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Kleine Tiere, große Wirkung

Für die Artenvielfalt: Aktionen auf nächsten Wochenmärkten

OBERNKIRCHEN. Unter dem Motto „Danke, allen Bienen und Insekten!“ wird das regionale „Aktionsbündnis Obernkirchen“ für das laufende Volksbegehren-Artenvielfalt.Jetzt! am 16. und 23. Oktober auf dem Wochenmarkt zeigen, wie lebenswichtig die Bestäubungsleistung der Insekten für Menschen, Tiere und ihre Lebensräume ist.

veröffentlicht am 14.10.2020 um 10:59 Uhr

„Gerade jetzt zur Erntezeit wird deutlich, dass wir ohne die fleißigen Helferinnen, die unsere Pflanzen bestäuben, viele Obst- und Gemüsefrüchte gar nicht ernten könnten“, heißt es in einer Mitteilung der Nabu-Geschäftsstelle Schaumburg: Etwa 80 Prozent der Wild- und Nutzpflanzen sind auf die Bestäubung von Insekten angewiesen. Von den 107 weltweit am häufigsten angebauten Kulturpflanzen werden 91 in unterschiedlichem Ausmaß bestäubt. Eine zentrale Rolle spielen Honigbienen, aber auch wilde Insektenarten sind wichtige Bestäuber, etwa Wildbienen und verschiedene Schmetterlingsarten sowie auch Fliegen und Mücken. Würden alle Bestäuber ausfallen, hätte dies, Schätzungen zufolge, Ernteeinbrüche um bis zu 90 Prozent zur Folge. Erdbeeren und Kirschen, Äpfel, Kürbis, Wassermelonen sowie Gurken, Raps, aber auch Kaffee und Kakao bringen reiche Erträge, wenn sie von Wildbienen oder anderen Insekten bestäubt werden. Schätzungen zufolge würde ein Totalverlust an Bestäubern dazu führen, dass Ernteeinbrüche um bis zu 90 Prozent zu befürchten wären. Die Versorgung mit Proteinen, Vitaminen oder Eisen wäre massiv gefährdet. Aber auch andere Tiere wie heimische Singvogelarten sind von Sämereien, Nüssen oder Obst abhängig – die es wiederum überwiegend nur mittels Bestäubung durch Insekten gibt. Ein Großteil der Artenvielfalt der Erde machen pflanzenfressenden Tierarten aus – und hängen direkt von der Bestäubungsleistung der Insekten ab. Mit einer Unterschrift unter das Volksbegehren könne sich jeder ganz konkret für mehr Artenschutz einsetzen, betont der Nabu: für mehr Lebensraum und Nahrung für Insekten wie Bienen und Schmetterlinge, für das Überleben der Wiesenvögel und dafür, dass Naturschutzgebiete pestizidfrei und Uferzonen an Gewässern besser geschützt werden. Damit es zu einer Abstimmung im niedersächsischen Landtag über das Gesetz kommt, braucht es insgesamt rund 610 000 Unterschriften für das Volksbegehren, die bislang gesammelten 72 167 Unterschriften zählen dabei mit. Lehnt der Landtag das Gesetz ab, folgt ein Volksentscheid. In Obernkirchen werden nicht nur auf dem Markt Unterschriften gesammelt: die Aktiven werden in den nächsten Wochen unterwegs sein und Interessierte an der Haustür ansprechen und um Unterstützung bitten.




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