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Wenn die Jungen erklären

Handy-Kurs für Senioren: Apps, die das Leben leichter machen

OBERNKIRCHEN. „Viele haben ein Handy vom Discounter. Man fängt ja nicht mit dem teuersten Modell an“, erzählt Lukas Nerge. Gemeinsam mit Francesco Cirigliano und Robin Breier leitet er im Kinder- und Jugendzentrum „Juz“ einen Handykurs für Anfänger.

veröffentlicht am 08.11.2018 um 11:40 Uhr
aktualisiert am 11.11.2018 um 23:20 Uhr

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Autor:

Tanja Langejuergen und Frank Westermann
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OBERNKIRCHEN. „Viele haben ein Handy vom Discounter. Man fängt ja nicht mit dem teuersten Modell an“, erzählt Lukas Nerge. Gemeinsam mit Francesco Cirigliano und Robin Breier leitet er im Kinder- und Jugendzentrum (Juz) Obernkirchen einen Handykurs für Anfänger. Das Projekt „Junior trifft Senior“ gibt es bereits seit 2015. „Wir hatten auch schon eine 85-jährige Oma als Teilnehmerin“, so Nerge. Beim jüngsten Treffen standen allgemeine Fragen zu Funktionen und Fotos mit dem Smartphone auf dem Programm.

Weitere Themen sind: WhatsApp, Einstellungen am Handy, Sicherheit, Einspeichern von Nummern und Kontaktdaten oder nützliche Programme also Apps. „Im Vordergrund stehen die Kommunikation und Apps, die das Leben leichter machen“, sagt Robin Breier, der in diesem Zusammenhang die Problematik erwähnt, dass Smartphones unterschiedlich sein können.

Die Teilnehmer haben jeweils eine eigene WhatsApp-Gruppe gegründet. Dort werden zum Beispiel Bilder geteilt sowie kurze Infos gegeben, wenn jemand krank ist oder später kommt. „Man hat jetzt schon mehr Kontakt mit den Enkeln und Kindern“, erklärt eine Teilnehmerin: Ihr mache der Handykurs viel Spaß.

In der Gruppe werden auch Rezepte ausgetauscht. Im Internet gibt es dazu viele Möglichkeiten, ein weiterer Teilnehmer hat diesbezüglich viel kennengelernt. Eine Verkostung? – „vielleicht nächsten Dienstag“. Des Weiteren wurde über Notruffunktionen, Google, Bezahlen mit dem Handy und Bildschirmeinstellungen gesprochen.

Der Kurs ist eine Kooperation zwischen Sozialverband, IGS Obernkirchen und dem Juz. Entstanden sind die Kurse, weil Susanne Veentjer als Sozialpädagogin der Stadt beim Sozialverband gezielt angefragt hatte: Könne man nicht ein Generationenprojekt gründen? Robert Rammelsberg, der damalige Vorsitzende des Verbandes, schickte daraufhin Senioren zum Kurs ins Juz, Veentjer ging Praktikanten anwerben.

„Durch dieses Projekt“, sagt Veentjer heute, „kann ich einer größeren Zahl von Praktikanten eine wirklich sinnvolle Aufgabe geben und sie bei ihren ersten Versuchen begleiten.“ Anfangs bestehe noch Reflexionsbedarf, denn es fühle sich für einen 14-Jährigen schon komisch an, wenn er Lehrer einer 75-jährigen Dame sei und sie darauf bestehe, dass er in der Gruppe beim Solidaritäts-Du bleibe.

Wenn man so möchte, stünden Nerge oder jetzt Robin Dreier für eine neue Generation an Praktikanten, erklärt Veentjer. Sie kämen nicht mehr, weil sie während ihres Praktikums Spaß haben möchten, sondern, weil sie etwas lernen wollten; auch mit Blick auf den Lebenslauf. „Am Anfang ist das Angebot etwas holprig gelaufen“, sagt Veentjer. Aber lernen könne man nur, „wenn man ins kalte Wasser geworfen wird“.

Der Anfänger-Kurs findet dienstags von 10 bis 12 Uhr im Jugendzentrum Obernkirchen statt. Fortgeschrittene können in den Donnerstag-Kurs wechseln.




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