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Nabu-Wanderung: Wo finden wir die Feldlerche?

OBERNKIRCHEN. Am Karfreitag, 19. April, will die Ortsgruppe des Naturschutzbundes auf einer kleinen Naturwanderung eine Antwort auf diese Frage suchen: Wo finden wir die Feldlerche?

veröffentlicht am 02.04.2019 um 12:59 Uhr
aktualisiert am 02.04.2019 um 23:10 Uhr

Stimmfreudiger Himmelsvogel: die Feldlerche. Foto: Kathy Büscher
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Autor

Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite

OBERNKIRCHEN. Die Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) will am Karfreitag, 19. April, auf einer kleinen Naturwanderung eine Antwort auf diese Frage suchen: Wo finden wir die Feldlerche?

Wahrscheinlich nirgendwo, darf man vermuten, denn es steht sehr schlecht um die einst häufige Vogelart. Was Eltern und Großeltern noch im Leben als anhaltender jubelnder Gesang begleitete, ist mehr oder weniger verstummt. Man könnte natürlich lakonisch mit der Schulter zucken, der Herr hat‘s gegeben und der Herr hat‘s wieder genommen, denn wer sich nicht anpasst, der stirbt aus. Der Vogel Dodo beispielsweise war eigentlich ein imposantes Wesen, über einen Meter groß und mehr als 20 Kilogramm schwer. Allerdings war er dumm: In der Evolution hatte er irgendwann das Fliegen verlernt – aber vergessen, sich eine andere Art der Verteidigung zuzulegen. Stattdessen war er zutraulich und überließ Gegnern ohne jede Gegenwehr seine Gelege. Das war sein Ende.

Die Feldlerche dagegen ist anpassungsfähig und eher anspruchslos, auf den Tisch kommt, was die Natur halt so anbietet. Im Frühjahr erbeutet sie vor allem Insekten, die während der Brutsaison für das Tier überlebenswichtig sind. Durch das Insektensterben fehlt der Lerche die Hauptnahrung. Zum zweiten Mal nach 1998 wurde sie 2019 zum Vogel das Jahres ausgerufen. Das ist keine gute Nachricht, denn in diesen 21 Jahren ist jede vierte Feldlerche aus dem Brutbestand verschwunden, der stimmfreudige Himmelsvogel ist in vielen Bereichen nahezu ausgestorben. Und stellt eine große Frage in den Raum: Wenn die anpassungsfähige und anspruchslose Feldlerche in der heutigen Agrarlandschaft keine Zukunft mehr hat – wer hat dann überhaupt noch eine?

Die Teilnehmer der Nabu-Führung am Karfreitag wollen die Felder rings um das neue Klinikum besuchen und sich die dortigen Ersatzmaßnahmen sowie die Umgebung ansehen. Anschließend soll im Jugendzentrum gemeinsam gefrühstückt werden. Treffpunkt für die Wanderung ist das Jugendzentrum an der Beeker Straße um 8.30 Uhr.




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