weather-image
23°

Iris Maron ist Barockgeigerin

„Unabhängigkeit ist spannend und schön“

OBERNKIRCHEN. Feste Engagements in der Orchesterszene? Die Bückeburgerin Iris Maron zieht die künstlerische Freiheit vor. Am Samstag, 27. April, stellt sie um 19.30 Uhr im Festsaal des Stifts mit dem „Trio Ispirato“ ihr neues Programm vor.

veröffentlicht am 13.04.2019 um 00:00 Uhr

Das Talent von Iris Maron wurde früh erkannt, und, ebenso wichtig, früh gefördert. Mit ihrem Programm will sie im Stift musikalische Sehnsuchtsorte und barocke Ideale vorstellen. Das Konzert, verspricht sie, wird himmlisch. Foto: pr
4301_1_orggross_f-westermann

Autor

Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Die Begeisterung für die Geige begann früh und hält bis heute an: Mit sechs Jahren begann Iris Maron zu spielen – und das schnell mit Erfolg. Beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ gewann sie sowohl in der solistischen als auch in der Kammermusikwertung mehrmals erste Preise. Schon früh stand für sie fest, dass sie nach dem Abitur Musik studieren würde.

Die Bückeburgerin, Jahrgang 1980, blickt heute glücklich auf ihre Jugend zurück, „ich war einfach begeistert und konnte mich am Instrument austoben und ausdrücken“, erklärt sie im Telefoninterview. An der Musikschule Bückeburg wurde sie unterrichtet, zweimal die Woche Geige und später auch Klavier. Bald spielte sie im Orchester mit, war auf Musikfreizeiten dabei und kam mit zwölf Jahren an die Musikhochschule Hannover. „Ein Paradiesvogel im positiven Sinne, der nicht mittendrin war, dem dafür die Musik aber sehr, sehr wichtig war“, sagt sie heute rückblickend. Sie ist durchaus dankbar, denn Lust auf Musik und das dazugehörige Talent allein reichen nicht, es muss auch das Umfeld vorhanden sein, das beides fördert.

Nach dem Abitur studierte sie Violine an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, nach dem Diplom absolvierte sie ein künstlerisches Aufbaustudium an der Hochschule für Künste Bremen und war Mitglied der Jungen Deutschen Philharmonie. Ihr erstes Engagement erhielt Iris Maron im Göttinger Symphonie Orchester und sie wurde Mitglied des Staatsorchesters Braunschweig. Und so hätte es munter weitergehen können mit festen Engagements in der Orchesterszene, wenn sich Iris Maron nicht für einen gänzlich anderen Schritt entschieden hätte: Sie wurde freie Musikerin, sie wurde unabhängig. „Mein Wunsch war es, eigene Programme und Konzertformate zu entwickeln“. Ihre musikalische Karriere wurde spannender, erzählt sie, denn in der Arbeit mit einem Orchester gebe es auch viel Routine im vorgegebenen Dienstplan. Die Unabhängigkeit dagegen ist „spannend und schön“, sagt sie, deutlich weniger Routine und viele interessante, anregende Projekte, bei denen sie jetzt selbst auswählen kann, was sie künstlerisch interessiert und wie sie es umsetzen möchte.

„Ich hatte reizvolle und inspirierende Begegnungen und Projekte mit Musikern der Barockmusikszene. Das bestärkte mich bei meinem Schritt in die Freiberuflichkeit“. Vor mittlerweile fünf Jahren gründete Iris Maron gemeinsam mit befreundeten MusikerInnen das Barockensemble „la festa musicale“. „Das war so etwas wie ein musikalischer Lebenstraum“, freut sie sich im Gespräch darüber. Den Abschluss ihrer Studien bildet ein mit Auszeichnung abgeschlossenes Masterstudium Barockvioline an der Hochschule für Musik in Nürnberg.

Die historische Aufführungspraxis des Barock und der Klassik bildet heute einen klaren Schwerpunkt ihrer künstlerischen Tätigkeit. Sie spielt Barockgeige, da dieses Instrument ihr die Möglichkeit gibt, die Musik so erklingen zu lassen, wie sie damals vor Jahrhunderten zu hören war. Iris Maron spielt in mehreren Ensembles, sie ist Geigerin des „Trio Ispirato“, des Barockorchesters „la festa musicale“ und Konzertmeisterin der „Capella di San Marco“ und des Bachensemble Hannover. Darüber hinaus konzertiert sie mit la dolcezza, der Hannoverschen Hofkapelle, dem Göttinger Barockorchester sowie Les Favorites.

Mit Professor Bernward Lohr (Cembalo) und Christoph Harer (Barockcello) wird Iris Maron als „Trio Ispirato“ am Samstag, 27. April, um 19.30 Uhr im Festsaal des Stifts Obernkirchen ihr neues Programm vorstellen: „Himmlisch! Musikalische Sehnsuchtsorte und barocke Ideale“.

Zu hören gibt es im Stift Werke von Franz Biber, Antonio Vivaldi und Domenico Scarlatti.

Die Lebensfreude, die sich in der italienischen Musik widerspiegelt, wurde in der Barockzeit in ganz Europa bewundert, und Italien war schon zu dieser Zeit das Sehnsuchtsland der Künstler und Musiker. Sogar Johann Sebastian Bach war von Vivaldis Violinkonzerten dermaßen fasziniert, dass er einige zu Cembalomusik umarbeitete und sie veröffentlichte. Ein echter Ritterschlag für Vivaldis Werke, erklärt Iris Maron. „Mich selbst begeistert vor allem die Spritzigkeit und Lebendigkeit dieser Musik. Die möchte ich auch meinem Konzertpublikum rüberbringen.“

Das Konzert findet im Rahmen der Reihe „Schaumburger Künstler musizieren in Schaumburg“ statt, die in Schaumburg geborenen oder hier aufgewachsenen Künstlern eine Auftrittsmöglichkeit eröffnet. Karten gibt es in den Filialen der Sparkasse Schaumburg, bei der Touristinfo in Bückeburg, bei der Info-Galerie Obernkirchen sowie in den Geschäftsstellen der Schaumburg-Lippischen Land-Zeitung in Bückeburg und der Schaumburger Nachrichten in Stadthagen.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare