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Anwohner sauer

Schlecht ausgeschildert: Verkehrschaos rund um L442

OBERNKIRCHEN. Zwischen Buchholz und Obernkirchen wird derzeit die Landesstraße saniert. Die Ausschilderungen der Umleitungen sorgen allerdings für Ärger bei Autofahrern. Die Anwohner sind außerdem sauer: Sie wurden von den Straßensperrungen überrascht. Wir haben bei der zuständigen Behörde nachgefragt:

veröffentlicht am 25.10.2018 um 17:43 Uhr

Durch das Wohngebiet im Bereich „Beckmarhau“ schlängeln sich Lkw und Autos. Hier kommt es zum Verkehrschaos. Fotos: la
Kerstin Lange

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Kerstin Lange Redakteurin zur Autorenseite
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OBERNKIRCHEN. Zwischen Buchholz und Obernkirchen wird derzeit die Landesstraße saniert. Die Ausschilderungen der Umleitungen sorgen allerdings für Verwirrungen, und auch die Anwohner der Rintelner Straße wurde von Sperrungen überrascht und sind verärgert.

Die Verkehrssituation ist wenig übersichtlich. Die L 442 ist voll gesperrt, die K 67 und K 65 frei bis zur „Süßen Mutter“ – diese Informationen erhalten derzeit die Verkehrsteilnehmer, die von Rinteln in Richtung Obernkirchen durch Steinbergen fahren. Es folgen kleine gelbe Umleitungsschilder für Lkw- und Autofahrer, aber an der Steinberger Kreuzung fehlt jeglicher weiterer Hinweis. Die Fahrtrichtung Obernkirchen und Stadthagen ist nicht durchgestrichen. Kaum jemand aus der Region – und Auswärtige noch viel weniger – wissen, welches die L 442 oder die K 67 und 65 sind. Da die Fahrtrichtungsschilder nicht rot markiert – also Obernkirchen und Stadthagen nicht als gesperrt angezeigt werden – rollen die meisten Fahrzeuge gerade weiter über die Kreuzung, durchfahren Buchholz und stehen dann „plötzlich“ kurz hinter der „Süßen Mutter“ vor Sperrbaken, die eine Durchfahrt unmöglich machen.

„Das ist eine Katastrophe hier. Die Lkw stehen dann da, versuchen zu wenden und das Chaos ist perfekt“, beklagt ein Anwohner. Oftmals seien die Sperrbaken einfach zur Seite geräumt worden und die Lkw und Autos sind weitergefahren. Derzeit ist das noch kein Problem, denn die Sanierungsarbeiten an der L 442, der Landesstraße zwischen der „Süßen Mutter“ bis einige Hundert Meter nach Obernkirchen hinein, sind noch in der Vorbereitung, es wird lediglich der Graben am Fahrbahnrand ausgehoben.

Claudia Urban fragt Peter Blana, ob die Sperrung der Rintelner Straße für Fußgänger ernst gemeint ist.
  • Claudia Urban fragt Peter Blana, ob die Sperrung der Rintelner Straße für Fußgänger ernst gemeint ist.
Bereits in Steinbergen bekommt man die Auswirkungen der Baustelle zu spüren. Viele Verkehrsteilnehmer fahren - trotz Schildern - geradeaus bis zur „Süßen Mutter“. Foto: la
  • Bereits in Steinbergen bekommt man die Auswirkungen der Baustelle zu spüren. Viele Verkehrsteilnehmer fahren - trotz Schildern - geradeaus bis zur „Süßen Mutter“. Foto: la
Die Straßensperrung in Obernkirchen führt dazu, dass sich der Verkehr momentan durch den Ort schlängelt. Lkw bleiben stecken und versuchen, zu wenden. Foto: la
  • Die Straßensperrung in Obernkirchen führt dazu, dass sich der Verkehr momentan durch den Ort schlängelt. Lkw bleiben stecken und versuchen, zu wenden. Foto: la

„Ab Montag wird die Straße ausgefräst, und zwar 15 bis 18 Zentimeter tief. Dann ist die Durchfahrt nicht nur verboten, sondern auch absolut nicht ratsam“, warnt Holger Fröhlingdorf vom Landesstraßenbauamt in Hameln. Die Autofahrer sollten sich an die Umleitungen halten.

