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Keine Einigkeit unter Anwohnern

Heckenweg: Ortsrat entscheidet sich gegen Wendehammer

KRAINHAGEN. Der angedachte Wendehammer am Heckenweg ist vom Tisch, einstimmig sprach sich der Ortsrat für die bisherige Planung aus, die eine Stichstraße vorsieht. Sie soll als Einbahnstraße geführt werden.

veröffentlicht am 05.12.2018 um 15:51 Uhr
aktualisiert am 05.12.2018 um 17:10 Uhr

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Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
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KRAINHAGEN. Der angedachte Wendehammer am Heckenweg ist vom Tisch. Einstimmig sprach sich der Ortsrat für die bisherige Planung aus, die eine Stichstraße vorsieht. Sie soll als Einbahnstraße geführt werden.

Ende November habe es eine gemeinsame Fraktionssitzung gegeben, teilte Ortsbürgermeister Hermann Albers (SPD) mit: „Es macht keinen Sinn, den bestehenden Bebauungsplan umzuwerfen.“ Was Oliver Keller (SPD) anschließend begründete: Der Bebauungsplan sei 2001 aufgestellt worden, er sei rechtsgültig, „und er gilt für alle, die dort oben wohnen“. Man könne sich, so Keller, durchaus einen Wendehammer vorstellen, aber man habe festgestellt, dass in der Frage Wendehammer oder Stichstraße „keine große Einigkeit“ unter den Anliegern geherrscht habe. Da es keine große Mehrheit gebe, „das zu kippen“, werde man am bisherigen Plan festhalten – „und die Straße wird gebaut“. Wolfgang Schmidt (CDU) sah es ebenso und führte zwei weitere Punkte an: Eine Änderung würde Verzögerungen bedeuten, und ob ein Wendehammer weniger kosten werde als eine Stichstraße, sei fraglich: Schließlich würde ein Wendehammer in die Hanglage eingreifen, man müsste also Land kaufen. Die Durchführung des geltenden B-Planes sei „im Sinne der Mehrheit der Anwohner“.

Frühestens 2020, spätestens 2022 wird dort gebaut, dann soll der Heckenweg auch erweitert werden: Der Weg würde dadurch zu einer Durchgangsstraße und die Gebrüderstraße mit der Straße Am Brennigen verbinden. Zunächst wird es eine Baustraße aus Mineralgemisch geben, erst im zweiten Schritt wird die Straße durchgehend gepflastert und endgültig fertiggestellt.

In der Einwohnerfragestunde wurde das Thema erneut aufgegriffen, und auch wenn nur wenig gefragt und sehr viel diskutiert wurde, ließ der Ortsrat die Debatte kurzerhand laufen, ohne dass es neue Erkenntnisse gegeben hätte. Ein Bürger rechnete vor, dass bei einem Landerwerb von 150 Quadratmetern für den Wendehammer rund 6000 Euro an Kosten auflaufen würden, denen aber Einsparungen von bis zu 25 000 Euro gegenüberstünden. Das würde pro Anlieger, die an den Kosten beteiligt werden, jeweils 1000 Euro Einsparung bedeuten.

Keller und Bürgermeister Oliver Schäfer verdeutlichten dabei wiederholt ihre grundsätzlichen Positionen: Solange es keine triftigen Gründe gebe, die dagegensprechen würden, werde der derzeitige Bebauungsplan gelten, so Keller: „Und den setzen wir jetzt um.“

Schäfer wies auf die Anforderungen der Abfallwirtschaftsgesellschaft bei Wendehämmern hin: Die AWS wollen durchfahren können, sie wolle keine toten Winkel und sie wolle mit ihrem großen Wagen auch nicht zurücksetzen müssen. Schäfer verwies auf am Heckenweg wohnende Bürger: Sie hätten jedes Recht, dass die Straße wie geplant gebaut werde – bei einer Änderung würden sie vielleicht vor Gericht ziehen. Er sah es generell: In seiner Eigenschaft als Bürgermeister sei es nun aber seine Aufgabe, Beschlüsse umzusetzen, und im Ortsrat gebe es ein klares Meinungsbild: „Die Straße fertigstellen.“

Keller pflichtete bei: Die Bürger hätten einen Anspruch auf Umsetzung, und nur, wenn sich alle Anwohner für den Wendehammer ausgesprochen hätten, dann hätte man den Bebauungsplan ändern können. Die Debatte zwischen Anwohnern, Ortsratsmitgliedern und Verwaltung verlief an diesem Abend übrigens sehr sachlich und völlig unaufgeregt.

Festgelegt werden muss vom Ortsrat noch, welche Geschwindigkeit auf der Straße gelten soll: Tempo 30 oder Tempo 50? Oder wird es eine Spielstraße? Diese Variante sah Albers kritisch: Das bedeute Schrittgeschwindigkeit – „muss das sein?“ Gepflastert wird die Straße in Rot, wie am Gebrüderweg, schließlich soll es einheitlich aussehen.




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