weather-image
22°
Schwierige Bauarbeiten für Breitbandausbau / JBF-Centrum mit Glasfasernetz wettbewerbsfähig

Funkwellen erreichen Bergspitze nicht

OBERNKIRCHEN. Der Breitbandausbau in Obernkirchen schreitet voran. Künftig sollen auch die Gebäude auf dem Bückeberg mit schnellem Internet versorgt sein. „Besonders das JBF-Centrum braucht den Anschluss dringend. Der Ausbau stand schon lange an“, sagt der Breitbandbeauftragte des Landkreises Schaumburg, Dieter Brenneke.

veröffentlicht am 11.10.2018 um 12:33 Uhr
aktualisiert am 11.10.2018 um 16:50 Uhr

Auf einer Strecke von 3,5 Kilometern musste das Spezialrohr vergraben werden. In das Leerrohr kommt später das Glasfaserkabel. Sind die Arbeiten auf dem Bückeberg abgeschlossen, folgt der Glasfaserausbau in Gelldorf. Foto: leo
DSC_4666

Autor

Leonhard Behmann Volontär zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Gerade für Veranstaltungen und Tagungen sei eine gute und schnelle WLAN-Verbindung wichtig, doch: Bisher gibt es die nicht. Lothar Seidel, Leiter des Kreisforstamts, zu dem das JBF-Centrum gehört, freut sich über den Glasfaserausbau. „Mit dem Anschluss ist das JBF-Centrum zukunftsfähig und auch weiterhin wettbewerbsfähig“, sagt Seidel. Pro Jahr übernachten rund 20 000 Menschen in dem Zentrum. Hinzu kommen viele Tagungs- und Veranstaltungsgäste. Mit dem Glasfaser-Kabel wird das JBF-Centrum in Zukunft auch mit Telefon und Fernsehen versorgt.

Das Mobilfunknetz auf dem Bückeberg ist schwach bis gar nicht vorhanden. „Das liegt daran, dass die Funkmasten im Tal stehen, zum Beispiel im Auetal. Die Masten sind so ausgerichtet, dass sie möglichst viele Bereiche abdecken können, sie strahlen in Obernkirchen deswegen gegen den Berg“, sagt Brenneke auf Nachfrage dieser Zeitung. Dadurch sei die Bergkette gut versorgt, die Bergspitze aber nicht. „Oben kommt das Signal der Antennen einfach nicht an. Daran wird sich in Zukunft so schnell auch nichts ändern.“ Umso wichtiger sei es deswegen, dass das JBF-Centrum mit einem sicheren Festnetzanschluss versorgt ist, erklärt der Breitbandbeauftragte. Der Landkreis Schaumburg hat deswegen die Telekom gebeten, den Bückeberg mit Breitband-Netz zu erschließen.

Doch bis dahin ist es noch ein steiniger Weg. Immerhin: Im Bereich der Liethhalle in Obernkirchen liegen bereits Glasfaser-Kabel in der Erde. Von dort aus wurden die aufwendigen Bauarbeiten gestartet. Mit einem Kettenbagger ist zunächst ein 90 Zentimeter tiefer Graben auf einer Länge von 3,5 Kilometern ausgehoben worden. Die große Maschine musste durch den Wald fahren und Erde ausheben. Dabei sind die Arbeiter auf viel Sandstein gestoßen. Die Felsbrocken mussten zunächst aus dem Erdreich gehievt werden. Das habe die Arbeiten erschwert, erklärt ein Ingenieur. Im nächsten Schritt wurde ein Multi-Leerrohr in den Graben gelegt. Anschließend wurde der Graben wieder verfüllt. Noch ist das Leerrohr nicht auf der gesamten Strecke verlegt worden. Die letzten Meter bis zu einem Kabelkasten, der sich in der Nähe des JBF-Centrums befindet, fehlen noch. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, wird ein Glasfaserkabel durch das Leerrohr geblasen. „Das passiert mithilfe eines Kompressors. Mit Hochdruck wird das Kabel dann unterirdisch auf die Reise geschickt“, sagt Brenneke. Dieser Vorgang geschieht innerhalb kurzer Zeit, dann liegt das Glasfaserkabel in dem Spezialrohr, und der Bückeberg ist so gut wie verkabelt. Dafür müssen an bestimmten Stellen Baugruben offen bleiben. „Dort wird das Glasfaserkabel eingefädelt, man könnte auch sagen: An diesen Stellen kommt es am Ende raus“, sagt der Breitband-Experte. Danach müssen Glasfaserkabel von dem Kabelkasten zu den einzelnen Häusern verlegt werden.

Neben dem JBF-Centrum könnte auch der Norddeutsche Rundfunk von dem Ausbau profitieren. Der NDR betreibt auf dem Bückeberg einen Sendemast. „Die Mitarbeiter auf dem Bückeberg benötigen für ihre Arbeitet ebenfalls Telefon- und Internetverbindung. Finanziert wird der Ausbau durch ein deutschlandweites Förderprojekt.

Wenn die Arbeiten auf dem Bückeberg abgeschlossen sind, werden Bauarbeiten in Gelldorf folgen. „Im Industriegebiet wird es ebenfalls einen Breitbandausbau geben“, erklärt Brenneke. Auch diese Baustelle soll noch in diesem Jahr abgeschlossen sein. „Dann ist Obernkirchen optimal mit Glasfasernetz versorgt“, sagt der Breitbandbeauftragte.




Kommentare