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Obernkirchner Bürger spenden anonym mehr als 700 Euro für Franz Kusnierski

Unglaublich: Nach Überfall 700 Euro für Samen-Franz gesammelt

OBERNKIRCHEN. Wer Franz Kusnierski kennt, der weiß: Der 79-Jährige ist nie um einen flotten Spruch verlegen. Aber als am Freitagabend plötzlich Henri Wehrhahn und seine Mutter Ulrike Polz-Werhahn vor seiner Tür standen, da hatte es dem Inhaber des Garten-Fachgeschäfts Samen-Franz doch tatsächlich die Sprache verschlagen. Sie hatten mehr als 700 Euro dabei, die seine Mitbürger nach einem Raubüberfall für ihn anonym gespendet hatten.

veröffentlicht am 18.01.2019 um 18:06 Uhr

Henri Werhahn (l.) hatte die Idee, für Franz Kusnierski zu spenden. Dass bei der Aktion dann so viel Geld zusammen kommen würde, hatte er nie erwartet. Auch Franz Kusnierski war zunächst sprachlos. „Das gibt`s doch nich“, war sein erster Kommentar. F
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Autor

Jakob Gokl Stv. Chefredakteur zur Autorenseite

Nach dem Raubüberfall auf Kusnierski vergangene Woche, bei dem ihn ein noch unbekannter Täter niederschlug, und ihm mehrere Hundert Euro raubte, ist der Geschäftsmann sichtlich gezeichnet. „Ich schlafe seitdem nicht mehr“, berichtet er. Jeden Morgen begleitet ihn sein Sohn Frank zum Laden.

Als Polz-Werhahn ihm erklärte, wie unglaublich viel Geld seine Mitbürger für ihn gesammelt haben, wirkte Kusnierski beinahe betroffen. „Ich will ja da keinen Profit von machen“, betonte er. Aber es sei schon etwas ganz Besonderes zu erleben, wie viele Menschen sich für ihn eingesetzt und jetzt sogar Geld gesammelt hätten.

Zwischenzeitlich musste die Spendendose sogar geleert werden, um dem Andrang von mitfühlenden Mitbürgern Herr zu werden. Satte 230 Euro wurden in Ein- oder Zwei-Euro-Stücken gespendet. Und ein Weiterer spendete ganze 50 Euro. Und all das anonym, um einem alten Mann beizustehen, der ausgeraubt worden war. „Da kriegt man eine richtige Gänsehaut“, findet Frank Kusnierski.

Ganze 230 Euro kamen mit Ein- und Zwei-Euro-Stücken zusammen. Und sogar ein 50 Euro Schein befand sich unter den Spenden. Foto: jak

„Gerade in diesen Zeiten müssen wir doch zusammenhalten“, findet Polz-Werhahn. Eigentlich sei ihr es bei der Aktion mehr um das Symbolische gegangen. „Wenn 200 Euro zusammengekommen wären, dann hätte ich das schon echt toll gefunden.“ „Aber, dass es am Ende 700 Euro werden – wow.“

Franz Kusnierski ließ es sich am Ende nicht nehmen, Henri Werhahn, der mit seinem Spontanentschluss, Kusnierski sein Taschengeld zu spenden, die ganze Sache ins Rollen gebracht hatte, ein kleines Dankeschön zu überreichen. „Ich hab ja auch nen Jungen, ich weiß wie das ist“, sagte er am Ende des kurzen Besuchs.




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