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Ein Bebauungsplan soll’s möglich machen / Konzept gegen Innenstadt-Verödung

Stadt will City beleben

OBERNKIRCHEN. Seit Jahren schon stehen viele Geschäfte in der Innenstadt leer. Die Stadt will jetzt etwas gegen die zunehmende Verödung der Innenstadt tun – mit einem Bebauungsplan. Dafür sollen auch alte leer stehende Gebäude abgerissen werden.

veröffentlicht am 18.09.2018 um 14:59 Uhr
aktualisiert am 18.09.2018 um 17:00 Uhr

In dem ockerfarbenen Bereich darf künftig auch das Erdgeschoss zu einer Wohnung umgebaut werden. Die Stadt will damit etwas gegen die zunehmende Verödung der Innenstadt tun. Foto: Planungsbüro Reinold
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Leonhard Behmann Volontär zur Autorenseite
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„Bisher war es so, dass in dem Bereich nördlich und südlich der Friedrich-Ebert-Straße und in einem Teilstück westlich der Rathenaustraße eine Wohnbebauung im Erdgeschoss nicht erlaubt war. Lediglich Gewerbe durfte sich dort ansiedeln“, sagt Bauamtsleiter Norbert Eßmann. Mit dem Bebauungsplan O24 will man das jetzt ändern. Künftig darf man auch das Erdgeschoss zu einer Wohnung umbauen. „Wir wollen damit die City wieder stärker beleben“, erklärt Bürgermeister Oliver Schäfer. Gänzlich vertreiben will man das Gewerbe in dem Bereich aber nicht. Mindestens ein Viertel des Bereiches muss für mittelständische Betriebe freibleiben. „Die Mischung aus Wohn- und Gewerbenutzung macht es eben“, sagt Schäfer.

Ein Hausbesitzer an der Friedrich-Ebert-Straße hatte den Stein in Rollen gebracht. Der Anwohner wollte gern das Erdgeschoss seines Hauses zu Wohnungen umbauen. „Spätestens im Frühjahr nächsten Jahres wird das mit dem neuen Bebauungsplan möglich sein“, ist sich Schäfer sicher. Auf einer Fläche südöstlich vom Bornemannplatz darf auch neu gebaut werden. „Zwischen dem Altbestand an der Friedrich-Ebert-Straße und dem geplanten Neubaugebiet soll eine Fläche frei bleiben“, sagt Schäfer. „Dort wollen wir einen Aufenthaltsbereich schaffen.“ Gebaut darf nur unter Auflagen. „Die Neubauten müssen sich baulich in die Umgebung einpassen. Flachdächer sind nicht erlaubt. Das charakteristische Straßenbild mit Giebelhäusern soll erhalten bleiben“, erklärt Schäfer.

Die dichte Bebauung südlich der Friedrich-Ebert-Straße soll aufgebrochen werden. Hier stehen Häuser und Anbauten dicht an dicht. Die Stadt will einen Hinterhof-Charakter schaffen. „Das geht nur, wenn alte leer stehende Gebäude abgerissen werden. Dort, wo dann durch den Abriss Platz geschaffen wird, können die Hinterhöfe entstehen“, erzählt der Bürgermeister. Bevor der Bebauungsplan aufgestellt werden konnte, musste ein Lärmgutachten erstellt werden. „Es gab Bedenken, dass der Verkehr auf der Neumarkt- und Rathenaustraße den zulässigen Wert von 70 Dezibel überschreitet“, sagt Schäfer. Das Gutachten und eine Verkehrszählung hätten aber ergeben, dass der Lärmpegel in dem Bereich unter diesem Wert liegt – wenn auch sehr knapp. „Aber es reicht, dass der Straßenbaulastträger, in diesem Fall die Landestraßenbaubehörde, für keinen aktiven Lärmschutz (wie etwa eine Geschwindigkeitsbeschränkung) sorgen muss“, sagt Schäfer. Auch die sogenannten Träger öffentlicher Belange, wie die Naturschutzbehörde oder der Landkreis, mussten gefragt werden. Hier habe es aber keine Probleme gegeben, sagt Bauamtsleiter Eßmann. „Es könnte auch sein, dass bei den Bauarbeiten archäologische Funde gemacht werden, schließlich sind wir in der Innenstadt.“ Eßmann weist zudem auf eine vierwöchige Frist hin. „Sie wird ab einem noch nicht bestimmten Zeitpunkt gelten. Dann kann jeder Bürger die Bebauungspläne im Rathaus einsehen und gegebenenfalls noch letzte Anregungen oder Bedenken äußern“, sagt Eßmann.

Der Bauausschuss diskutiert derzeit noch über einen weiteren Bebauungsplan in der Innenstadt. In einem Bereich zwischen Neumarktstraße und der Straße Twegte soll die Bebauung auf freien Flächen ermöglicht werden. Auch hier hatte ein Anwohner den Wunsch geäußert, bauen zu können. In diesem Bereich dürfen aber lediglich Ein- und Zweifamilienhäuser gebaut werden. „Große Mehrfamilienhäuser passen hier nicht hin – und sind auch nicht erwünscht“, sagt Schäfer. Man wolle insgesamt ein stadtnahes Wohnen mit kurzen Wegen zum Einkaufen ermöglichen, fasst Schäfer zusammen.




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