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Aus Schaumburg in die Welt

Silke Felton managt HIV-Präventions-Projekte in Afrika

VEHLEN / ESWATINI. Auf einem Bauernhof in Vehlen ist Silke Felton (geb. Meier) aufgewachsen. Deren Lebensmittelpunkt ist jedoch seit vielen Jahren Afrika. Im südafrikanischen Königreich Eswatini, das frühere Swasiland, hat sie sich dem Kampf gegen AIDS verschrieben. Hier berichtet sie von ihrem Einsatz.

veröffentlicht am 16.10.2018 um 11:56 Uhr
aktualisiert am 16.10.2018 um 16:20 Uhr

Kampf gegen AIDS: Anlässlich ihres Familienbesuchs in Vehlen berichtete Silke Felton dieser Zeitung von ihrer Arbeit in Eswatini. Foto: wk
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Michael Werk Reporter zur Autorenseite
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VEHLEN / ESWATINI. Auf einem Bauernhof in Vehlen, der durch eine dort ansässige kleine Hausbrauerei bekannt ist, ist Silke Felton (geborene Meier) aufgewachsen. Und gelegentlich besucht sie ihre alte Heimat, um ihre hier verbliebenen Familienangehörigen wiederzusehen. Feltons eigener Lebensmittelpunkt ist jedoch seit vielen Jahren Afrika, wo sich die heute 56-Jährige im Bereich der Entwicklungshilfe engagiert.

Aktuell ist sie für die US-amerikanische Entwicklungshilfeorganisation USAID im südafrikanischen Königreich Eswatini (früher: Swasiland) tätig. Als Stellvertretende Direktorin der dortigen USAID-Niederlassung leitet die ehemalige Schaumburgerin eine Abteilung, die sich dem Kampf gegen Aids verschrieben hat.

Wenn man im südlichen Afrika in der Entwicklungshilfe arbeitet, komme man um das Thema Aids nicht herum, berichtet Felton. So seien etwa im Jahr 2010 von den damals rund 1,1 Millionen Einwohnern Swasilands geschätzt 236 000 Menschen mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HIV) infiziert gewesen. Seitdem sei es jedoch gelungen, die Infektionsrate (Jahr 2015 gegenüber 2010) durch eine entsprechende Aufklärung der Bevölkerung und eine medizinische Behandlung der betroffenen Menschen um 46 Prozent zu senken.

Zum Vergleich: „Etwa 30 Prozent der 15 bis 49-Jährigen sind HIV-positiv; damit gehört Eswatini zu den Ländern mit der höchsten HIV-Prävalenz der Welt“, informiert das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland auf seiner Homepage.

Die Ausbreitung der HIV-Infektionen könne man durch Aufklärung und geeignete Medikamente „in den Griff“ bekommen, erklärt Felton. Voraussetzung hierfür sei aber das Erreichen folgender globaler Ziele: Mindestens 90 Prozent der HIV-positiven Menschen der – in diesem Fall eswatinischen – Bevölkerung sollten wissen, dass sie Träger des HI-Virus sind. Von dieser Gruppe wiederum sollten mindestens 90 Prozent mit Medikamenten therapiert werden. Und bei 90 Prozent der mit entsprechenden Medikamenten behandelten HIV-positiven Personen sollte die Infektion dann in dem Maße „virologisch unterdrückt“ sein, dass der HI-Virus „nicht mehr übertragbar“ sei.

In Eswatini ist die Situation laut Felton diesbezüglich so, dass der Staat die für die Therapie benötigten Medikamente bezahlt; ebenso die mindestens einmal pro Jahr erforderlichen virologischen Tests. Die Internationale Entwicklungshilfeorganisation USAID unterstützt den Kampf gegen Aids dabei ihrerseits durch die Finanzierung von HIV-Selbsttests und der Diagnostik dienenden Laborausstattungen und -chemikalien. Ferner berät man die Behörden vor Ort mittels auf das Thema HIV spezialisierter Experten (Ärzte und Krankenschwestern).

Warum sie sich in Afrika in der HIV-Prävention engagiert? „Es ist eine Arbeit, die nötig ist“, sagt Felton. Zudem habe sie das Gefühl, dass die Menschen und die Behörden diese Unterstützung willkommen heißen. Und nicht zuletzt empfinde sie persönlich Freude an Tätigkeiten im Bereich des Projektmanagements.

Zur beruflichen Vita der Ex-Vehlenerin, die nach ihrem am Gymnasium Adolfinum in Bückeburg gemachten Abitur in Göttingen und Köln Geografie und Germanistik auf Lehramt studiert hat (1. Staatsexamen), gehören auch noch einige andere Stationen auf dem afrikanischen Kontinent: So etwa zwei Jobs als „Deutsch-als-Fremdsprache“-Lehrerin in Kenia und Namibia. Ferner war sie – ebenfalls in Namibia – bei einer Nicht-Regierungsorganisation Koordinatorin („Training-Coordinator“) für „Traditionelle Obrigkeiten“. Ihre Aufgabe lag darin, jene „Obrigkeiten“ in Rechtskunde zu unterweisen und diese für die Belange von Kindern und Frauen zu sensibilisieren. Nicht zuletzt engagierte sie sich für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), indem sie in Namibia Projekte im Bereich der HIV-Prävention leitete. Überdies war sie in Angola im Rahmen eines UNICEF-Bildungsprogramms als Lehrkraft tätig.

Silke Felton ist verheiratet und hat mit ihrem Ehemann eine gemeinsame Tochter, die 1999 in Namibia geboren wurde. In jenem Afrika-Staat, in dem sich das Paar vor ungefähr zehn Jahren den Traum vom eigenen Haus erfüllt hat. Aufgrund ihrer derzeitigen beruflichen Tätigkeit bei USAID in Eswatini führen die 56-Jährige und ihr in Namibia gebliebener Ehemann (von Beruf Kommunikationsbeauftragter) derzeit jedoch eine Fernbeziehung.




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