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Wetter macht auch Fischen zu schaffen / Stadt reagiert auf Wetterextreme

Hitzestress - Bauhof im Dauereinsatz

OBERNKIRCHEN. Die Bäume und Stauden in der Bergstadt leiden unter der Hitze, die Pflanzen sind im Stress – und die Mitarbeiter des Bauhofes im Dauereinsatz. Bei schweißtreibenden Temperaturen um die 30 Grad im Schatten ist Bauhofmitarbeiterin Alexandra Busch mit ihrem Wasser-Tankwagen in der Stadt auf Tour. Ihre Mission: Pflanzen retten.

veröffentlicht am 30.07.2019 um 18:38 Uhr

Leonhard Behmann

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Redakteur zur Autorenseite
„Ohne die künstliche Bewässerung geht es nicht – es ist einfach zu trocken“, erklärt der Leiter des Bauhofs, Karl Harting. Vor allem die Neuanpflanzungen in den Beeten und die rund 150 Stadtbäume leiden unter Hitze und Trockenheit. Das Problem: „Diese Bäume können nur sehr wenig Wasser aufnehmen, weil der Boden gepflastert ist“, sagt Harting.

Um 5 Uhr morgens füllt Alexandra Busch den gelben Wassertank auf der Ladefläche des Bauhof-Transporters mit Wasser – der Behälter fasst 2000 Liter. Danach fährt sie los. „Jeder Baum bekommt 300, die Pflanzen in den Beeten 200 Liter Wasser“, sagt Busch, während sie einen gelben Schlauch in eines der Beete hält und die Pflanzen gießt. Das Wasser versickert sofort im staubtrockenen Boden. Seit drei Wochen ist sie schon im Einsatz – und das jeden Tag aufs Neue. Um alle Stellen in Obernkirchen und den Dörfern abzufahren, braucht sie anderthalb Wochen. „Dann geht alles wieder von vorne los“, sagt Busch.

Um auch die Blumenampeln gießen zu können, schließt Busch eine Wasserlanze an den Schlauch an und wirft danach eine Pumpe an. Nur mit der Lanze lassen sich die Blumenampeln, die an den Laternen hängen, gießen. Pro Tag spritzt die Bauhofmitarbeiterin 8000 Liter Wasser an die Pflanzen. Das ist viel. „Dabei gießen wir nur die Neuanpflanzungen und die Stadtbäume. Alles Grün zu bewässern, würden wir nicht schaffen“, sagt Harting. Der Bauhof hat noch einen zweiten Lastwagen mit einem Wassertank ausgerüstet. Kollegen gehen Alexandra Busch zur Hand.

Schon im vergangenen Jahr war der Bauhof im Einsatz, um die Pflanzen zu retten. „In den kommenden Jahren werden wir wohl auch als Retter des städtischen Grüns unterwegs sein“, meint Harting. Der Bauhofleiter hat deshalb vorgesorgt und einen großen 4000-Liter-Tank bestellt. „Damit wir nicht mehr so oft nachtanken müssen“, sagt Harting.

2 Bilder
Mit einer Wasserlanze kann Alexandra Busch auch die Blumenampeln gießen. Foto. leo

Auch das Bauamt hat reagiert. „Wir pflanzen in den Beeten vermehrt Pflanzen an, die besser mit Hitze und Trockenheit klarkommen“, erklärt Christine Matthaei, die beim Bauamt für Umwelt und Grünflächen zuständig ist. „Dickblättrigen Pflanzen wie die Bergenie, Katzenminze oder die Storchschnäbel vertragen die hohen Temperaturen besser, weil deren Blätter mit einer wachsartigen Schicht überzogen sind. Dadurch verdunstet nicht so viel Wasser“, sagt die Expertin. Einige Birken in der Stadt seien hingegen gerade am Absterben. „Sie werfen bereits ihre Rinde ab“, sagt Matthaei.

Für Fische in den Bächen ist das Wetter auch problematisch. Viele Bäche sind schon ausgetrocknet. Der Liethbach führt kein Wasser mehr. Fische würden entweder in die Teiche schwimmen oder sie sterben. In den Teichen sei zwar noch überall genug Wasser, aber der Sauerstoffgehalt würde bei den heißen Temperaturen sinken und kein frisches Wasser aus Bächen nachfließen.




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