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Modell-Börse: Von Autos und Eisenbahnen

Märklin-Fans kaufen eilig Ersatzteile auf

Obernkirchen (sig). Es gibt die kuriosesten Sammel-Leidenschaften – von Milchzähnchen bis zu ausgedienten Zahnbürsten. Bierseidel, Briefmarken und Münzen gehören da eher zu den Klassikern. Das gilt auch für Modellautos sowie kleine Eisenbahnen, an denen sich immer noch zahlreiche Anhänger erfreuen, wie die Börse des Gelldorfer Automodellclubs zeigte.

veröffentlicht am 11.11.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 23:22 Uhr

Im Saal des „Gelldorfer Krugs“ lagen in langen Reihen und wohlverpackt in Klarsichthüllen Hunderte von Modellen, deren lackierte Oberflächen einladend glänzten. Deutlich mehr erwachsene Männer als Kinder standen begutachtend vor der großen Auswahl. Eine Altersgrenze gibt es hierbei offensichtlich nicht. Zu den Sammlern gehört auch der 77-jährige Walter Scheer aus Gelldorf, der noch immer ein bekennender Eisenbahnfan ist, aber auch etliche Automodelle besitzt. Seine Märklin-Eisenbahn soll aber jetzt der Enkel bekommen.

Andreas Heumann, der Chef des Gelldorfer Automodellclubs, widmete sich früher mehr dem Schießsport als dem Sammeln von Miniautos. Er war Jugendleiter und dann auch noch Schießsportleiter beim örtlichen Schützenverein. In der verbleibenden Freizeit galt sein Interesse dem Sammeln von Münzen und Briefmarken. Er besaß anfangs lediglich zwei LKW-Modelle und die wollte er bei einer Spielzeugbörse verkaufen. „Als ich dort sah, was es alles an Fahrzeugen gab, machte es irgendwie klick bei mir“, erklärte der frühere Techniker. Nach einem schweren Unfall stand bei ihm ein beruflicher Wechsel an. Andreas Heumann führt seit 2001 den „Truck-Point“ an der Langen Straße in Obernkirchen.

Natürlich ist er nicht erfreut über die Insolvenz des einst bei den Modelleisenbahnen führenden Herstellers Märklin. Viele Fans stoßen jetzt entweder alles ab, was sie von dieser Marke besitzen oder sie beschaffen sich schnell noch so viele Ersatzteile wie möglich. Diese Erfahrung macht jedenfalls Heumann. Die Märklin-Patente seien alle nach China gegangen; deshalb sei kein neuer Investor an dem Betrieb interessiert, erklärte er uns. Jetzt werde das Gros der Modelle in China produziert, aber billiger sei der Einkauf dadurch nicht geworden.




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