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Langzeitobdachlose müssen sich neue Bleibe suchen

Notunterkunft als Hilfe für Opfer von Bränden und Unwettern

OBERNKIRCHEN. Die Stadt Obernkirchen plant eine Notunterkunft für Obdachlose. Menschen, die zum Beispiel durch Brände oder Unwetter obdachlos werden, wurden bislang im ehemaligen Schlafhaus an der Stövesandtstraße untergebracht.

veröffentlicht am 04.01.2019 um 15:52 Uhr
aktualisiert am 04.01.2019 um 18:14 Uhr

Hier am Ende des Schwarzen Weges in Obernkirchen soll die Notunterkunft errichtet werden. Foto: leo
Leonhard Behmann

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OBERNKIRCHEN. Das Gebäude sei in die Jahre gekommen, erklärt Bauamtsleiter Norbert Eßmann auf Nachfrage. „Das Dach ist undicht, die Bausubstanz marode und die Räume sind feucht.“ Es sei menschenunwürdig, Menschen ohne Obdach weiter in dem Gebäude wohnen zu lassen. Aus diesem Grund will die Stadt schnell handeln.

Einen ersten Plan, wie die Notunterkunft aussehen kann, gibt es bereits. Am Ende des Schwarzen Weges sollen auf einem städtischen Grundstück Wohncontainer aufgestellt werden. Dort ist genug Platz - die asphaltierte Fläche dort liegt brach. Die Planung sieht zunächst sechs Wohncontainer vor. „Jeder Container ist für eine Person konzipiert“, erklärt Eßmann. Zusätzlich soll ein Technikcontainer aufgestellt werden. Auf diese Weise werden die mobilen Unterkünfte mit warmem Wasser versorgt. In dem Container befindet sich eine Therme. Möglich sei bei Bedarf, das Container-Dorf auf zwölf mobile Wohnungen aufzustocken. „Der Platz dafür ist da“, sagt Eßmann.

In der Notunterkunft sollen Menschen untergebracht werden, die kurzfristig durch Unglücke oder Katastrophen obdachlos geworden sind.

Bisher werden Obdachlose in dem ehemaligen Schlafhaus an der Stövesandtstraße untergebracht. Nach Angaben der Stadt ist es menschenunwürdig, Menschen ohne Obdach weiter in dem Gebäude wohnen zu lassen. Es ist marode. Foto: leo
  • Bisher werden Obdachlose in dem ehemaligen Schlafhaus an der Stövesandtstraße untergebracht. Nach Angaben der Stadt ist es menschenunwürdig, Menschen ohne Obdach weiter in dem Gebäude wohnen zu lassen. Es ist marode. Foto: leo

Bisher haben auch sogenannte Langzeitobdachlose in der Unterkunft an der Stövesandtstraße gewohnt, sagt Bürgermeister Oliver Schäfer. „Das wird es in der geplanten Notunterkunft nicht mehr geben. Der Stadtrat hat das so entschieden“, sagt Schäfer. Langzeit-Wohnungslose können zwar weiterhin vorübergehend auch in den Containern wohnen, müssten sich aber schnellstmöglich eine andere Bleibe suchen. Schließlich wolle man niemandem zumuten, bei extremer Kälte auf unter freiem Himmel schlafen müssen, sagt Schäfer auf Nachfrage. Für obdachlos gewordene Familien hält die Stadt derzeit andere Wohnungen bereit. Sie werden nach Fertigstellung der Notunterkunft von der Stadt vermietet.

Die derzeitige Obdachlosenunterkunft an der Stövesandtstraße wird, wenn die neue Unterkunft fertig ist, geschlossen. Was mit dem Gebäude passiert, ist unklar. Möglich sei, dass das Haus abgerissen wird. „Vielleicht findet sich aber auch ein Käufer für das Gebäude“, hofft Bürgermeister Schäfer. Bevor das Haus für Obdachlose genutzt wurde, diente es als Schlafhaus für Glas- und Korbmacher, später wurden die Wohnungen von der Stadt vermietet. Das Jahrzehnte alte Haus sei inzwischen so marode, weil ein Renovieren zu teuer gewesen sei, erklärt Schäfer.

Die sogenannte Container-Lösung sei kostengünstig und habe den Vorteil, dass die Wohnungen mobil sind. „Sie können jederzeit mit einem Lastwagen und Kran abtransportiert und an einer anderen Stelle aufgestellt werden“, sagt Eßmann. Trotzdem sei am Schwarzen Weg ein Fundament nötig, da das Grundstück eine starke Neigung hat. Die Stadt Obernkirchen hat für den Bau am Schwarzen Weg eine Bauvoranfrage beim Landkreis gestellt. Die Kreisbehörde hat grünes Licht gegeben. Jetzt kann ein Bauantrag gestellt werden. Auch die Finanzierung des Projektes ist gesichert, erklärt Eßmann.




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