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Viel Spaß für viele Zuschauer

Freibad: Förderverein gewinnt mal wieder eine Eiswette

OBERNKIRCHEN. Die diesjährige Eiswette bezieht ihre Spannung aus dem, was das große Becken ziert: gefrorenes Oberflächenwasser, milchig grau, und niemand weiß, wie dick die Masse ist. Also kann im Obernkirchener Sonnenbrinkbad zwei Stunden lang locker spekuliert werden: Trägt das Eis?

veröffentlicht am 04.02.2019 um 16:29 Uhr
aktualisiert am 05.02.2019 um 18:36 Uhr

Eiswette
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Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
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Es trägt, wie sich 20 Minuten nach 15 Uhr zeigen wird, und dies ist bei der Eiswetter meist die Ausnahme: In aller Regel ist die Wasserfläche eisfrei, und der Förderverein verliert seine Wette. Schließlich wagt er Jahr um Jahr die kühne Prognose, dass man an einem frühen Sonntag im Februar trockenen Fußes über das Becken spazieren kann.

Ins Leben gerufen wurde die Eiswette vor fast zwei Jahrzehnten vom Förderverein, um den Bürgern ins Gedächtnis zu rufen, dass der Winter gut zur Hälfte um ist und sich die neue Badesaison fast in Sichtweite befindet. Die Auflage 2019 wird in guter Erinnerung bleiben: Deutlich mehr Zuschauer als im vergangenen Jahr, und die Wette selbst ist deutlich länger und damit unterhaltsamer als der Vorgänger im Jahr zuvor: Sechs prominente Schaumburger sollten den Gang aufs Eis wagen, und zumindest bei den drei Berufspolitikern würde ein Einbrechen sicherlich hübsche Bilder ergeben, die weit über den Tag hinaus im Archiv griffbereit lagern würden.

Es kommt aber anders. Weder die Bundestagsabgeordneten Maik Beermann (CDU) und Marja-Liisa Völlers (SPD) noch Landrat Jörg Farr brechen ein, auch Olaf Dierking als Marktbereichsleiter der Sparkasse, Werner Nickel als Pressesprecher des Golf-Clubs Schaumburg und Journalistin Verena Gehring bleibt das Bad im fraglos furchtbar kalten Wasser erspart – vorerst. Wobei sich Nickel und Völlers als coole Socken erweisen: Für den Gang übers Eis ziehen sie sich nicht mal um: Her mit der Rettungsleine – und ab aufs Eis, in Zivil.

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Umziehen für einen Gang über das ungewisse Eis? Werner Nickel verzichtet dankend. Es geht ja auch gut.

Der Förderverein also hat die Wette gewonnen, es schließt sich noch ein nettes Spielchen an, bei der die sechs Prominenten, die in zwei Mannschaften antreten, ein Loch ins Eis hacken müssen, damit eine luftige, aufblasbare Liege ins Becken gelassen werden kann, von der aus kleine gelbe Quietscheentchen an ein weiteres Loch im Eis geschossen werden müssen. Und als Beermann beginnt, für die Luftliege einen Weg ins Eis zu hauen, da lässt sich erahnen, wie dick das Eis wirklich an diesem Tag ist: Der Politiker muss richtig loshauen, damit das Eis auch bricht. Als Farr helfen will, rutscht er ab und nimmt ein kurzes Bad im Wasser, dabei hatte er noch eine Stunde zuvor im Gespräch mit Moderator Giovanni Di Noto erklärt, was er nicht möchte: in diesem Jahr baden gehen, weder politisch noch hier an diesem Tag im Freibad Obernkirchen. Doch das gelingt weder ihm noch Beermann oder Gehring. Alle werden nass.

Einen kleinen Einblick in eine recht junge Extremsportart, die erst seit 2009 organisiert angeboten wird, geben abschließend Marcus Reineke und Florian Battermann. Es geht um „Eisschwimmen“; das ist Schwimmen bei einer Wassertemperatur von unter fünf Grad Celsius. Reineke wurde 2017 in seiner Altersklasse Weltmeister über 1000 Meter.

Wie geht es weiter? Am Freitag, 27. April, soll die diesjährige Schwimmsaison eröffnet werden. Es wäre das zweite Jahr unter der Leitung des Fördervereins und erneut eine Eröffnung sehr spät im Jahr.

In der Politik bliebt das Freibad erst einmal auf der Tagesordnung: Die Gruppe SPD/WIR strebt für erforderliche Sanierungsarbeiten EU-Fördermittel an. Daher sollen im Doppelhaushalt 2019/2020 der Stadt pro Jahr 50 000 Euro zur Kofinanzierung eingesetzt werden. Zusammen mit möglichen Fördergeldern könnten dann ungefähr 200 000 Euro in die Infrastruktur des Bades zur Zukunftsabsicherung investiert werden, rechnet die SPD auf ihrer Internet-Seite vor. Die Arbeiten würden nach Ende der nächsten Saison beginnen können, vorausgesetzt natürlich, der Antrag werde angenommen und rechtzeitig bewilligt.

Konkreter mochte Jörg Hake als Vorsitzender der SPD/WIR-Fraktion am Rande der Eiswette nicht werden: Man müsse erst einmal abwarten, ob und was förderfähig erscheine.




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