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IOBS: Kein neuer Vorstand gefunden / Rückkehr ins Kulturfenster?

Symposium: Trägerverein vor der Auflösung

OBERNKIRCHEN. Weil sich kein neuer Vorstand gefunden hat und die bisherigen Mitglieder für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung standen, wird sich der Trägerverein des Symposiums auflösen und gleichsam als Sparte unter den Fittichen des Kulturfensters in anderer Form weiter existieren. Das Wichtigste dabei: Das alle drei Jahre stattfindende Spektakel auf dem Kirchplatz soll weiterhin stattfinden.

veröffentlicht am 18.11.2018 um 10:00 Uhr
aktualisiert am 18.11.2018 um 17:00 Uhr

Symposiums-Kunstwerk mit Aussagekraft: Das Kunstspektakel soll weitergeführt werden. Foto: rnk
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Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
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OBERNKIRCHEN. Weil sich kein neuer Vorstand gefunden hat und die bisherigen Mitglieder für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung gestanden haben, wird sich der Trägerverein des Bildhauer-Symposiums auflösen und gleichsam als Sparte unter den Fittichen des Kulturfensters in anderer Form weiter existieren. Das Wichtigste dabei: Das alle drei Jahre ausgerichtete Spektakel auf dem Kirchplatz soll weiterhin stattfinden.

Auf der Hauptversammlung des Trägervereins Internationales Obernkirchener Bildhauer-Symposium, kurz IOBS, umriss Vorsitzende Charlotte Köster mit wenigen Sätzen die Situation: Im Vorstand habe fast jeder das 75. Lebensjahr überschritten. Das Problem sei, dass sich niemand finde, der sage: „Ich will das jetzt sofort machen.“

Wie genau die Regularien aussehen, um ins Kulturfenster zurückzukehren, ist noch völlig ungeklärt. Das werde sich, so der grobe Tenor der Mitglieder bei der Versammlung, im Laufe der nächsten Monate zeigen. Umwandlung, Übernahme, Eingliederung? Alles möglich. Aus dem Kulturfenster ist der Trägerverein einst hervorgegangen, erst seit 1991 ist IOBS als Verein selbstständig.

Einer Weiterführung als eigenständiger Verein unter der Führung des Kulturfensters erteilte dessen Vorsitzende Dörte Worm-Kressin eine klare Absage: „Zwei Vereine, das ist nicht machbar“, aber möglich sei, dass das IOBS unter den Fittichen des Kulturfensters einen Kernbereich-Beirat bilde, „der das Symposium wuppt“. Die dahinterstehenden Hoffnung: Auf einer breiteren Basis Menschen finden, die sich für die Kirchplatz-Kulturveranstaltung engagieren.

Große Probleme sah Worm-Kressin für den IOBS im Kulturfenster nicht. Sie erinnerte an das Museum, das ebenfalls dem Verein angegliedert sei und über Sybille Schlusche als Ansprechpartner für ehrenamtliche Helfer und Kulturfenster gleichsam selbstständig geführt werde.

Auf der Hauptversammlung des Kulturfensters am 7. Dezember ab 18 Uhr im Trafohaus werden die Mitglieder über eine mögliche Eingliederung informiert und darüber beraten.

Weil der Trägerverein im nächsten Jahr aufgelöst werden soll, stellten sich daher die Mitglieder des Vorstandes noch einmal zur Wahl: Charlotte Köster bleibt Vorsitzende, Poul Erik Mark Larsen ihr Stellvertreter, um die Finanzen kümmert sich weiterhin Wilhelm Mevert.

Der Rückblick auf das diesjährige Symposium fiel kurz aus, auch wenn es einige Neuerungen gab. Die Veranstaltung sei „störungsfrei“ verlaufen, erklärte Köster. Es habe nicht so viele Bewerbungen gegeben, doch die Gruppe der Künstler habe „gut funktioniert“, was auch dem gemeinsamen Quartier im Westflügel des Stiftes geschuldet war. „Das hat ein bisschen mehr Geld gekostet“, meinte Köster, aber auf der anderen Seite stünden heute nicht mehr so viel Privatunterkünfte für die Künstler wie noch vor Jahren zur Verfügung. 7047 Euro ließ sich der Trägerverein die Übernachtungen kosten gegenüber 600 Euro Übernachtungskosten im Jahr 2015.

Weil die neuen Eigentümer des Obernkirchener Sandsteinbruches das Material nicht mehr kostenlos zur Verfügung stellen, fielen 14 383 Euro an „Materialgestellung“ an, Bürgermeister Oliver Schäfer wies sofort darauf hin, dass die Neueigentümer 5000 Euro an den Trägerverein gespendet hätten. Höchste Einnahmequelle waren die Zuschüsse in Höhe von 28 500 Euro. Unter dem berühmten Strich lagen die Ausgaben für die diesjährige Spektakelauflage bei fast 40 000 Euro, denen 35 778 Euro Einnahmen gegenüberstehen; das Defizit lag bei 4200 Euro. Schatzmeister Mevert sah es so: Das noch vorhandene Guthaben sei „irgendwann aufgezehrt, wenn keine neuen Einnahmequellen erschlossen werden“.

Gespräche sollen jetzt mit den Zuschussgebern und Sponsoren geführt werden, um über die neue Lage aufzuklären.




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