weather-image
Investor stellt Projekt vor

Neues Ärztehaus geplant: Alle unter einem Dach

OBERNKIRCHEN. Die Bergstadt erhält ein Ärztehaus, in dem bis zu sechs Ärzte unter einem Dach arbeiten können. Gebaut werden soll auf der Fläche hinter dem E-Center, am Ziegeleiweg.

veröffentlicht am 03.12.2018 um 14:41 Uhr

270_0900_117324_o_haus.jpg
4301_1_orggross_f-westermann

Autor

Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Nach dem Vortrag des Planers ist der Ausschuss spürbar begeistert, die Euphorie ist fast mit Händen fassbar, Ratsherr Bernd Kirsch (WIR), sagt, das er es kaum erwarten kann, bis der erste Bagger rollt. Die Begeisterung beim Politik und Verwaltung ist nachvollziehbar: Wann kommt schon mal ein Bauherr und Investor vorbei, der sein Vorhaben schon zu einem ganzen Paket verschnürt hat, das er mitbringt?

Der Bebauungsplan „Südlich des Ziegeleiweges“ soll nun ganz schnell den Weg ebnen für ein Ärztehaus mit einer angrenzenden Mischnutzung für Gewerbe, Dienstleister oder Häuslebauer. Gebaut wird auf der bislang landwirtschaftlichen Fläche oberhalb des E-Centers.

Dr. med. Timo Krüger, Facharzt für Allgemeinmedizin, und Arzt Lorenz Feuerbach werden dort das Ärztehaus bauen lassen, sie haben eine Praxis in Obernkirchen übernommen, dort reicht der Platz allerdings nicht aus. Feuerbach umriss das Projekt im Bauausschuss. Er sei seit zehn Jahren Mediziner, die Landärzte, die von 5 bis 22 Uhr für die Patienten in der Praxis erreichbar seien, „werden weniger“, in einem Ärztehaus werde die Arbeit besser verteilt, man werde so den Patienten einerseits und dem Arbeitsleben der Ärzte und der Mitarbeiter andererseits „gerecht“, weil in einer großen Praxis „ganz andere Arbeitsmodelle“ angeboten werden könnten, „warum sollten nicht vier bis sechs Ärzte gemeinsam unter einem Dach arbeiten“, dann sei es auch nicht immer ein Full-Time-Job.

Weil Krüger und er das „konsequent“ machen wollten, bliebe ihnen keine andere Wahl als ein Neubau, sagte Feuerbach; das Konzept sei über die Jahre „weiter und weiter“ gewachsen. Da die Patienten in den letzten Jahren spürbar mobiler geworden seien, nehme das Ärztehaus auch keinem anderen Arzt in Obernkirchen Patienten weg, sondern erschließe, rein geografisch, neue Räume. Wie Feuerbach erklärte, werde gerade mit zwei weiteren Kollegen verhandelt, bei der angedachten und geplanten „Anfangsstruktur“ gehe das Ärztehaus mit vier Ärzten an den Markt; vielleicht auch fünf, meinte er, dazu komme womöglich ein junger Arzt in der Ausbildung und ein Medizinstudent.

Planer Matthias Reinold, der das Projekt vorstellte, strich den geplanten Standort des Ärztehauses heraus: beste Lage, ein bisschen Landschaft, eine räumliche Nähe zum Versorgungskern, kurze Wege für Jung und Alt“, dazu zwei Landesstraßen vor der Tür und mit dem öffentlichen Personennahverkehr erreichbar.

Für das „kleinräumige Areal“ , so Reinold, sei ein Regenrückhaltebecken vorgesehen, und der schon vorhandene Grünzug auf dem Gelände sei rein rechtlich ein Wald, die „Waldrandkante“ sei einzuhalten, gefällt wird also nicht. Mehrere Monate, von März bis August, haben sich Gutachter das Gelände unter dem Aspekt des Artenschutzs angesehen, geschützte oder gar streng geschützte Arten wurden nicht gefunden, erklärte Reinold: „Es sind keine Probleme zu erwarten.“ Das Gelände selbst sei eine Herausforderung, so der Planer, acht Meter Gefälle, das sei der Hammer, daher sei für den oberen Bereich eine einfache Erschließung vorgesehen, eine Straße in U-Form. Der Bebauungsplan wird die Höhe für das Ärztehaus auf 13 bis 15 Meter festsetzen, so Reinold, „das fügt sich sehr gut ein“, nach oben hin werde die Höhenbegrenzung bei rund zehn Meter liegen: „Das ist schon eine bedeutende Einrichtung für Obernkirchen.“

Horst Sassenberg (CDU) befand, das Projekt sei „sehr gut nachvollziehbar“, und überhaupt: „schöne Konzeption“. Ausschussmitglied Jörg-Wilhelm Mevert verwies darauf, dass der Ziegeleiweg eine „gefährliche Straße“ sei, daher sollte ein Fußgängerweg auf den Weg gebracht werden, möglichst bis zur BKK 24. Vielleicht, so Sassenberg, könne der Gehweg parallel zum Bau des Ärztehauses angelegt werden. Es blieb dem Bürgermeister überlassen, der Debatte an diesem Abend den einzigen Wermutstropfen hinzuzufügen: Ein Gehweg, vor den Häusern, bis hoch zur BKK 24, das werde nicht funktionieren. Vielleicht auf der anderen Seite, wenn man also die Straße quere, so Oliver Schäfer.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare