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Asphaltschicht könnte Unfälle bei Regen auslösen / Polizei hat bereits Behörde informiert

Nicht griffig genug?

KRAINHAGEN. Es hat geregnet, die Straße ist feucht, die Kurven vor dem Bahnübergang an der Winternstraße in Krainhagen sind eng und die Kreisstraße ist stark abschüssig. So manch ein Auto ist an dieser Stelle schon ins Rutschen gekommen. Anwohner sind davon überzeugt, dass der Asphaltbelag der Kreisstraße 10 die Ursache für Unfälle ist.

veröffentlicht am 10.10.2018 um 12:08 Uhr
aktualisiert am 10.10.2018 um 18:20 Uhr

Straßenwärter Christian Scharnhorst schaut sich den Fahrbahnbelag an der Winternstraße vor dem Bahnübergang an. Foto: leo
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Leonhard Behmann Volontär zur Autorenseite
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KRAINHAGEN. Es hat geregnet, die Straße ist feucht, die Kurven vor dem Bahnübergang an der Winternstraße in Krainhagen sind eng. Obendrein ist die Kreisstraße stark abschüssig. Mancher ist an dieser Stelle schon ins Rutschen gekommen. Erst vor Kurzem hat hier der Fahrer eines Autos mit Anhänger die Kontrolle verloren. Die Schleudertour endete zunächst an einer Laterne. Schlimmer noch: Das Gespann geriet danach in den Gegenverkehr und prallte dort mit einem Wagen zusammen. Der Anhänger kam schließlich auf einem Kabelkasten zum Stehen, in Krainhagen fiel der Strom aus (wir berichteten). Es blieb bei Blechschaden.

Die Polizei hat in den vergangenen Jahren an diesem Ort zahlreiche Unfälle registriert, bei denen Autos auf der nassen Fahrbahn ins Schlittern gekommen sind. In den vergangenen drei Jahren sind an dieser Stelle nach Angaben der Polizei acht Unfälle passiert. „In allen Fällen war die Straße nass und die Fahrzeuge sind ins Rutschen gekommen“, erzählt Werner Müller vom Sachgebiet Verkehr bei der Inspektion. Die polizeiliche Statistik erfasst nur Unfälle, die von der Polizei aufgenommen wurden. „Es kann also durchaus sein, dass dort noch weitere Unfälle passiert sind, sich die Beteiligten geeinigt haben“, sagt Müller. Die Häufung sei der Polizei bereits aufgefallen. Zwar sei der Bereich statistisch gesehen kein Unfallschwerpunkt – dafür müssten fünf Unfälle der gleichen Art an exakt derselben Stelle passieren. Aber das Problem sei bereits der Straßenmeisterei und der Straßenbaubehörde gemeldet worden, sagt Müller auf Nachfrage dieser Zeitung.

„Aufgrund der Kurvensituation haben wir bereits vor dem Bahnübergang eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer vorgenommen“, sagt Markus Brockmann, Leiter der zuständigen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln. Das Tempolimit gilt nur bei Nässe. „Autofahrer sollen an dieser Stelle langsamer fahren, um nicht aus der scharfen Kurve zu fliegen“, erklärt Brockmann.

Krainhagen, WInternstraße: Nach einer Häufung von Unfällen wurde vor der Kurve ein Tempo-Limit angeordnet. Foto: leo
  • Krainhagen, WInternstraße: Nach einer Häufung von Unfällen wurde vor der Kurve ein Tempo-Limit angeordnet. Foto: leo
Obernkirchen, L 442 in Richtung „Süße Mutter“: Ein Schild warnt vor der Unfallgefahr. Der Asphalt wird demnächst abgefräst. Foto: leo
  • Obernkirchen, L 442 in Richtung „Süße Mutter“: Ein Schild warnt vor der Unfallgefahr. Der Asphalt wird demnächst abgefräst. Foto: leo

Anwohner sind davon überzeugt, dass der Asphaltbelag der Kreisstraße 10 die Ursache dafür ist, dass es vermehrt zu Unfällen kommt. Sie fordern eine Überprüfung der Fahrbahn, wollen wissen, ob die Griffigkeit ausreichend ist und möchten, dass noch weitere Gefahren-Schilder aufgestellt werden. Das ist bislang nicht passiert.

„Uns sind keine Hinweise bekannt, wonach die Griffigkeit nicht ausreichend ist“, erklärt Brockmann. Die Unfälle könnten auch aus anderen Gründen passiert sein. „Ohne Indizien, lassen wir kein Gutachten erstellen.“ Die Polizei will in einer Verkehrsbesprechung, bei der sowohl Vertreter des Straßenbauamtes als auch der Straßenmeisterei Rinteln anwesend waren, auf die Möglichkeit einer mangelnden Griffigkeit der Straße hingewiesen haben. Eine spezielle Messung könnte für Klarheit sorgen. Dabei fährt ein Spezialfahrzeug über die Straße und zieht ein schräges Schlepprad über die Fahrbahnoberfläche. Zusätzlich wird Wasser auf die Fahrbahn gegeben. „Regenwasser setzt die Reibung, die zwischen Straße und Reifen entsteht, zusätzlich herunter“, sagt Brockmann. „Wenn dann die Griffigkeit nicht gegeben ist, kann es zu Unfällen kommen.“

Unweit der Winternstraße, auf der L 442 in Höhe der „Süßen Mutter“, ist das erwiesenermaßen der Fall. Die Behörde hat reagiert. „Hier haben wir die Geschwindigkeit auf 50 Stundenkilometer begrenzt“, sagt Brockmann. Demnächst soll die Deckschicht abgefräst werden. Dies wäre auch an der Winternstraße eine Option, falls ein Gutachten ergibt, dass der Straßenbelag nicht griffig genug ist. Das Thema soll in der kommenden Woche bei der Sitzung der Verkehrskommission erörtert werden. Dort sitzen dann Vertreter der Polizei, des Landkreises, der Stadt und der Straßenbaubehörde an einem Tisch.




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