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„Das behält man ja im Kopf“

Nach Raubüberfall auf „Samen-Franz“: Geschäftsleute verunsichert

OBERNKIRCHEN. Der brutale Raubüberfall auf Franz Kusnierski, den 79-jährigen Inhaber des in der Langen Straße ansässigen Fachgeschäftes „Samen-Franz“, (wir berichteten) beschäftigt auch die Kaufmannschaft der Bergstadt.

veröffentlicht am 11.01.2019 um 15:07 Uhr
aktualisiert am 11.01.2019 um 16:40 Uhr

Am Hintereingang seines in der Langen Straße gelegenen Fachgeschäftes „Samen-Franz“ ist Franz Kusnierski überfallen worden. Foto: wk
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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OBERNKIRCHEN. „Ich finde das beängstigend“, kommentiert der Augenoptiker und Hörakustiker Markus Hunstiger das Geschehen. Bislang habe er nämlich geglaubt, dass es in Obernkirchen „friedlich“ sei. Sein eigenes Ladengeschäft in der Friedrich-Ebert-Straße hat er zwar als Schutz vor Einbrüchen mit einer Alarmanlage gesichert, aber solch einen Überfall auf einen Geschäftsmann hätte er sich hier in der Stadt nicht vorstellen können.

Welche Konsequenzen er aus diesem Vorfall zieht? „Ich bin nun noch ein bisschen achtsamer“, erklärt Hunstiger. Denn ein „ungutes Gefühl“ beziehungsweise eine gewisse „Unsicherheit“ empfinde er momentan schon. Auch deswegen hofft er, dass die Polizei den Täter bald zu fassen kriegt.

„Natürlich macht man sich Gedanken, aber was soll man dagegen tun“, sagt Michael Nehrmann, der - ebenfalls in der Friedrich-Ebert-Straße - ein Fachgeschäft für Brillenmode sowie Schmuck und Uhren betreibt. Denn das Problem sei doch, dass die Innenstadt (vor allem außerhalb der Geschäftszeiten) so gut wie „ausgestorben“ sei; zudem seien der Bornemannplatz und der von der Friedrich-Ebert-Straße dorthin führende Fußweg „nicht gerade hell ausgeleuchtet“. Soll heißen: Wenn hier wer auf der Straße oder - wie Kusnierski - des morgens an dessen Laden überfallen wird, bekommt das keiner mit.

Betroffen zeigt sich auch Lena Achter, die Chefin der in der Langen Straße beheimateten Bäckerei Achter: „Es ist schon ein ungutes Gefühl, da es direkt gegenüber passiert ist“, sagt sie mit Blick auf das dortige „Samen-Franz“-Geschäft, an dessen Hintereingang (Bornemannplatz) Kusnierski überfallen worden ist. Und dass ein alter Mensch, der sich nicht wehren kann, beraubt worden ist, sei besonders traurig. Zudem dürfte es Kusnierski nach diesem Erlebnis nicht leicht fallen, mit dem Betrieb dessen Ladengeschäftes wie gewohnt weiterzumachen, mutmaßt die Bäckermeisterin. Denn: „Das behält man ja im Kopf.“

Auch vorher sei ihr immer etwas „mulmig“ zumute gewesen, wenn sie frühmorgens im Dunkeln durch die menschenleere Innenstadt zur Arbeit gegangen ist, verrät Ute Ben Hadj Ali, die bei der Bäckerei Achter im Verkauf tätig ist. Sie selbst hatte Kusnierski am Dienstag um kurz vor 7 Uhr nach dem Raubüberfall mehrfach laut um „Hilfe“ rufen hören und daraufhin sofort von der Bäckerei aus die Polizei verständigt. Nur ein paar Minuten habe es gedauert, dann sei die Polizei da gewesen, erinnert sie sich.

Solch ein Vorfall gehe an einem selbstverständlich nicht vorbei, sagt Doris Mestwarp (Schneidergeschäft „Fresh & Funny“, Neumarktstraße). Zumal da es einfach ein „Unding“ sei, einen alten Mann niederzuschlagen.




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