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Stadt rechnet mit Kosten von bis zu 28 000 Euro / Anspruch aber erst ab Herbst 2019

Sonnenbrink-Genossen bekommen Geld

OBERNKIRCHEN. Die Sonnenbrinkbad-Genossenschaft ist Geschichte. Was jahrelang als Erfolgsmodell auch in anderen Kommunen vorgestellt wurde, ist in Obernkirchen aus unterschiedlichen Gründen gescheitert.

veröffentlicht am 20.12.2018 um 17:25 Uhr
aktualisiert am 20.12.2018 um 19:50 Uhr

Die Technik im Sonnenbrinkbad: Eine Aufarbeitung der MIsere wird es wohl nicht mehr geben. Foto: Archiv
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Jakob Gokl Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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Je nachdem, wen man fragt, wurde die Stadt unter Vortäuschung falscher Tatsachen in das Projekt gelockt. Oder der Landkreis hat seine Gebäude quasi auf Kosten der Obernkirchner billig beheizt. Oder es lag an mangelndem Wissen der handelnden Personen. Oder es waren einfach die schwierigen Rahmenbedingungen.

Eine gründliche Aufarbeitung der Misere wird nicht mehr stattfinden. Der Stadtrat hat mit weiteren fast 200 000 Euro des knappen Steuergelds die Genossenschaft über das Jahr 2017 gerettet und die reibungslose Abwicklung damit ermöglicht.

Jetzt bleibt noch die Frage nach dem Geld der Genossen. Alle „natürlichen Personen“, also Menschen und nicht Unternehmen oder Institutionen, die Genossenschaftsanteile gezeichnet haben, sollen 50 Prozent davon durch die Stadt ersetzt bekommen. Diese Zusicherung vonseiten der Stadt gab es von Anfang an. „Und sie gilt natürlich weiterhin“, betont Bürgermeister Oliver Schäfer auf Anfrage dieser Zeitung.

Wichtig ist die Einschränkung auf „natürliche Personen“, da insbesondere die Stadt Obernkirchen über Jahre die Genossenschaft durch den Kauf von Anteilen subventioniert hat. Sie ist damit mit Abstand der finanzschwerste Genosse – bekommt aber von ihren fast 500 000 Euro nichts zurück.

Noch bis zum 31. August hätten Gläubiger der Genossenschaft Zeit, Forderungen zu stellen. „Bislang hat sich aber noch niemand gemeldet“, sagt Schäfer. Danach erhalte jedes Mitglied der Genossenschaft eine Bescheinigung, von selbiger postalisch zugestellt. Damit könne man dann die Hälfte seiner Einlagen von der Stadt zurückfordern. „Wir haben damals eine Bürgschaft abgeschlossen“, so Schäfer. Diese belaufe sich auf maximal 40 000 Euro. „So viel wird es aber nicht werden.“ Denn es seien keine 80 000 Euro an Genossenschaftsanteilen von natürlichen Personen gezeichnet.

Sollten alle Anspruchsberechtigten sich melden, dann werde die Stadt etwa 30 000 Euro ausschütten. „Wir halten diese Bürgschaft aufrecht, bis der Letzte sich gemeldet hat“, so Schäfer. Selbst wenn der Anspruch irgendwann formaljuristisch auslaufen würde – „wir zeigen uns da kulant“.




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