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Vernissage in der Info-Galerie: Warum Arina Dähnicks Fotokunst fasziniert

Sie hat den Mut zum Schönen

Obernkirchen. Irgendwie fasziniert diese Frau. Sie ist offen, klug, charmant, lebendig, ungekünstelt und steckt voller verblüffender Ideen. Wenn man das große Feld der Fotografie ins Auge nimmt, scheint es auf den ersten Blick reichlich ausgereizt zu sein. Arina Dähnick ist ein Beweis dafür, dass dem nicht so ist.

veröffentlicht am 28.08.2015 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 10:32 Uhr

Liselotte Dehler-Schmahl hat gut daran getan, die Berlinerin für eine Ausstellung in der Info-Galerie zu gewinnen. Eigentlich ist die Fotokünstlerin ja größere Ausstellungsorte gewöhnt, aber die Bergstadt hat zuweilen internationales Flair, wie das kürzlich begonnene Bildhauer-Symposium beweist.

Die Leiterin der Info-Galerie bezeichnete Dähnicks Bilder bei der rappelvoll besuchten Vernissage als Beispiele voller Schönheit, Ästhetik und Ausgewogenheit. Für ihre fotografischen Reflexionen habe sie die Metropolen New York und Paris ausgesucht sowie ihren Lebensmittelpunkt Berlin.

Die Laudatorin: „Arina Dähnick ist ein Mensch, der sich nicht irre machen lässt von den Propheten der Trostlosigkeit, von der Hässlichkeit und der Modeströmung zum Nihilismus; sie hat den Mut zum Schönen, zur Harmonie und Ordnung im Bild. Konstruierte Disharmonie ist ihr fremd.“

Dähnick: „Eine über die digitale Bildentwicklung hinausgehende Manipulation lehne ich ab. Ich füge nichts hinzu und entferne nichts. Das Bild zeigt das Motiv genau so, wie ich es in der Realität gesehen habe.“

Der Diplom-Ingenieur und Patentanwalt Carsten Wagner aus Hannover verfolgt mit großer Aufmerksamkeit den künstlerischen Weg der Berlinerin. Er besitzt eine umfangreiche Sammlung von Leica-Kameras, und Arina Dähnick arbeitet seit Anbeginn ihrer Karriere mit Fotoapparaten dieses weltbekannten deutschen Unternehmens.

„Konzeptfotografie“ nennt Wagner die Art, in der Dähnick die Bilder für ihre Projekte künstlerisch gestaltet. Das gilt auch für die in der Info-Galerie ausgestellten Motive.

Diese Reflexionsaufnahmen hätten sie allein schon durch die veränderte Perspektive herausgefordert, gab Wagner die Meinung der Fotografin kund. Vorne sei nicht vorne, der Raum sei nicht so aufgeteilt, wie er es sein sollte. Hinsichtlich der Wirkung ihrer Aufnahmen auf die Betrachter möchte die Fotografin die feine Grenze zwischen Herausforderung und Überforderung nicht überschreiten. Die Überforderung schaffe Abwehr und Rückzug in das Bewährte, ist sie überzeugt.

Aber kein Zweifel: Diese Motive haben ihre ganz eigene Authentizität. Dähnick spricht zwar davon, dass ihr die Bilder eher begegnen, als dass sie nach ihnen auf die Suche geht, aber wenn eine solche Begegnung stattgefunden hat, folgt sie ihrer fotografischen Intuition. Und auf die könne sie sich bei der Bildkomposition verlassen.

Da reicht nicht nur das perfekte Beherrschen der Aufnahmetechnik aus, sondern da gehört neben der Intuition auch jene Begabung hinzu, die das Endprodukt zur Kunst werden lässt. Von einer Malerin habe sie das Sehen gelernt, führte die Berlinerin dazu einmal aus.

Das heißt für den Betrachter ihrer Bilder zugleich, dass er sich bei dieser Ausstellung auf eine andere Sichtweise als die übliche gefasst machen muss. Und diese Sichtweise steht im Zusammenhang mit dem Thema des Projektes – mit den Spiegelungen. Entstanden sind die Bilder mit einer Leica M, dem aktuellen digitalen Flaggschiff dieses Herstellers. sig




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