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Für optimale Palliativ-Versorgung in der Bergstadt: „Grünes Licht“ zur Unterzeichnung einer Charta

Wohl der Sterbenden im Mittelpunkt

OBERNKIRCHEN. Die Stadt Obernkirchen berät derzeit darüber, ob sie die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen unterzeichnen möchte und damit die Arbeit von Hospizdiensten und Palliativmedizinern unterstützen möchte.

veröffentlicht am 05.03.2019 um 19:13 Uhr

Die Stadt Obernkirchen berät derzeit, ob sie sich der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen anschließt. Foto: Pixabay
Leonhard Behmann

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OBERNKIRCHEN. Die Stadt Obernkirchen berät derzeit darüber, ob sie die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen unterzeichnen und damit die Arbeit von Hospizdiensten und Palliativmedizinern unterstützen möchte.

Barbara Weißbrich vom Hospizdienst in Obernkirchen stellte den Kommunalpolitikern die Charta im Ausschuss für Bürger und Bildung vor. Die Vereinbarung zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland würde sich für Menschen einsetzen, die aufgrund einer fortschreitenden lebensbegrenzenden Erkrankung mit Sterben und Tod konfrontiert seien, erklärte die Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes. „Rund 200 Experten aus 50 gesellschaftlich und gesundheitspolitisch relevanten Organisationen und Institutionen wie Ärztekammern, Verbände, Ministerien oder Krankenkassen haben in Arbeitsgruppen fünf Leitsätze erarbeitet“, erklärt Weißbrich.

Die Empfehlungen zur Umsetzung der Charta, an denen sich Palliativmediziner und -pflegekräfte orientieren, hätten für schwerstkranke und sterbende Menschen schon jetzt Verbesserungen gebracht. „Es ist das Ziel, Schwerstkranken die Möglichkeit zu geben, zu Hause sterben zu dürfen. Hierbei kann auch ein ambulanter Hospizdienst mit ehrenamtlichen Mitarbeitern hilfreich sein“, sagt Weißbrich.

Die Koordinatorin des ambulanten Hospizdienstes, Barbara Weißbrich, stellte den Politikern im Ausschuss die Charta vor. Foto: leo

Das Wohl und die Bedürfnisse der Sterbenden würden im Mittelpunkt stehen und durch die Charta festgelegt. Im Landkreis habe sich, seit die Charta veröffentlicht worden sei, viel getan, meint Weißbrich. Gerade das sei ja auch der Sinn der Charta. „Sie soll die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Sterben, dem Tod und der Trauer fördern und die Ziele der Charta stärker im öffentlichen Bewusstsein verankern“, sagt Weißbrich. Wichtig sei dabei „eine Vernetzung zwischen den einzelnen Institutionen, die an der Betreuung von Sterbenden beteiligt sind“, meint die Koordinatorin. „In Obernkirchen wäre es schön, wenn die Wahrnehmung für die Inhalte der ambulanten Hospizarbeit gestärkt werden könnte und weitere Netzwerkpartner wie der Senioren- und Behindertenbeirat hinzukämen“, sagt Weißbrich. Die Stadt könne mit der Unterzeichnung der Charta dazu beitragen, meint Weißbrich. „Für die Stadt Obernkirchen ist dies ein guter Weg, dass die Bürger optimal palliativ versorgt werden“, verdeutlichte die Koordinatorin den Politikern die Wichtigkeit der Charta.

Bürgermeister Oliver Schäfer bat im Ausschuss die Politiker, sich der Charta gegenüber offen zu zeigen. Den Bürgermeister freut es, dass der Ausschuss „grünes Licht gegeben hat“, wie er sagt. Jetzt müsse der Rat noch darüber entscheiden. „Wenn man in der Stadt einen Hospizdienst und ein Krankenhaus hat, dann sollte man die Arbeit auch unterstützen“, meint Schäfer. Sowohl der CDU-Politiker Horst Sassenberg als auch der Ausschuss-Vorsitzende Jörg Hake (SPD) sahen das genauso und lobten im Ausschuss die Arbeit, die von den Betreuern und Ärzten geleistet wird.




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