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30 Gärten bei Offener Pforte 2019

Gartentrend: Raum und Nahrung für die Biene

OBERNKIRCHEN/LANDKREIS. 10000 Flyer sind gedruckt und werden jetzt im Landkreis verteilt, genau 30 Gartenbesitzer nehmen in diesem Jahr an der Offenen Pforte teil und öffnen und Grünanlagen für den Publikumsverkehr.

veröffentlicht am 29.03.2019 um 12:17 Uhr
aktualisiert am 29.03.2019 um 17:30 Uhr

So soll es sein: Ein Blick in den Staudengarten. Foto: dpa
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Autor

Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
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30 Gärten, die sich öffnen, mit dieser Zahl sind Beate Barth, Marlies Kerkhoff und Gabriele Beißner durchaus zufrieden, ohne große Werbung habe man relativ viele neue Teilnehmer gewinnen können, erklärt das Trio beim Pressegespräch, schließlich nehme nicht jeder Gartenbesitzer Jahr für Jahr teil.

Neue Teilnehmer, neue Gärten, neue Sichtweisen, neue Vorlieben: Daher präsentiert sich das Angebot der Gärten bei der Offenen Pforte in schönster Vielfältigkeit, es gibt Bauerngärten, Kindergärten, Familiengärten, Ruheoasen und, als kleiner Trend, immer mehr bienenfreundliche Gärten. Vor allem junge Familien, die gerade gebaut hätten, würden ihre Gärten auch mit Blick auf das Nahrungsangebot für die bedrohte Biene anlegen, erklärt das Pforten-Trio. Da Lebensräume und Nahrungsangebot für Bienen immer weniger werden, werden bienenfreundliche Gärten immer wichtiger, die ganzjährig ein Nahrungsangebot und Nistplätze bieten. Für die Pflanzenwahl im Garten und auf dem Balkon sollten möglichst einheimische Pflanzen berücksichtigt werden, weil sich die Wildbienenarten an die lokalen Nahrungspflanzen angepasst haben. Doch bei vielen unserer üppigen und duftenden Zierpflanzen sind die Blätter züchterisch vermehrt – sie weisen gefüllte Blüten auf, die aber den Bienen den Zugang zum Inneren der Blüte verwehren. Oder sie liefern erst gar keinen Nektar oder Pollen – und sind daher für Bienen als Nahrung völlig wertlos. Der schöne Nebeneffekt: Wer seinen Garten so schmetterlingsfreundlich wie möglich gestaltet, tut nicht nur den Faltern, sondern sich selbst einen Gefallen, denn die meisten Schmetterlingspflanzen bestechen und erfreuen mit ihrer bunten und lang anhaltenden Blütenpracht.

Wer sich länger mit Beate Barth, Marlies Kerkhoff und Gabriele Beißner unterhält, der merkt schnell: Es gibt ein neues Gartenbewusstsein, einmal für die Schönheit des Gartens, aber auch für seinen ökologischen Nutzen für Flora und Fauna.

Gabriele Beißner, Beate Barth, Britta Masbruch und Olaf Boegner vom Tourismusmarketing sowie Marlis Kerkhoff mit den Flyern. Foto: pr

Im Pressegespräch berichten sie von Gartenliebhabern, die Pflanzen sammeln, zum Beispiel Schneeglöckchen, von denen es über 500 verschiedene Sorten gibt. Die Glöckcheninfektion ist ein Trend, der von der Insel herüberschwappt, denn nirgendwo blühen Schneeglöckchen so schön und artenreich wie im englischen Colesbourne, der Heimat der Galanthophilie und das Paradies für hoch spezialisierte Fans aus Japan, den Niederlanden oder Deutschland. Wintergärten, erklärt das Trio der Schaumburger Pforte, sei ein großer Trend, Lenz-und Christrosen erfreuen sich ebenfalls immer größerer Beliebtheit; sie blühen ja ebenfalls auf, wenn Schneeglöckchen und Krokusse sich öffnen. Denn nicht nur der Sommer-, sondern auch der Wintergarten kann als grünes Paradies der Lebensraum sein, in den man abtaucht, um neue Energien zu tanken.

Zwar kann jeder bei der Offenen Pforte mitmachen, erklären Beate Barth, Marlies Kerkhoff und Gabriele Beißner, aber es gibt eine Grenze: Von Geröll- und Steinwüsten halten sie gar nichts, denn Wildbienen, Schmetterlinge und andere Fluginsekten verlieren hier ihre Lebensräume. Zudem heizen sich die Steine im Sommer auf und verändern so das Mikroklima. Vögel suchen vergeblich nach geeigneten Büschen und Bäumen als Versteck.

Und dass durch ein vegetationshemmendes Vlies, auf das Kies oder Steine geschüttet werden, künftig die Gartenarbeit entfällt, ist nicht mehr als ein Werbeversprechen, denn wuchskräftige Pflanzen wie Löwenzahn und Brennnessel werden auch diese Hindernisse überwinden, Blätter und Staub bilden die neue Basis für Pionierpflanzen; vom Moos, das sich nach kurzer Zeit auf den Steinen bildet, ganz zu schweigen.

Gefördert wird der Druck der Flyer übrigens durch das Tourismusmarketing Schaumburger Land, was für Barth, Beißner und Kerkhoff keine Selbstverständlichkeit ist: Andere Offenen Pforten haben keine Sponsoren und müssen alle Mittel selbst aufbringen, denn Einnahmen, etwa durch Mitgliederbeiträge, gibt es ja nicht.

Der Flyer für 2019n ist auf der Internet-Seit der Offenen Pforte Schaumburg abrufbar; dort ist nachzulesen, wann welcher Garten wo geöffnet hat und was ihn auszeichnet.




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