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Nabu: Pflege für die Streuobstwiese

OBERNKIRCHEN. Rund ein Dutzend Nabu-Mitglieder haben sich auf der Streuobstwiese am Stiftswald zum Schnitt der Bäume getroffen und Hotels für Insekten aufgehängt.

veröffentlicht am 25.03.2019 um 13:15 Uhr
aktualisiert am 25.03.2019 um 16:10 Uhr

Ein Heim für Hornissen wird weit oben angebracht.
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Autor

Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
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OBERNKIRCHEN. Hornissen haben nicht nur einen schlechten Ruf, sondern auch Bedürfnisse: Viele Früchte und ein möglichst freier Anflug sind den Tieren wichtig, daher werden auf der Streuobstwiese auch die Obstbäume geschnitten, an denen nur noch eine überschaubare Anzahl von Äpfeln hängen wird, aber dafür auch ein Nistkasten für die Hornissen.

Als Insektenjäger sind Hornissen äußerst nützlich, meist harmlos und haben ihren fes-ten Platz im Naturgefüge. Hornissen helfen dem Menschen mehr, als dass sie ihn stören, denn ein gut entwickeltes Hornissenvolk kann pro Tag bis zu einem Pfund Insekten erbeuten. Damit lässt sich durchaus leben, denn Hornissen stechen nur, wenn sie sich oder ihr kunstvoll gebautes Nest, das nur für eine Saison bewohnt wird, bedroht fühlen. Aber oben in den Bäumen der Streuobstwiese ist diese Gefahr sicherlich überschaubar.

Seit dem Jahre 1991 betreut die Nabu-Gruppe die 5000 Quadratmeter große Streuobstwiese der Stadt Obernkirchen. Und beim jährlichen Obstbaumschnitt ist schnell erkennbar, dass die Naturschützer der Bergstadt das gleiche Problem plagt wie viele andere Vereine auch: Es fehlt an Nachwuchs, die Aktiven sind allesamt spürbar in die Jahre gekommen.

Immerhin: Zwei Kinder helfen mit, und die 2014 ins Leben gerufene Kindergruppe für alle Mädchen und Jungen von sieben bis zwölf Jahren gibt es noch, erklärt Betreuerin Anette Rotarius. Die Gruppe trifft sich an jedem zweiten Samstag im Monat ab 10.15 Uhr am Sonnenbrinkbad. Der Eindruck, die Kindergruppe gebe es nicht mehr, speist sich vor allem aus dem Internet-Auftritt der Ortsgruppe, 2018 wurden nur noch ein paar aktuelle Termine eingestellt.

Die Internet-Seite, so erklärt Bettina Wawrok als stellvertretende Gremiumssprecherin des Nabu, werde demnächst überarbeitet, denn man habe jemanden gefunden, der sich kümmern werde.

Gekümmert, um das Stichwort aufzunehmen, haben sich beim Schnitt auf der Streuobstwiese rund ein Dutzend Nabu-Mitglieder. Auf der Wiese finden sich vor allem sehr viele Apfelbäume. Und bei denen sollte der Schnitt nicht erst beginnen, wenn der Baum dem Besitzer in Größe und Höhe über den Kopf wächst.

Ein gezielter Schnitt im Winter, Sommer und Herbst hilft, um einem noch jungen Apfelbaum Stabilität und Vitalität zu verleihen. Immerhin sorgt ein idealer Baumschnitt für eine lichtere Baumkrone, besseren Schutz vor Pilzbefall und Krankheiten, stabilere Zweige für das Ausreifen einer reichen Ernte, mehr Nährstoffe für das Ausbilden der Früchte und, nicht zu vergessen, für Licht und Luft für die Baumkrone. Denn durch die lichtbeschienenen Blätter kann genügend Energie erzeugt werden, um reife und süße Früchte am Baum auszubilden – der Wind trocknet in einer lichten Baumkrone die Blätter besser, was die Apfelsorten wiederum sichtbar stärker vor Mehltau schützt.

Und nicht zu vergessen: Die lockere Krone ermöglicht eine pflegeleichtere Ernte im Spätsommer und Herbst.




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