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„Abrissparty“ zum Jubiläum

Kinder- und Jugendzentrum feiert am Samstag 40. Geburtstag

OBERNKIRCHEN. Am kommenden Samstag, 17. November, feiert das Kinder-und Jugendzentrum Geburtstag, es wird 40 Jahre alt. Dazu gibt es ab 13 Uhr bis spät in die Nacht ein buntes Unterhaltungsangebot. Das Angebot im Juz hat sich in den vier Jahrzehnten deutlich geändert, wie ein Rückblick zeigt.

veröffentlicht am 12.11.2018 um 14:30 Uhr
aktualisiert am 12.11.2018 um 18:20 Uhr

Vorgänger und Nachfolgerin als Chef im Juz: Erhard Vinke und Susanne Veentjer. Foto: rnk
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Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
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OBERNKIRCHEN. Zwei Gedanken schossen Erhard Vinke damals durch den Kopf, als er das erste Mal über den Berg in Richtung Bergstadt rollte. Erstens: „Schön hier, sehr grün.“ Und zweitens: „Ein paar Jahre hältst du es hier locker aus.“ Denn der mit dem Studium fast fertige Berufsanfänger hatte eigentlich ganz andere Pläne. Geboren und aufgewachsen im überschaubaren Celle, zog es ihn nach dem Studium in die große Stadt – Berlin, Hamburg, diese Hausnummern.

Bekanntlich wurde Vinke in Obernkirchen Stadtjugendpfleger und bliebt es bis zum Ruhestand. Die Jahre summierten sich zu Jahrzehnten. Das Jugendzentrum hat er nicht allein aufgebaut, das nun nicht, aber er hat ihm die Grundlage verliehen, auf dem es vier Jahrzehnte stabil ruhte. Am kommenden Wochenende feiert das Jugendzentrum sein 40-jähriges Bestehen, und Vinke und Nachfolgerin Susanne Veentjer laden zur großen Feier ein – „zur Abrissparty“, wie beide lachend betonen.

Denn die Zeit des Jugendzentrums an der Beeker Straße neigt sich dem Ende zu. Die Jugendarbeit soll umziehen, in das ehemalige Aldi-Gebäude. Noch in diesem Jahr will sich die Politik die ersten Pläne ansehen.

Als Vinke im Oktober 1977 seine Stelle antrat, hatten anderen ein bisschen Vorarbeit geleistet. Schon 1969 gab es Jugendliche, die sich in einer Bewegung für ein Jugendzentrum engagierten. Drei Jahre lang gab es sogar ein UJUZ, ein „Unabhängiges Jugendzentrum“, das sich 1975 wieder auflöset, weil die Betreiber in die Ausbildung gingen oder studieren wollten.

Zwei Räume in Eigenregie, dazu ein bisschen finanzielle Mittel der Stadt, das war das Jugendzentrum in seinen Anfangstagen, erinnert Vinke. Von Keller bis zum Dachboden wurde es im Lauf der Zeit dann ausgebaut. Mit Jugendring und den örtlichen Vereinen baute Vinke ein Netzwerk auf, „das bis heute Bestand hat“, wie Veentjer betont, die seit 2000 seine rechte Hand war und später seine Nachfolgerin wurde. Das ganze Gebilde ruhe auf drei Eckpfeilern: dem Juz selbst, dem Jugendring und den Vereinen, Schulen sowie Kooperationspartnern.

Geändert hat sich die Arbeit. Es gibt keine offenen Angebote mehr, keine offenen Türen, dafür gibt es heute ganz gezielte Projekte. Drei Gründe, so erklärt Vinke, hätten das Angebot durchschlagend geändert: Die Computer, die plötzlich für jedermann erschwinglich waren; die Ganztagsschule, die zu einem spürbaren Rückgang der Besucher führte – und das Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden. „Viele Besucher waren Raucher, jetzt durften sie auf einmal nicht mehr und blieben weg“, sagt Vinke. Die Situation habe sich damals „vollständig geändert“. Auf einen anderen Unterschied verweist Veentjer: Vor Jahren hätten die Owoki, die heutigen Obernkirchener Wochen des Kindes, genau eine Woche lang gedauert. Heute laufe sie über die gesamten Sommerferien; sechs Wochen, zwei Angebote pro Tag.

Das Programm am Samstag: Eröffnung und Grußworte ab 13 Uhr. Den Nachmittag über erwarten die Gäste Kaffee, Kuchen und Waffeln, ein Soccercage, Pedalos und andere Spiele, ein offenes Trommeln mit Alex Wenn (von 15 bis 18 Uhr), eine Snoezel-Zone sowie Kinderpunsch und Stockbrot am Lagerfeuer.

Als besonderes Highlight gibt es ein abendliches Wohnzimmerkonzert der „Chansonoirs“ mit „Adunka“ Kirsten Schaper, Annika Zimmermann, Struckmeier und Sendo. Einlass ist 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.




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