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Erste Station auf dem Sigwardsweg / Sakristei erstrahlt bereits im neuen Glanz / Projekt auf Jahrzehnte angelegt

Stiftskirche bereitet sich auf die Pilgerwanderer vor

Obernkirchen (sig). Das Pilgern steht offensichtlich vor einer Renaissance. Wer sich besonders viel vorgenommen hat, der beschreitet wie Hape Kerkeling den Jakobsweg, dessen Endstation in Spanien liegt. In deutlich kürzerer Zeit ist die Strecke von Loccum bis zum Kloster Volkenroda in Thüringen zu schaffen. Die Stiftskirche bereitet sich jetzt auf die Gäste vor, die künftig den Sigwardsweg beschreiten, der im September offiziell eröffnet wird.

veröffentlicht am 13.07.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 04:22 Uhr

Freiwillig saubere Arbeit leisteten Michael Leberke (l.) und Rol

Dieser neue Pilgerweg führt durch den einstigen Einzugsbereich des Bistums Minden. Gestartet wird am Mindener Dom. Von dort geht es weiter über Bückeburg nach Obernkirchen und dann weiter durch das Auetal bis nach Idensen bei Wunstorf, wo der Bischof Sigward eine sehr ansehnliche kleine Kirche mit gut erhaltenen Wandmalereien errichtet hat.

Auf den 5. September ist die Auftaktveranstaltung zur Eröffnung des Pilgerpfades im Mindener Dom festgelegt worden. Bis zu diesem Zeitpunkt sollen auch alle vorbereitenden Arbeiten in der Obernkirchener Stiftskirche abgeschlossen sein, die sich auf den Besuch aus der Weserstadt vorbereitet. Im Gotteshaus der Bergstadt wird nämlich die Schlussveranstaltung ausgerichtet.

An diesem Tag wird auch die Sakristei wieder eröffnet, die in den vergangenen Wochen umfassend renoviert und saniert worden ist. Ehrenamtliche Mitarbeiter haben sie komplett neu gestrichen, und zwar in der gleichen cremeweißen Farbe wie das übrige Gotteshaus. Der sichtbare Sandstein wurde leicht lasiert und damit optisch aufgewertet. Der gesamte Raum wurde mit neuen elektrischen Leitungen, Schaltern, Steckdosen und Leuchten versehen. Hinzugekommen sind neue Fensterbänke aus Sandstein.

In der Sakristei werden die Pilger künftig empfangen. Hier gibt es auch einen kleineren Altarbereich zum Abhalten von Andachten. Aus diesem Grund sind zusätzliche Ablageflächen geschaffen worden. Für die Geistlichen ist noch eine Garderobe geplant.

Erfrischungstrunk für müde Wanderer

An der Ostseite wird eine sechs Meter lange Schrankzeile eingebaut. Im Herbst folgt noch ein Fußbodenbelag aus Kokosfaser. Im nordwestlichen Bereich der Stiftskirche entsteht zurzeit eine sogenannte Pilgerecke. Hier sind in einem großen Kreis Stühle aufgestellt worden. Weiteres Mobiliar soll folgen, unter anderem Schränke und eine Informationstafel.

Anlässlich der Eröffnung des Pilgerweges wird es auch ein Faltblatt geben, das über Sehenswertes, über Übernachtungsmöglichkeiten, wichtige Kontaktadressen und Telefonnummern Auskunft gibt. Die Wanderer sollen übrigens mit einem Erfrischungstrunk willkommen geheißen werden.

Ungeachtet dieser Vorhaben läuft die Sanierung der Stiftskirche auch in anderen Bereichen weiter. Ab dem Frühjahr 2010 soll der Altarraum renoviert werden. Er erhält dann eine neue Beleuchtung, die für mehr Helligkeit sorgt, und eine leistungsfähigere Lautsprecheranlage. Unterhalb der Prieche, auf der die Stiftsdamen Platz nehmen, soll ein Abstellraum für Stühle und Podeste angelegt werden. Dazu werden die Bankreihen umgestaltet.

Ralf Schönbeck, der Leiter des Bauausschusses der evangelischen Kirchengemeinde, freut sich - ebenso wie die Seelsorger - über den Fortgang der Maßnahmen. Er sagt aber auch: „Wir haben damit 2007 begonnen und wissen, dass dieses Projekt auf ein Jahrzehnt angelegt ist. Es gibt also noch viel zu tun, bei dem wir auf die weitere Unterstützung ehrenamtlicher Kräfte angewiesen sind.“




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