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Appell vor dem Fachausschuss

Netzwerk „Obernkirchen hilft“ protestiert gegen Protokoll

OBERNKIRCHEN. Im Mai letzten Jahres plädierten Andreas Hofmann und Eva Felka vom Netzwerk „Obernkirchen hilft“ vor dem Fachausschuss des Rates für die Einstellung eines Sozialarbeiters, da die Arbeit mit den Flüchtlingen die Ehrenamtlichen an ihre Grenzen bringe.

veröffentlicht am 18.02.2019 um 14:41 Uhr
aktualisiert am 18.02.2019 um 17:18 Uhr

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Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
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OBERNKIRCHEN. Im Mai vergangenen Jahres haben Andreas Hofmann und Eva Felka vom Netzwerk „Obernkirchen hilft“ vor dem Fachausschuss des Rates für die Einstellung eines Sozialarbeiters plädiert, da die Arbeit mit den Flüchtlingen und Migranten die Ehrenamtlichen an ihre Grenzen bringe. Im Protokoll las sich dieser Appell später so: „Herr Hofmann verdeutlicht, dass sich die Bevölkerung Gedanken darüber machen soll, ob ein ,professioneller‘ Sozialarbeiter für die Betreuung der Flüchtlinge engagiert werden sollte. Die Integration sei Aufgabe der gesamten Bevölkerung.“

Aus Sicht von Hofmann macht es durchaus einen Unterschied: Man plädiert an den Rat – und im Protokoll ist von einem Plädoyer an die Bevölkerung die Rede. Er bat daher per E-Mail Ende Juni um eine Korrektur des Protokolls.

Ende Juni wendete sich Hofmann schriftlich an Bürgermeister Oliver Schäfer und die Ausschussvorsitzende Kirsten Battaglia und schlug folgenden Satz vor: „Hofmann bittet darum, dass sich der Rat der Stadt Obernkirchen Gedanken darüber machen soll, ob auch aus dessen Sicht ein ‚professioneller’ Sozialarbeiter für die Betreuung der Flüchtlinge als erforderlich gesehen wird. Eine notwendige Kostendeckung sollte erst nach einem solchen Beschluss betrachtet werden. Die Integration sei Aufgabe der gesamten Bevölkerung.“

Doch in der Sitzung des Ausschusses am 30. August wurde das Protokoll nicht geändert, es wurde von den Mitgliedern einstimmig genehmigt, mit dem aus Sicht von Hofmann falschen Plädoyer.

Der damalige Koordinator des Netzwerkes blieb hartnäckig und erinnerte am 12. September noch einmal per E-Mail an die Korrektur. Eine Antwort erhielt Hofmann nicht. So fragte er am 14. Oktober nochmals nach, da man bis dahin nicht feststellen konnte, ob die erbetenen Änderungen behandelt wurden. Aber eine Korrektur, so stellte er fest, habe offensichtlich nicht stattgefunden. Auch auf die Frage, ob man noch mit einer Anpassung rechnen könne, erhielt er keine Antwort.

Hofmann wandte sich am 20. November noch einmal an den Bürgermeister und die Ausschussmitglieder. In seinem Schreiben fasste Hofmann die „Historie“ der Sitzungen und des Protokolls zusammen, und ganz am Schluss folgte ein Satz, der seine ganze Verärgerung erahnen ließ: Die Helfer des Netzwerkes „Obernkirchen hilft“ stünden seit über drei Jahren den Flüchtlingen, der Arbeiterwohlfahrt Schaumburg und der Stadt „aktiv zur Seite“. Warum man dann bei einem „so wichtigen Anliegen nicht einmal eine Rückmeldung erhält, ist für uns nicht nachvollziehbar und unverständlich“. Inhaltlich habe sich an seinem Plädoyer übrigens nichts geändert: Der Bedarf an einem Sozialarbeiter sei „höher denn je“.

Rückblickend, erklärt Bürgermeister Schäfer auf Anfrage, sei das Schreiben von Hofmann im Sommer „untergegangen“. Generell könne aber ein genehmigtes Protokoll nicht mehr nachträglich geändert werden. In der November-Sitzung des Ausschusses wurden die Mitglieder über die E-Mail von Hofmann informiert, sie wurde kurzerhand dem Protokoll angehängt. Aus Sicht von Schäfer: alles gut.

Mittlerweile hat Hofmann den Posten des Koordinators des Netzwerkes aufgegeben, aber auf der nächsten Sitzung soll der Fachausschuss sich erneut mit der Frage eines Sozialarbeiters befassen. Eine Liste der Tagesordnungspunkte liegt indessen öffentlich noch nicht vor.




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