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Gelebte Stadtgeschichte ab 12 Uhr

Offene Pforte: Garten Brockmann ist Sonntag geöffnet

OBERNKIRCHEN. Am Sonntag, 7. Juli, ist der Garten Brockmann im Rahmen der Offenen Pforte von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Es ist ein kleines Jubiläum, das gefeiert werden kann, denn in dieser Form existiert der Garten seit 150 Jahren und ist heute ein Musterbeispiel für bürgerliche Gartenkultur des 19. und 20 Jahrhunderts.

veröffentlicht am 05.07.2019 um 11:53 Uhr
aktualisiert am 05.07.2019 um 17:20 Uhr

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In den Jahren 1870 und 1880 lassen die Kaufleute Gebrüder Brockmann die beiden alten Fachwerkhäuser Nr. 33 und 34 abreißen und mit Fassaden im Stil der Gründerzeit neu errichten. In dieser Zeit ist vermutlich auch der Garten in der jetzt noch nachvollziehbaren Form umgestaltet und bis in die Siebzigerjahre durch die Familie Brockmann genutzt, erhalten und gepflegt worden.

Im ersten Drittel des 20. Jh. befindet sich der Garten auf seinem gestalterischen Höhepunkt, von dem sich bis heute wesentliche Elemente erhalten haben. Die Grundfläche des Gartens ist in ihrer Größe unverändert geblieben, sodass ein bürgerlicher Garten aus der Zeit um 1900 als fast vollständige Gesamtanlage erhalten blieb.

Vor allem auch regionalgeschichtliche Bedeutung erlangt der Garten durch seine Einfriedung mit den für Obernkirchen typischen Steinmetzarbeiten aus Sandstein. So ist der Garten Brockmann fraglos ein Stück gelebte Stadtgeschichte und deshalb wert, der Nachwelt in seiner Grundstruktur auf Dauer erhalten zu werden.

Vielfältige Kunst gibt es auch zu sehen, das Malatelier stellt aus.

Wer den Garten länger nicht mehr besucht hat, wird womöglich hocherfreut staunen: In letzter Zeit wurden rund 120 Pflanzen, darunter Farne, Fingerhut, Silberkerze, Funkien, Fetthenne, Bergenie, Wolfsmilch, Nieswurz, Eisenhut, Duft-Veilchen, Storchenschnabel und Lenzrose neu eingesetzt.

Schwerpunkt der Pflanzenauswahl war eine lange Blütezeit, Trockenresistenz und Bienenfreundlichkeit, damit sich das Brockmann-Bienenvolk in seinen Wohnzimmer noch wohler fühlt.

Aus der Info-Galerie werden Specksteinarbeiten zu sehen sein, außerdem werden Mitglieder des Malateliers „Vielfalt“ einige ihrer Werke ausstellen.

Und mit Renate Ernst und Gerda Voigt stehen zwei Ansprechpartner zur Verfügung, die vor allem aus der Historie des Gartens und der der Bergstadt detailliert und unterhaltsam zu erzählen wissen.




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