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Imkerverein Obernkirchen

Mehr Imker im heimischen Raum

OBERNKIRCHEN. Die Arbeit des Imkervereins Obernkirchen und Umgebung entwickelt sich positiv. Auch der heiße Sommer 2018 konnte diese Aussicht nicht trüben. Auf eines setzt der Verein angesichts von verschwindender Blüten- und Insektenvielfalt besonders: Vernetzung, auch mit der heimischen Landwirtschaft.

veröffentlicht am 22.01.2019 um 10:57 Uhr
aktualisiert am 22.01.2019 um 16:40 Uhr

Die Obernkirchener Imker wirkten auch bei zahlreichen Veranstaltungen in und rund um Obernkirchen mit. Der erfolgreiche Nachwuchsimker Kersten Nix informierte unter anderem im Garten Brockmann über die Bienenzucht. Foto: sig
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Autor

Siegfried Klein Reporter
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OBERNKIRCHEN. Wenn es über das vergangene Jahr Erfreuliches zu berichten gibt, dann darf die positive Entwicklung der Arbeit des örtlichen Imkervereins nicht vergessen werden. Während mancherorts die Zahl der Imker und der Bienenvölker rückläufig ist, können aus der Bergstadt positivere Ergebnisse berichtet werden. Der heimische Verein hat einen Aufschwung erlebt und konnte erfolgreich mit der Landwirtschaft zusammenarbeiten.

Der Verein hat zurzeit 56 Mitglieder, die 189 Völker betreuen. Dabei sorgte der lange heiße Sommer wegen der anhaltenden Trockenheit nicht für herausragende Erträge. Erwartungsgemäß fiel die Frühjahrstracht deutlich besser aus als die Spättracht.

Die Standorte der Bienen und der persönliche Einsatz jedes Imkers spielen eine wesentliche Rolle. Auf der sicheren Seite waren die Bienenzüchter, wenn sie die in Gläsern abgefüllte Frühjahrstracht mit folgenden Beschriftungen versahen: Frühjahrsblütenhonig, Spättrachthonig oder Sommerblütenhonig, verrät die Vorsitzende des Imkervereins Obernkirchen und Umgebung, Marion Peuker.

Guten Waldhonig zu ernten, war in Anbetracht der Wetterbedingungen des vergangenen Jahres nur schwer möglich. Das galt auch für reinen Lindenhonig, weil die Blüten teilweise bereits zu früh vertrocknet waren. Auch die Ernte des Rapshonigs war durch dieses Klima erschwert.

Es gab aber auch einen erfreulichen Aspekt: Der Befall der Bienenstöcke durch die gefürchtete Varroamilbe ging zurück, weil dem Schädling die hohen Temperaturen auch nicht behagten. Aber darauf können sich die Bienenzüchter nicht ausruhen. Es ist weiterhin unerlässlich, dass sie die Milben auch in Zukunft intensiv bekämpfen. „Nur dann lassen sich auch 2019 gute Ernteerträge einbringen“, so Peuker. Schon im Spätherbst sei der Schädling wieder recht aktiv gewesen.

Peuker nutzte mit ihren Imkern zahlreiche Möglichkeiten, die Bedeutung der heimischen Bienenzucht zu präsentieren. Das geschah unter anderem bei Kindergarten-, Gemeinde- und Dorffesten sowie beim Tag des offenen Hofes. Auch im neuen Jahr will man einen Honiggrundkurs und eine Honigschulung anbieten. Bei Interesse will der Verein den Jungimkern außer den monatlichen Vereinsversammlungen zusätzliche Treffen anbieten. Die Jahresversammlung wird im Februar abgehalten. Fortgesetzt werden soll auch der Stammtisch der Imker mit den Landwirten in Gelldorf.

„Der rege Austausch, hoffe ich, hat allen Mut gemacht, mit Elan an der Problematik der verschwindenden Blüten- und Insektenvielfalt zu arbeiten“, so Peuker. „Aber nicht nur Imker und Landwirte müssen handeln, sondern auch die Kommunen, die bisher teilweise zahlreiche Möglichkeiten ungenutzt ließen, die Blütenvielfalt zu verbessern. Auch auf politischer Ebene muss Hilfe erfolgen, etwa durch die Förderung der Dropleg-Spritzgeräte oder großzügig ausgelegte Aussaattermine für Blühstreifen.“




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