Ziel, der Reaktivierung der Strecke für den Personennahverkehr, so der Vorsitzende, „sind wir keinen Schritt weiter.“ Es habe „keine erkennbare Bewegung“ in diesem Jahr gegeben. Der Verein werde aber einen Leader-Antrag stellen, um die Infrastruktur zu verbessern, etwa an den Bahnsteigen oder bei der gesamten Gleisanlage, die erneuert werden müsse, zudem gebe es nicht nur am Höheweg Brücken, die saniert werden müssten. Das gesamte Investitionsvolumen bezifferte Stübke mit zehn Millionen Euro, die allerdings zu 90 Prozent bezuschusst werden, „wir müssen in Schritten vorwärtsgehen, um überhaupt eine Perspektive für unsere Vision der Reaktivierung zu bekommen.“ Auf die Kommunen in Rinteln, Stadthagen, Eilsen und Obernkirchen sowie natürlich den Landkreis setzt Stübke derzeit keine großen Hoffnungen: „Sie lassen uns gewähren, ohne die Perspektive zu sehen, die der Schienenverkehr aufzeigt.“ Man müsse, so Stübke, gar nicht einmal den Klimawandel bemühen, um zu sehen, dass ein Wandel hin zur ökologischen Mobilität dringend erforderlich sei: „Die Schiene ist dabei eine zukunftsweisende Option.“

„Wir wollen bewusst etwas dagegen setzen“, sagt Stübke mit Blick auf den überbordenden Auto- und Lkw-Verkehr, und verweist auf den Landkreis Lüneburg: Dort hat der Verkehrsausschuss ein Gutachten angefordert, mit dem die Bahnstrecken Lüneburg-Bleckede und Lüneburg-Soltau wieder zum Leben erweckt werden sollen. Dort, sagt Stübke, marschiert der Landrat bei der Frage nach der Reaktivierung der Strecke vorneweg. Übertragen auf den Schaumburger Landkreis, würde bei einer Reaktivierung der wasserstoffgetriebene Triebwagen von Rinteln über Bad Eilsen und Obernkirchen an den Taktknoten des Deutschlandtakts Hannover angekoppelt. In der Praxis würde dies bedeuten, „dass man in 90 Minuten in Hannover ist und zwei Stunden später in Berlin“, sagt Stübke.




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