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Früchte können auch nützlich sein

Mehr als nur Deko: Kastanien als Waschmittel

OBERNKIRCHEN. Wenn Wald- und Parkanlagen mit Bucheckern, Eicheln und Kastanien übersät sind, dann gibt es keinen Zweifel: Der Herbst ist da! Für fleißige Sammler stellt sich da die Frage: Was tun mit den Früchten?
Unser Tipp: Sie können auch im Haushalt verwendet werden.

veröffentlicht am 23.10.2018 um 13:07 Uhr
aktualisiert am 23.10.2018 um 18:10 Uhr

Derzeit liegen in Parks und Gärten viele Kastanien. Aus ihnen lässt sich ökologisches Spül- oder Waschmittel herstellen. Foto: cst

Autor:

Celina Stuckenberg
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OBERNKIRCHEN. Wenn Wald- und Parkanlagen mit Bucheckern, Eicheln und Kastanien übersät sind, dann gibt es keinen Zweifel: Der Herbst ist da. Für fleißige Sammler stellt sich da die Frage: Was tun mit den Früchten? Unser Tipp: Sie lassen sich nicht nur als Dekoration oder zum Basteln nutzen, sondern können auch im Haushalt verwendet werden.

Eicheln sind Nüsse aus der Gruppe der Buchengewächse, weshalb sie als Nahrungsquelle dienen können. Da sie B-Vitamine, Eiweiße und wenige Fette beinhalten und zu den komplexen Kohlenhydraten gehören (ebenso wie Kartoffeln oder Hülsenfrüchte), werden sie als Zusatz zur Ernährung sogar wieder modern. Indem man die Nüsse schält, trocknet, röstet und mahlt, lässt sich aus ihnen sogenannter „Eichel-Kaffee“ gewinnen. Der kann als Mischung unter das normale Kaffeepulver gerührt oder aber statt des Pulvers für das Heißgetränk aufgegossen werden. Manche nutzen Eicheln nach dem Auskochen der Gerbstoffe auch als Ersatz für Bohnen oder Kartoffeln in Eintöpfen, da sie einen nussig, leicht süßen Geschmack haben.

Auch Bucheckern sind für die Küche geeignet: Sie sind reich an Mineralstoffen, Zink und Eisen und haben – wie „normale“ Nüsse – einen Fettgehalt von rund 50 Prozent. Sie lassen sich perfekt zu Mehl verarbeiten und können damit zu Brot oder Keksen verbacken werden. Jedoch sollten geschälte Eckern vor dem Verzehr einige Minuten in der Pfanne geröstet werden, damit der schwach enthaltene Giftstoff Fagin abgebaut wird, welcher ab größeren Mengen Bauchschmerzen verursachen kann. Geröstet sind sie übrigens auch als knackiger Salatzusatz beliebt.

Auch die Kastanie kann mehr, als zu Männchen verarbeitet zu werden. Die versteckten Früchte in den stacheligen Hüllen finden auch Verwendung für die Gesundheit. Die Blüten der Rosskastanien zum Beispiel können zu Tee verarbeitet werden, der bei Einschlafproblemen helfen kann. Kastanien enthalten viele Nährstoffe und gehören zur Familie der Seifenbaumgewächse. Pulver aus Kastanien kann daher als Putz- und Spülmittel, Badezusatz oder als Waschmittel genutzt werden. Dadurch bietet sich sogar eine Möglichkeit, die Wäsche ohne chemische Zusätze zu reinigen.

In diesem Jahr haben viele Kastanien bereits im August oder September ihre Blätter verloren. Die verbliebenen Blätter sind außerdem stark ausgetrocknet oder welk. Schuld dafür sind die Rosskastanien-Miniermotten, die ihre Eier auf den Blattoberseiten ablegen. Nach etwa drei Wochen schlüpfen die Larven und fressen sich durch das Blattinnere.

Bürger können der Kastanie hier allerdings helfen: Laut dem Naturschutzbund ist das einfachste und kosteneffizienteste Mittel gegen den Schädling, das Laub vollständig zu sammeln und abzutransportieren, sodass er sich nicht weiter ausbreiten kann.




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