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FERSt fährt daher nach Bentheim

Strecke reaktiviert: Riesenfortschritt für die Region

OBERNKIRCHEN. Einen Ausflug unternahmen die Mitglieder des Fördervereins Eisenbahn Rinteln-Stadthagen (FERSt) mit Unterstützern aus Kommunalpolitik und des Fahrgastverbandes ProBahn. Es ging nach Bad Bentheim, wo die 14-köpfige Gruppe von Ralf Uekermann, dem Projektmanager der Bentheimer Eisenbahn AG, empfangen wurde.

veröffentlicht am 22.02.2020 um 00:00 Uhr

Zusammen wurde dann eine 28 Kilometer lange Strecke befahren, die in einem Punkt für die Gäste von besonderem Interesse ist: Sie ist frisch reaktiviert.

Denn 45 Jahre nach der letzten Fahrt fahren seit letztem Sommer wieder Personenzüge von Bad Bentheim über Nordhorn nach Neuenhaus. Moderne Triebwagen pendeln stündlich über die Strecke der Bentheimer Eisenbahn, die die Gleise in den vergangenen Jahrzehnten für den Güterverkehr in Betrieb hielt, jetzt startet der Verkehr nach regulärem Fahrplan. Für die Kreisstadt und die gesamte Region ist der reaktivierte Bahnanschluss ein Riesenfortschritt. Die Stadt wird für Touristen attraktiver, aber auch für ihre eigenen Bürger: Schüler, Studenten, Berufstätige können in die Stadt endlich mit dem Zug pendeln und müssen nicht im langsameren Bus sitzen.

Die dort eingesetzten LINT41-Triebwagen sind komfortabel eingerichtet, mit vielen Tischen und Steckdosen, behindertengerechten WCs, sie sind mit kostenlosem WLAN und Info-Bildschirmen ausgestattet und bieten 118 Sitzplätze und Raum für zwölf Fahrräder. Die Triebwagen fahren im Stundentakt, aber durch parallele Busverkehre und intelligente Abstimmung mit allen Buslinien im Kreisgebiet wird faktisch ein Halbstundentakt erreicht. Eine „Fahrplaner-App“ gibt es auch, und die modernisierten Bahnhofsgebäude in Bad Bentheim und Nordhorn bieten neben gut gefüllten Fahrradparkhäusern, Wartehallen und integrierten Reisebüros auch zeitgemäße Gastronomie. Zur Sicherheit in den Fahrzeugen und Einrichtungen trägt eine Videoüberwachung bei.

Die Bentheimer Eisenbahn AG steht im Besitz des Landkreises Grafschaft Bentheim mit kleinen Anteilen der Kommunen Neuenhaus und Nordhorn. Weitere Geschäftsfelder mit gegenseitigen Synergieeffekten sind Busverkehr, Spedition und Logistik, Werkstattbetrieb und Parkraumbewirtschaftung.

Uekermann, der bei der Bentheimer Eisenbahn AG auch noch verantwortlich für Trassenmanagement und Betriebsplanung ist, gab der Gruppe viele Tipps und Informationen mit auf den Weg, die auch für die Reaktivierungsthematik Rinteln-Stadthagen wichtig sind; er könne sich sogar vorstellen, auch hierbei eventuell mitzuhelfen. Was die Bentheimer erreicht haben, war für die Gruppe höchst beeindruckend; einen guten Überblick dazu gibt es im Internet unter https://www.bentheimer-eisenbahn.de.

Übrigens: In den ersten sechs Monaten lagen die Fahrgastzahlen auf der wieder eröffneten Strecke bei durchschnittlich 2183 Fahrgästen pro Tag – und damit über den bei den Planungen prognostizierten 1700 Fahrgästen pro Tag.




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