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Grüne und ADFC machen Verbesserungsvorschläge

Wie radelt es sich in Obernkirchen und den Ortsteilen?

OBERNKIRCHEN. Auf zwei Radtouren haben Thomas Stübke (Grüne) und Felix Wells als verkehrspolitischen Ansprechpartner des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Schaumburg untersucht, wie es sich in der Bergstadt und den Ortsteilen mit dem Fahrrad fahren lässt. Das sind die Baustellen - und die Verbesserungsvorschläge:

veröffentlicht am 22.04.2019 um 16:31 Uhr
aktualisiert am 22.04.2019 um 17:50 Uhr

Das Verkehrsschild ist kaum mehr zu erkennen hinter so viel Grün: Hier könnte mal wieder freigeschnitten werden. Foto: rnk
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Frank Westermann Redakteur zur Autorenseite
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OBERNKIRCHEN. Auf zwei Radtouren im Sommer und Herbst haben Thomas Stübke von den Grünen und Felix Wells als verkehrspolitischen Ansprechpartner des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Schaumburg untersucht, wie es sich in der Bergstadt und den Ortsteilen fährt, wenn man umweltschonend mit dem Drahtesel unterwegs ist. Ihre Ergebnisse haben sie Verwaltung und Politik zur Verfügung gestellt.

Untersucht habe man, so Stübke, die wesentlichen, für den Alltags-Radverkehr relevanten Straßenzüge, also jene Wege, die viel befahren werden.

Auf der Bückeburger Straße (B 65) findet der Radler von Bückeburg bis zum Ortseingang Vehlen und zum Friedhofsparkplatz einen einseitigen gemeinsamen Geh- und Radweg im sogenannten Zweirichtungsverkehr auf der Nordseite vor. Wells und Stübke haben nachgemessen: Die Breite beträgt zwar etwa zwei Meter, doch durch Verkrautung sind lediglich 1,60 bis 1,80 Meter nutzbar. Der Seitenstreifen beträgt etwa 1,65 Meter. Ihre Bewertung: Geh- und Radweg, die das Regelmaß von 2,50 Meter und noch einmal 1,75 Meter Sicherheitstrennstreifen unterschreiten, sind zu schmal und werden durch mangelhafte Pflege weiter eingeschränkt. Ihre Verbesserungsvorschläge: Die Oberfläche sollte regelmäßig gereinigt und der Gehölzeinwuchs – vorwiegend Lindenaustrieb – zurückgeschnitten werden, um den Radweg die nutzbare Breite zu erhalten.

Es sei ein generelleres Problem, das sich nicht nur in Obernkirchen finden lässt: Das Bedürfnis der Radfahrenden nach Sicherheit und Fahrkomfort kann häufig nicht umgesetzt werden, weil der Platz fehlt, erklärt Wells später. Gebaut wurden die Straßen überwiegend zu einer Zeit, als die Zukunft dem Auto zu gehören schien, so wurde auch geplant und umgesetzt. Und an einer Bundesstraße etwa kann nur schwer Land angekauft werden, um die Radwegbreite zu vergrößern.

Der zweite Abschnitt führte vom Ortseingang Vehlen und vom Friedhofsparkplatz bis zum Ortsausgang. Es gibt einen einseitigen gemeinsamen Geh- und Radweg im Zweirichtungsverkehr auf der Nordseite, etwa 1,80 Meter breit, aber durch die Verkrautung können auch hier nur etwa 1,60 Meter genutzt werden. Gefahren wird auf Pflaster mit Unebenheiten. Der Zufahrtsbereich zum Friedhof ist durch Schotter verdreckt, stellenweise ist Gehölzeinwuchs ins im Lichtraumprofil festzustellen, es müsste regelmäßiger freigeschnitten werden.

Für einen einseitigen gemeinsamen Geh- und Radweg im Zweirichtungsverkehr sei er zu schmal, werteten Wells und Stübke anschließend. Zudem werde der Weg durch die mangelhafte Pflege weiter eingeschränkt. Auch die „mäßige Oberflächenbeschaffenheit“ führen sie im Protokoll an. Ihre Verbesserungsvorschläge: Oberflächen entkrauten und regelmäßig reinigen, den Gehölzeinwuchs zurückschneiden, mittelfristig Oberflächenbefestigung erneuern und den Radweg verbreitern.

Um die Radverkehrsanbindung auf der Ahnser Straße in Richtung Vehlen zu optimieren, sollte es Einfädelstreifen mit „Rückendeckung“ hinter der Ampel geben; die Bordanlage zur Grünfläche müsste zurückgesetzt werden.

Vom Ortsausgang bis zum Gallgattweg, dem Ortseingang von Gelldorf, führt ein einseitiger gemeinsamer Geh- und Radweg im Zweirichtungsverkehr auf der Nordseite, dessen Ränder verkrautet sind und daher nicht in voller Breite von 1,90 Metern genutzt werden kann. Vorschlag von Stübke und Wells: entkrauten, regelmäßig reinigen und den Radweg verbreitern.

Vom Gallgattweg bis zur Dorfstraße führt der Geh- und Radweg weiter, gemessen am Regelmaß von 2,50 Metern und 75 Zentimetern Sicherheitstrennstreifen ist er weiterhin zu schmal. Eine „mäßige Oberflächenbeschaffenheit“, stellen die beiden Prüfer ebenfalls fest. Sie regen an, am Fahrgastunterstand der Bushaltestelle drei Fahrradbügel zu ergänzen.




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