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Am Drücker: Die „Schaumburg Slotter“ haben in Röhrkasten die größte private Holzrennbahn Norddeutschlands gebaut

Motorsport im Kleinen

RÖHRKASTEN. Manche Rennbahnen sind so groß, dass dafür extra eine Halle gebaut werden muss. Rund 53 Meter misst die sechsspurige Piste der zehn „Schaumburg Slotter“ in Röhrkasten. In professionellen Renncentern mag es größere Anlagen geben. „Aber dies ist die größte private sechsspurige Holzbahn in Norddeutschland“, so Ralf Mantik, in dessen Garten die 150 Quadratmeter große Halle steht.

veröffentlicht am 06.01.2019 um 14:26 Uhr
aktualisiert am 06.01.2019 um 16:30 Uhr

Große Auswahl: In mehr als einem halben Dutzend Klassen gehen die Renner im Maßstab 1:24 an den Start. Fotos: LY

Autor:

Stefan Lyrath
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Zwischen Mantik und Mark Richter (Stadthagen) ist die Rivalität auf der Rennbahn am größten. Es geht um Bruchteile von Sekunden. „Nach 250 Runden entscheidet manchmal ein halber Meter über Sieg oder Niederlage. Im Rennen sind wir Konkurrenten“, sagt Mantik. „Wenn du einmal dranhängst, kommst du nicht mehr davon los“, fügt Richter hinzu.

Von 2010 an hatten die Slotracer zunächst den „Deisterring“ betrieben, eine 41 Meter lange Strecke in Lauenau, ebenfalls mit sechs Spuren und aus Holz. Dann wurde die frühere Lagerhalle für andere Zwecke gebraucht. Einweihung der anspruchsvollen neuen Piste in Röhrkasten, wo nur noch im privaten Rahmen gefahren wird, war vor einem Jahr. Zuschauer sind willkommen. Anmeldungen nimmt Ralf Mantik, Telefon (01 74) 4 30 96 48, entgegen.

Die Autos im Maßstab 1:24 kann man so nicht im Laden kaufen. Karosserie und Cockpit stammen aus herkömmlichen Plastikbausätzen. Die Fahrwerke sind aus Metall und kommen von anderen Herstellern. Bevor ein solches Fahrzeug Siegchancen hat, müssen die Reifen rundgeschliffen und an den richtigen Stellen Gewichte platziert werden.

Sechs Spuren, 53 Meter Länge: Die „Schaumburg Slotter“ verfügen über eine Rennbahn der Superlative.
  • Sechs Spuren, 53 Meter Länge: Die „Schaumburg Slotter“ verfügen über eine Rennbahn der Superlative.
Anderthalb Jahre Zeit und einige tausend Euro haben die Slotracer in ihren Rundkurs investiert.
  • Anderthalb Jahre Zeit und einige tausend Euro haben die Slotracer in ihren Rundkurs investiert.
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Die „Schaumburg Slotter“ sind also Konstrukteure, Mechaniker und Fahrer in einer Person. „Man baut mit den eigenen Händen das eigene Auto für eine bestimmte Rennserie und will damit gewinnen“, erklärt Mark Richter die Faszination. „Getriebe, Reifen und Motor müssen mit der Bahn harmonieren“, weiß Ralf Mantik – Motorsport im Kleinen. Preis für ein siegfähiges Auto: rund 150 Euro.

Mit der guten alten Carrera-Bahn hat das nicht mehr viel zu tun. Holzbahnen haben den Vorteil, dass sie flüssiger zu fahren sind, weil es im Gegensatz zu Schienen aus Plastik keine Steckverbindungen gibt, die beim Überfahren einen kleinen Ruck erzeugen können. Anfangs lagen die Rundenzeiten in Röhrkasten bei 15 Sekunden, aber da war die Bahn noch glatt. Die Slotter drehten daraufhin Runde um Runde, damit Reifenabrieb auf die Rennstrecke kam – und damit Grip.

Heute liegt der Rekord bei 9,3 Sekunden. Gemessen wird auf Tausendstelsekunden genau. Auch sonst ist die Anlage mit modernster Technik ausgerüstet – eine vorausschauende Investition. „Wir wollen schließlich noch als Rentner an der Bahn stehen“, sagt Lars Meyer (Rinteln) schmunzelnd.

Gefahren wird in mehr als einem halben Dutzend unterschiedlichen Klassen. Am schnellsten sind die Autos der Gruppe 5, darunter Ford Capri oder Porsche 935, denn die haben die stärksten Motoren und sind extrabreit. Für 2019 ist eine neue Carrera-Klasse mit käuflichen GT-Fahrzeugen in 1:24 geplant. Für den Laien klingt all dies kompliziert, doch Anfänger werden nicht allein gelassen. „Bei uns werden Sie geholfen“, verspricht Jürgen Carstens (Rehburg-Loccum).

Bezahlt haben die „Slotter“ nur für das Material ihres Rundkurses, der Rest war Eigenleistung. Nach anderthalb Jahren waren Halle und Piste fertig. „Die Strecke hat einen Höhenunterschied von 40 Zentimetern“, berichtet Andreas Franke (Bückeburg). Man kann sich eine Holzrennbahn in der Größe auch von Firmen bauen lassen. „Das würde etwa 80 000 Euro kosten“, schätzt Ralf Mantik.

Mehr Informationen gibt es auf www.schaumburg-slotter.de.




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