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Wird immer besser angenommen

Grüne: Radverkehr im Stadtgebiet deutlich aufwerten

OBERNKIRCHEN. Die Fraktion der Grünen möchte den Radverkehr im Stadtgebiet verbessern und deutlich aufwerten, einen Antrag hat sie daher im Stadtrat gestellt.

veröffentlicht am 11.04.2019 um 00:00 Uhr

Ja, sie san mit’m Radl da: Thomas Stübke (l.) und Felix Wells haben 2018 die Stadt abgeradelt und ihre Verbesserungsvorschläge niedergeschrieben. Am Samstag waren sie in Röhrkasten, dort entstand das Foto.
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Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
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Der Alltagsradverkehr werde auch in Obernkirchen immer besser angenommen, begründen die Grünen den Antrag. Auslöser seien unter anderem die freiwillige Verringerung des persönlichen ökologischen Fußabdrucks, verbunden mit der Durchsetzung der E-Mobilität im Radverkehr, den Pedelecs, bei immer mehr Menschen. Doch die vorhandene Infrastruktur mit den Radwegen, Abstellanlagen, Markierungen und der Beschilderung in der Stadt „fördert leider diesen Trend an diversen Punkten nicht.“ Dabei hätten die in den letzten Jahren zum Thema Radverkehr geführten Debatten im Rat der Stadt die Hoffnung wachsen lassen, dass „zielgerichtete Impulse zur Verbesserung der Situation“ gewünscht seien, so Thomas Stübke von den Grünen im Antrag.

Im letzten Jahr hatte Stübke die Stadt in zwei Touren abgefahren und sich dafür jeweils fachliche Unterstützung mit aufs Rad geholt: Felix Wells, den verkehrspolitischen Ansprechpartner des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Schaumburg war mitgefahren. Die erste Tour führte im Juli durch Vehlen und Gelldorf, die zweite Rundreise wurde im Oktober in den Bereichen Vehlen, Gelldorf und Obernkirchen-Nord durchgeführt. Es waren vor allem Abschnitte, die für den Alltags-Radverkehr relevant sind.

Beantragt und im Fachausschuss demnächst beraten werden die umfangreichen Verbesserungsvorschläge aus der Bestandsaufnahme, die Verwaltung soll dazu eine Stellungnahme an den verkehrsrechtlichen Punkten vorlegen.

Anschließend soll eine Priorisierung erfolgen, bevor die Vorschläge schrittweise umgesetzt werden. Der Ausschuss soll regelmäßig über die Umsetzung informiert werden.

Zum vor allem im Ortsrat heiß diskutierten Thema Vehlener Straße schlagen die Grünen eine öffentliche und intensive Beratung mit allen Beteiligten vor: dem Ortsrat, dem Bauausschuss der Stadt, dem ADFC und der Verkehrsbehörde zur „Lösungsfindung“ vor. Der Landkreis hat bekanntlich verfügt, dass an der Vehlener Straße der Geh-und Radweg nur noch in Richtung Obernkirchen genutzt werden darf, in Richtung Vehlen, also bergab, soll auf der Straße geradelt werden. Noch ist die Entscheidung in der Praxis nicht umgesetzt, aber zumindest Felix Wells hat seine Meinung vor Jahr und Tag in einem Leserbrief deutlich zu verstehen gegeben, gefallen dürfte sie dem Ortsrat nicht. Jahrzehntelang habe man Radfahrer möglichst von der Fahrbahn verdrängt, um die Verkehre zu trennen und für vermeintliche Sicherheit zu sorgen, hatte Wells damals erklärt. Der ADFC habe sich vielerorts dafür eingesetzt, dass die Radfahrer wieder da fahren dürfen, wo sie hingehören, nämlich auf der Fahrbahn. Auch wenn es anscheinend dem gefühlten Sicherheitsempfinden widerspreche, so würden die Unfallstatistiken belegen: Beim Radfahren auf der Fahrbahn geschehen weniger Unfälle. Die würden meistens dort passieren, wo sich Verkehre kreuzen, also bei Fahrbahnquerungen oder an Einmündungen und Grundstückseinfahrten; dort, wo Radfahrer schlecht gesehen werden. Auf der Fahrbahn würden sie dagegen wesentlich besser gesehen, sodass Autofahrer sich darauf einstellen könnten, hatte Wells argumentiert.

Generell, so fordern die Grünen im Antrag, müssten „die Belange des unmotorisierten Verkehrs“ für künftige Verkehrsplanungen und deren bauliche Umsetzung grundsätzlich stärker berücksichtigt werden; gegebenenfalls könnte die Stellungnahme des ADFC oder des Verkehrs-Clubs Deutschland eingeholt werden.

Unsere Zeitung wird die Bestandsaufnahme in mehreren Teilen vorstellen.




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