weather-image
Ortsumgehung: Ortsbürgermeister befürchtet Mehrbelastung für Gelldorf / „Obernkirchen wäre abgehängt“

„Wir sind der Leidtragende“

GELLDORF. Die Planung der B65-Ortsumgehung in Nienstädt sorgt besonders bei den Menschen in Gelldorf für Ärger. „Hier wird ein Problem von dem einen Gebiet zu uns nach Gelldorf verlegt“, sagt Andreas Hofmann. Der Ortsbürgermeister befürchtet, dass durch die Umgehungsstraße mehr Autos durch Gelldorf fahren. Die Umgehungsstraße soll den Verkehr der B65 an Nienstädt vorbeilenken. Der Anschluss an die B65 ist dann kurz vor Gelldof geplant – in Höhe der Tankstelle.

veröffentlicht am 28.10.2018 um 09:28 Uhr
aktualisiert am 28.10.2018 um 10:10 Uhr

270_0900_113372_o_ortsumgehung_2310.jpg
DSC_4666

Autor

Leonhard Behmann Volontär zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der SZ/LZ? Dann melden Sie sich hier mit Ihren SZ/LZ -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

„Das geht aus den Plänen der Straßenbaubehörde hervor“, sagt Hofmann. Das Problem: Die Anschlussstelle läge dann einige Hundert Meter hinter dem Abzweig nach Obernkirchen. Die Landesstraße 442 würden jedoch viele Autofahrer nutzen, die nach Obernkirchen oder weiter nach Rinteln und ins Auetal wollen, sagt Hofmann. „Die Umgehungsstraße würde den Verkehr an dem Abzweig nach Obernkirchen vorbeilenken. Dadurch werden die Verkehrsströme nach Gelldorf gelenkt, wo die Autos dann durch den Ort rollen. Wir sind dann der Leidtragende“, meint der Ortsbürgermeister. Dadurch würde die Belastung für die Ortschaft steigen – da ist er sich sicher. „Die Anschlussstelle müsste vor dem Abzweig zur L 442 liegen“, schlägt Hofmann vor.

Der Kommunalpolitiker sieht noch ein weiteres Problem, das die neue Ortsumgehung mit sich bringt. „Die Autofahrer werden sich neue Wege suchen und dann über Vehlen nach Obernkirchen fahren. Sie umfahren damit die Geschäfte in der Kernstadt. Folge: Die Kaufkraft fließt ab.“

Auch Obernkirchens Bürgermeister Oliver Schäfer treibt das Sorgenfalten auf die Stirn. „Der Stadt wäre es am liebsten, wenn alles so bleibt, wie es ist.“ Es würde keinen Sinn machen, eine neue Straße zu bauen und die alte bestehen zu lassen, meint er. „Dann muss die B 65 auch in dem Bereich zurückgebaut werden. Sonst hat man ringsherum um Gelldorf eine Belastung“, sagt Schäfer. Bisher sei man in die Planung nicht involviert worden. Die Stadt habe aber bereits ihre Bedenken gegenüber der Straßenbaubehörde geäußert.

Auch Hofmann kritisiert die fehlende Kommunikation. „Hier soll etwas gebaut werden, was keiner in Gelldorf will - und wir werden nicht mal gefragt“, sagt er. Hofmann sieht in dem zunehmenden Verkehr nicht nur eine zusätzliche Lärm- und Schadstoffbelastung. Er macht sich auch sorgen, dass Unfälle passieren könnten. „Schließlich verläuft auch der Schulweg entlang der B 65. Wenn hier noch mehr Fahrzeuge entlang fahren, kann es brenzlig werden“, sagt Hofmann.

Eine Nachfrage unserer Zeitung bei der Straßenbaubehörde ergab, dass die Umgehungstraße seit längerer Zeit nicht weitergeplant worden ist. „Uns fehlte zwischenzeitlich für die weitere Planung das Geld und das Personal“, sagt Markus Brockmann, Leiter der zuständigen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln. Nun sei das Geld da, das Personal fehle aber weiter. Wann die Planungen konkret werden und gebaut wird, steht daher „noch in den Sternen“, sagt Brockmann. Einen ersten Entwurf, wie die Straße verlaufen soll, gibt es bereits. „Und von diesem Entwurf werden wir auch höchstens noch 100 bis 300 Meter abweichen“, sagt Brockmann. Der Verlauf steht also weitestgehend fest. Weil die Planung so lange unterbrochen werden musste, müssen jetzt neue Verkehrszählungen gemacht werden. Auch müsse geschaut werden, ob der geplante Straßenverlauf mit dem Naturschutz kollidiert. Zudem würde man sich in der nächsten Zeit Gedanken über den Lärmschutz machen. „All das ist noch nicht passiert. Deshalb werden wir auch erst in naher Zukunft Kontakt zu Einwohnern, Stadt, und den Trägern öffentlicher Belange aufnehmen“, sagt Brockmann.

Ob sich jedoch dann noch viel ändern wird, ist unklar. „Es wird schwierig, ist aber nicht unmöglich“, meint Brockmann. Möglich sei allerdings, dass die Anschlussstellen noch verlegt werden. Die seien nämlich noch nicht komplett geplant.




Anzeige
Anzeige
Anzeige
Kommentare