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Von langer Hand geplant und realistisch – Feuerwehr übt im Kindergarten

Gespenstischer Nebel und flackerndes Licht

KRAINHAGEN. Im Dachgeschoss über dem Kindergarten in Krainhagen scheint es zu brennen. Rauch steigt auf, quillt aus den Ritzen der Ziegel. Vor einem Fenster im Dachgeschoss flackert ein orangefarbenes Licht. Es riecht nach Feuer. Mehrere Löschfahrzeuge fahren nacheinander vor. Blaulichter blitzen auf. Feuerwehrleute verlegen in aller Eile Schläuche.

veröffentlicht am 11.03.2019 um 17:51 Uhr

Feuerwehrleute haben sich mit schwerem Atemschutz ausgerüstet und erkunden in der vernebelten Wohnung die Lage. Foto: leo
Leonhard Behmann

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Drei Bewohner werden zu diesem Zeitpunkt noch vermisst – so jedenfalls das Szenario. Zum Glück brennt es nicht wirklich. Es handelt sich um eine von langer Hand geplante und sehr realistische Übung. Krainhagens Ortsbrandmeister Stephan Konczak hat sie geplant. Neben den Freiwilligen aus Krainhagen ist auch die Feuerwehr Obernkirchen angerückt. Gemeinsam sollen die Brandbekämpfung eines Zimmerbrandes und die Menschenrettung geübt werden.

Die Feuerwehrleute arbeiten hoch konzentriert. Man merkt ihnen nicht an, dass heute der Ernstfall geprobt wird. „Das soll auch so sein, deswegen haben wir die Übung ja so realistisch wie möglich gemacht“, sagt Konczak. Spaziergänger bleiben interessiert stehen und schauen zu. Der Ortsbrandmeister hat für die Übung extra drei Nebelmaschinen in der Dachgeschosswohnung über dem Kindergarten in Stellung bringen lassen. Die Geräte vernebeln die verwinkelte Wohnung so, dass man seine Hand nicht mehr vor Augen sehen kann. Zudem hat ein Feuerwehrmann ein Mittel beigemischt, dass den künstlichen Nebel nach Feuer riechen lässt. In einem Zimmer wurde zudem eine flackernde Lampe vor dem Fenster positioniert. Puppen stellen Verletzte dar, die gerettet werden müssen.

Feuerwehrleute rüsten sich – wie im Ernstfall – im Blaulichtgewitter der Einsatzfahrzeuge mit schwerem Atemschutz aus. Vor Betreten der Wohnung setzten die Einsatzkräfte einen sogenannten Rauchvorhang. So kann im Ernstfall verhindert werden, dass sich Brandrauch und giftige Gase nach dem Öffnen der Wohnungstür weiter ausbreiten. In der Wohnung suchen die Helfer nach den Puppen. „Das ist nicht leicht, weil die Wohnung verwinkelt und die Sicht gleich null ist“, weiß Konczak. Das Fazit der Übung fällt am Ende positiv aus. Übungsleiter Konczak sind nur kleine Probleme beim sogenannten Schlauchmanagement aufgefallen. „Teilweise haben sich die Schläuche verknotet, das sind vermeidbare Stolperfallen – aber dafür üben wir ja“, sagt Konczak zufrieden.




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