Die sogenannten „Schleichwege“ durch die Wohngebiete sind meistens verstopft. „Da fahren dicke Lkw rein, kommen nicht weiter und können nicht wenden. Das ist das totale Chaos hier“, stellte ein Anwohner im Bereich der Straße „Beckmarhau“ fest.

Die offiziellen Umleitungen führen von Rinteln, für Autofahrer über Bad Eilsen, Vehlen auf die B 65 und für Lkw-Fahrer über Bückeburg auf die B 65, da sie nicht durch Bad Eilsen fahren dürfen. Aus Richtung Stadthagen sind die Umleitungen die Gleichen, aber auch hier gibt es nur die Vorhinweisschilder und die kleinen gelben Umleitungsschilder. Die Fahrtrichtungsanzeiger mit Kilometerangabe weisen weiter auf die Strecke über die L 442 nach Rinteln.

„Die Vorhinweisschilder reichen aus. Sie sind gut sichtbar und müssen von den Verkehrsteilnehmern beachtet werden“, meinte Peter Blana von der Straßenmeisterei. „Die Vollsperrung muss für die Sanierung der Straße sein und dann müssen für die kurze Zeit – Mitte November ist alles fertig – eben mal längere Umleitungsstrecken in Kauf genommen werden.“

Verärgert sind nicht nur die betroffenen Autofahrer, sondern auch die Anwohner der Rintelner Straße, die über die Baumaßnahme nicht informiert wurden und am Donnerstag vor Sperrschildern standen. „Auf legalem Weg können wir Anwohner der Rintelner Straße 136 bis 158 nicht zu unseren Häusern gelangen, da weder Autos noch Fußgänger die Sperrung passieren dürfen“, stellte Claudia Urban fest und überlegte – nicht ganz ernsthaft – sich aus Achum einen Hubschrauber zu mieten.

Vor Ort erläuterte ihr Peter Blana, dass sie zu Fuß in jedem Fall zu ihrem Haus gelangen könne: „Die Sperrschilder für Fußgänger und Autofahrer gelten nur für die Rintelner Straße. Am Rand können Sie gehen, und auch die Zufahrt der Anlieger zu ihren Grundstücken sei nur an wenigen Tagen nicht möglich. Dann müssen Sie mal in einer Seitenstraße parken.“

Das Bauunternehmen Nolte, das die Sanierung der L 442 ausführt, verteilte am Donnerstagnachmittag Informationszettel an die Anwohner, die einen anderen Wortlaut enthielten. „Bis zum 14. November kommt es in dem Bereich Ihrer Grundstücke zu unvermeidbaren Behinderungen. Ihre Grundstücke sind bis zum vorgenannten Termin von der Rintelner Straße lediglich fußläufig zu erreichen. Stellen Sie Ihre Fahrzeuge für den vorgenannten Zeitraum in benachbarten Straßen ab“, steht auf dem Info-Zettel.

„Wir hätten die Anwohner früher informieren sollen, aber die Baumaßnahme wurde sehr kurzfristig begonnen. Wir hatten die Arbeiten ausgeschrieben und konnten überraschend noch jetzt, also vor dem Winter, beginnen“, erklärte Fröhlingsdorf. „Außerdem muss man wissen, dass wir als Straßenbaubehörde das Recht haben eine Straße zu sperren und die Anwohner dagegen kein Recht darauf haben, die Straße zu nutzen. Es muss einfach auch mal gehen, dass die Autos nicht in der heimische Garage, sondern für ein paar Tage in einer Nachbarstraße geparkt werden.“ Die L 442 wird auf einer Strecke von 1,1 Kilometern saniert. Zum Teil wird nur die Deckschicht erneuert, um die Griffigkeit der Straße zu verbessern und Unfallgefahren zu minimieren, und auf 750 Metern Länge sind umfangreichere Sanierungsarbeiten zur Wiederherstellung der Straße erforderlich. Bis Mitte November soll alles fertig sein.




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