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Schaumburger Bühne präsentiert die Komödie „Der Revisor“

„Zwischen Sünde und Sünde ist ja wohl ein Unterschied“

Obernkirchen. Große Aufregung herrscht in einem kleinen russischen Provinzstädtchen: Ein Revisor soll kommen, inkognito, und dort nach dem Rechten sehen. Dass beim Bürgermeister „Anton Antonowitsch“ (gespielt von Peter Reinhold) und anderen Staatsbediensteten des Ortes angesichts dieser Nachricht die Nerven blank liegen, ist nicht unbegründet. Hat man sich dort doch in einem Filz aus Selbstbedienung, Amtsvernachlässigung und Bestechung gemütlich eingerichtet.

veröffentlicht am 29.11.2015 um 15:08 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 10:30 Uhr

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Ohne jedes schlechte Gewissen, versteht sich, denn „zwischen Sünde und Sünde ist ja wohl ein Unterschied“. So jedenfalls formuliert es der Richter „Amos Fjodorowitsch“ (Camilo Greuel), der während seiner Arbeitszeit lieber auf die Jagd geht, als im Gericht Urteile zu sprechen. Aufgepeitscht wird die ganze Situation allerdings durch das Gerücht, dass der angekündigte Revisor schon in der Stadt sein könnte. Im Gasthof des Städtchens hat sich nämlich seit zwei Wochen ein junger Mann, „Iwan Alexandrowitsch Chlestakow“ (Oliver Beckers) einquartiert, der sich alles anschreiben lässt, anstatt seine Rechnungen ordnungsgemäß zu bezahlen. Und das spricht doch schon dafür, dass es sich bei diesem Herrn um den gefürchteten Revisor handeln könnte. Worauf hin das von der Schaumburger Bühne in Kooperation mit der Kreisvolkshochschule mit viel Spielfreude in der Aula der IGS Obernkirchen präsentierte Lustspiel seinen Lauf nimmt.

„ ,Der Revisor‘ ist die prallste russische Komödie, die man hierzulande kennt“, erklärte Jürgen Morche, der Regisseur des von der Schaumburger Bühne in Kooperation mit der Kreisvolkshochschule präsentierten Stückes. Und das Thema Korruption, um das es in „Der Revisor“ gehe, sei es einfach Wert aufzuzeigen, wie wichtig es ist, dass sich die Staatsbediensteten ihrem Arbeitgeber gegenüber loyal verhalten und sie unbestechlich sind – zumal seitens des Theaters ja seit jeher immer wieder gerne mit „mahnendem Zeigefinger“ auf Missstände in der Gesellschaft und auf drohende Gefahren hingewiesen werde.

Apropos: Im russischen St. Petersburg, damals Sitz des Zaren, sei die Aufführung dieser von Nicolai Gogol geschriebenen Satire von staatlicher Stelle anfangs verboten worden, berichtete Morche. Daher sei die Geschichte zunächst lediglich in privaten Kreisen vorgelesen worden. Nachdem aber der Zar höchstpersönlich zu der Erkenntnis gekommen war, dass in diesem Werk keine Kritik an der Kirche und am Militär geübt wird, habe er selbst dann doch die öffentliche Vorführung des Theaterstückes erlaubt, sodass „Der Revisor“ im Jahr 1986 uraufgeführt werden konnte. In der Folge habe es allerdings studentische Kreise gegeben, die dieses Stück durchaus „als Aufruf zur Revolution“ verstanden haben.

Gesponsert worden ist die Schaumburger Bühne von der Sparkasse Schaumburg. Informationen zu den noch anstehenden Aufführungsterminen gibt es unter www.schaumburgerbuehne.de




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